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Mündlicher Kostenvoranschlag 3000€ / Rechnung 5000€


| 11.02.2005 13:55 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Meine Mutter hat für die Einzäunung eines Grundstücks einen Handwerker beauftragt (er ist Maurermeister, hat auch Zaunbau im Angebot), der zuvor bereits andere Aufträge für sie erledigt hatte.
Er hat sich das Grundstück angesehen und meinte "so mit 3000 Euro müssen Sie schon rechnen". Da meine Mutter ihm vertraute, gab sie ihm den Auftrag.
Nun kam eine Rechnung von 5000 Euro an, und er meint, er hätte einfach länger gebraucht, etc.
Frage: Müssen wir eine massive Überschreitung um 2000 Euro, also um zwei Drittel(!) des mündlichen Voranschlages hinnehmen?
Während der Arbeitsdurchführung wurde meine Mutter nicht darauf hingewiesen, daß der Betrag so erheblich überschritten würde.
Es gab keinen schriftlichen Kostenvoranschlag, auch keinen schriftlichen Vertrag, auch VOB wurde nicht vereinbart.
Danke im voraus!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

leider sehe ich in Ihrem Fall gleich zwei Probleme: Erstens gibt es keinen schriftlichen Kostenanschlag (wie das Gesetz es nennt)- und damit schon ein riesengroßes Beweisproblem für Sie. Zweitens ist der Kostenanschlag als ein unverbindlicher anzusehen.

Grundsätzlich gilt, dass dem Besteller (also Ihrer Mutter) ein Recht zur Kündigung des Vertrages zu, mit der Folge, dass der Unternehmer nur Anspruch auf Zahlung einer Vergütung für die bereits geleistete Arbeit. Das Recht ist aber an dieser Stelle müßig, da die Arbeiten ja bereits fertig sind.

Wird nicht gekündigt, so muß der volle Preis gezahlt werden. Es kann dann aber gleichzeitig gegen den Unternehmer ein Schadensersatzanspruch wegen schuldhaft falschem Kostenanschlag oder wegen unterlassener Mitteilung von der Überschreitung des veranschlagten Preises bestehen.

In beiden Fällen gilt als Richtschnur eine Überschreitung von 10 bis 15, in besonderen Ausnahmefällen von 25%.

Fazit: Ihre Mutter muss die 5000 EUR zahlen, kann aber möglicherweise von der Differenz zwischen 3000 und 5000 EUR Schadensersatz in Höhe von bis zu 75 % geltend machen.

Und jetzt kommt wieder das große ABER: Ihre Mutter wird den Kostenanschlag nicht beweisen können. Vermutlich hat der Unternehmer sie in dem Wissen ganz bewusst über den Tisch gezogen. Nach dem Motto, erstmal mit einem niedrigen Preis den Aufrtag an Land ziehen, und dann später Hase heißen und von dem genannten Preis nichts mehr wissen wollen.

Ihnen bleibt im Prinzip nur noch ein Rettungsanker: Da es keinen schriftlichen Auftrag gibt, in dem eine Vergütung vereinbart ist, kann der Unternehmer nur den üblichen Preis verlangen. Prüfen Sie also, ob die 5000 EUR üblich (im Sinne von ortsüblich sind). Hier kann Ihnen z.B. die Handwerkskammer oder die Innung weiterhelfen. Ist der Preis überhöht, zahlen Sie nur den üblichen Preis. Will der Unternehmer mehr haben, so muss ER beweisen, dass entweder sein Preis der Übliche ist, oder dass ein Preis vereinbart worden ist. Beides wird ihm nicht gelingen, so dass er sich dann mit seinem mündlichen Vertrag ein Eigentor geschossen hat.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
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