Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
478.597
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Münze verkauft - habe mehrmals darauf hingewiesen, dass es evtl Fälschung sein könnte


19.11.2008 21:50 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Trettin



Hallo!

Also: ich habe ein Frage.

Ich habe bei Ebay vier Münzen verkauft, die ich aus dem Nachlass meines Großvaters habe. Da ich aber keine Ahnung von Münzen habe, konnte ich keine Angaben darüber machen, ob die Münzen tatsächlich echt sind oder ob es Fälschungen sind. Ich habe in dem Angebotstext zweimal darauf hingewiesen, dass es sich bei den Münzen um Fälschungen handeln könnte. Ich habe auch darauf hingewiesen, dass ich nach Ablauf der Versteigerung keine Rücknahme akzeptiere und ich auch keinerlei Garantie übernehme. Nun hat jemand zwei Münzen ersteigert und behauptet nun, dass die Münzen Fälschungen sind und dass ich die Münzen wissentlich als Fälschungen verkauft habe. Er will sein Geld zurück und droht mir mit seinem Anwalt. Ich sehe nicht ein, dass ich die Auktion rückgängig machen soll. Ich habe den eventuellen Bieter auf das Risiko deutlich - sogar zweimal - hingewiesen. Ich bin der Meinung, dass ich im Recht bin und die Auktion nicht rückgängig machen muss. Der Käufer war sich des Risikos bewußt und hätte ja nicht bieten müssen. Mit Abgabe seiner Gebote hat er den Kaufvertrag akzeptiert. Auch bei einem Telefonat mit ebay habe ich die Auskunft erhalten, dass ich eigentlich auf der sicheren Seite sein müßte.
Ist es tatsächlich so? Sie können sich die Auktionen ja gerne einmal anschauen.

Vielen Dank für die Hilfe!
Mit freundlichen Grüßen
Florian

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt Stellung nehme:

Eine Recht des Käufers auf Rückabwicklung des Kaufvertrages kommt hier unter zwei Gesichtspunkten in Betracht: Einerseits ist an eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung (§ 123 Abs. 1 BGB) zu denken; andererseits könnte sich der Käufer wegen eines Mangels der Münzen zum Rücktritt vom Kaufvertrag berechtigt sehen.

Eine Arglistanfechtung scheitert jedoch m. E. schon daran, daß Sie die Münzen nicht als "echt" bezeichnet, sondern im Gegenteil angegeben haben, daß es Fälschungen sein könnten. Damit haben Sie gerade keinen für eine Täuschung erforderlichen Irrtum erregt oder aufrecht erhalten.

Das wäre allenfalls anders zu beurteilen, wenn Sie die Münzen als "möglicherweise gefälscht" angeboten hätten, obwohl Sie wußten, daß es sich sicher um Fälschungen handelt. Hierfür ist für mich jedoch nichts ersichtlich.

Aus meiner Sicht sind die Münzen auch nicht mangelhaft i. S. des § 434 Abs. 1 BGB. Hiervon wäre zwar auszugehen, wenn Sie die Münzen als "echt" verkauft hätten; und selbst wenn Sie sich zur Echtheit der Münzen nicht geäußert hätten, hätte der Käufer wohl die Lieferung echter Münzen erwarten dürfen. Da Sie aber gerade (zutreffend) auf das Risiko hingewiesen haben, daß die Münzen gefälscht sein könnten, weicht die tatsächlich Beschaffenheit der Münzen letztlich nicht zum Nachteil des Käufers von dem ab, was der Käufer erwarten durfte.

Auf den den - wohl zulässigen - Gewährleistungsausschluß kommt es deshalb nicht an. Auf diesen Ausschluß könnten Sie sich im übrigen nur dann nicht berufen, wenn Sie den Käufer arglistig getäuscht oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Münzen übernommen hätten. Das aber ist, wie oben dargelegt, m. E. gerade nicht der Fall.

Zusammenfassend gehe auch ich deshalb davon aus, daß der Käufer keinen Anspruch auf Rückgängigmachung des Kaufvertrages hat.

Ich hoffe, daß diese Auskunft Ihnen weiterhilft. Bitte machen Sie bei Bedarf von der Möglichkeit Gebrauch, eine kostenlose Nachfrage zu stellen.

Nachfrage vom Fragesteller 20.11.2008 | 11:24

Sehr geehrter Herr Trettin,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Meine Nachfrage: Kann ich dem Ebaykäufer Ihre Antwort in Kopie zukommen lassen? Der Käufer gibt leider keine Ruhe, beginnt mich zu beleidigen und schreibt, dass es sich an seinen Anwalt wenden wird. Der Käufer bombardiert mich mittlerweile mit Mails.

Diese Mail habe ich gestern abend von dem Käufer erhalten:
"Hallo!
1.Das Anbieten von Fälschungen und deren Verkauf ist bei e-bay und auch sonstwo verboten. Nichtwissen schützt hier nicht vor Strafe.
2.Antike Münzen dürfen nur mit einem Herkunftsnachweis verkauft werden. --- Hat mein Anwalt mir gesagt.
Sie können nicht die Münzen als fraglich echt anbieten , und danach sagen -- na Pech gehabt !
(Bin mir sicher Sie haben es gewust das die nicht echt sind.)
Na dann lassen wir mal den Anwalt seinen Job machen wenn Sie vom Vertrag nicht zurücktreten wollen.
Mit freundlichen Grüßen
R.S."

Was sagen Sie dazu?

Mit freundlichen Grüßen
Florian

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.11.2008 | 11:44

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte haben Sie Verständnis dafür, dass meine Antwort auf Ihre ursprüngliche Frage sich nicht zur Weitergabe an den Käufer eignet und hierfür auch nicht bestimmt ist.

Sie sind im übrigen auch nicht verpflichtet, auf die Mails des Käufers zu reagieren, wenn Sie bereits deutlich gemacht haben, daß Sie den Kaufvertrag nicht rückgängig machen wollen.

Es bleibt dem Käufer natürlich unbenommen, seinerseits einen Anwalt einzuschalten und/oder gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall sollten Sie sich selbst auch anwaltlich vertreten lassen.

Ich hoffe, daß ich Ihnen damit (zunächst) weiterhelfen konnte. Bei Bedarf können Sie gerne jederzeit per E-Mail Kontakt mit mir aufnehmen: fea@trettin-rechtsanwaelte.de.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59764 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
3,2/5,0
Hilfreiche Antwort, die etwas ausführlicher hätte sein können. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
klar und schnell - jederzeit wieder!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage wurde sehr verständlich zu 100% beantwortet. Dankeschön! ...
FRAGESTELLER