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Mündlicher Vertrag für Unternehmensberatung

| 26.02.2008 18:34 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


20:48

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Zeitraum von Dezember 2007 bis Mitte Februar 2008 habe ich für meinen, mittlerweile wohl eher damaligen, Freund freiberuflich gearbeitet. Er ist Vorstand einer AG mit ca. 50 MA, ich arbeite hauptberuflich als Unternehmensberaterin. Wir vereinbarten mündlich, damals habe ich ihm ja noch vertraut, einen Tagessatz von 230,- € zzgl. MwSt.. Mitte Februar habe ich nun also die Arbeit abgeliefert und gesagt, ich hätte insgesamt 8,5 Tage daran gearbeitet, was auch definitiv den Tatsachen entspricht. Dies sind 1.955,- €. Dankend nahm er es an und hielt es auch für sehr wertvoll für seinen Job.
Nun bot er mir jetzt an, 1.200 € zu zahlen. Dies habe ich nicht akzeptiert, woraufhin er mir jetzt per eMail eine Art Auftrag (mit der Anrede "Liebe Frau...") sendete und schrieb: "Als Festpreis wurde ein Honorar von 1.600 € vereinbart."

Ich bin immer noch nicht bereit dies zu akzeptieren; in wie weit kann ich mich auf die mündliche Zusage des Tagessatzes berufen?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

26.02.2008 | 19:26

Antwort

von


(139)
Nördliche Auffahrtsallee 65
80638 München
Tel: 089 / 550 559 45
Web: http://www.ra-manfredbinder.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben und der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworte.

Ein Dienstvertrag im Rahmen einer freien Mitarbeit kann ohne weiteres mündlich geschlossen werden. Durch den Abschluss des Vertrages verpflichtet sich der Dienstherr, die vereinbarte Vergütung zu bezahlen. In Ihrem Fall sind als Tageshonorar € 230,00 zzgl. USt. angesetzt worden.
Daher ist Ihr ehemaliger Freund verpflichtet, das von Ihnen geforderte Honorar zu zahlen.

Sollten Sie eine gerichtliche Entscheidung suchen, ergibt sich jedoch ein Problem:
Sie tragen dann als Partei die Beweislast für die Erfüllung des Tatbestandes der für Sie günstigen Rechtsnorm, sprich Sie tragen die Beweislast für die Vereinbarung über Höhe der Vergütung. Da hier nur eine mündliche Abrede vorliegt, könnte die Beweisführung schwierig werden, es sei denn, Sie können Zeugen benennen oder andere Beweismittel aufbieten, die die Höhe der Vergütung bestätigen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in Ihrer Angelegenheit weiterhelfen konnte. Im Falle von Unklarheiten weise ich auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred A. Binder
- Rechtsanwalt -

Ich darf schließlich noch auf Folgendes hinweisen:

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.


Rückfrage vom Fragesteller 26.02.2008 | 20:08

Sehr geehrter Herr Binder,

erst einmal ganz herzlichen Dank für Ihre schnelle Auskunft. Können Sie mir noch die Rechtsgrundlage (wahrscheinlich ja § 611 ff, BGB ) benennen?

Danke.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.02.2008 | 20:48

Sehr geehrter Fragesteller,

vorliegend kommen als Anspruchsgrundlage entweder § 611 BGB oder § 631 BGB , also entweder Ansprüche aus Dienstvertrag oder aus Werkvertrag in Betracht.
Da Sie die Arbeit nicht näher umschrieben haben, kann ich hierzu keine Aussage treffen.
Als Anhaltspunkt zur Abgrenzung bzw. Einteilung dient aber folgendes:
Bei einem Dienstvertrag ist das bloße Wirken, also die Arbeitsleistung als solche geschuldet (z.B. Beratungstätigkeiten, Tätigkeiten als Geschäftsführer...). Bei einem Werkvertrag ist die Herbeiführung eines vereinbarten, gegenständlich fassbaren Arbeitsergebnis geschuldet (z.B. Gutachten). Zudem spricht für einen Werkvertrag, wenn die Parteien mit einem Erfolgseintritt rechnen.

Anhand dieser Kriterien können Sie eine entsprechende Einteilung vornehmen. Wenn ein Dienstvertrag vorliegt, dann ist als Anspruchsgrundlage der § 611 Abs. 1 BGB zu benennen, beim Werkvertrag der § 631 Abs. 1 BGB .

Ich hoffe, dass ich Ihnen die Einteilung erleichtern konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Manfred A. Binder
- Rechtsanwalt -

info@ra-manfredbinder.de

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(139)

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