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Mündliche Zusage über Kaufpreis eines KFZ

| 17.01.2019 00:18 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


15:49

Zusammenfassung:

Ein Kaufvertrag über einen Pkw kann durchaus mündlich wirksam zustande kommen. Bei Unklarheit über den Preis findet § 157 BGB Anwendung, wonach Treu und Glaube und die Verkehrssitte zur Auslegung heranzuziehen sind.

Guten abend,
Wir haben folgendes Problem.
Wir möchten unser Auto verkaufen und waren dazu bereits im Juni bei dem Autohaus so wir es gekauft haben. Dort haben wir einen Preis für das Kfz genannt bekommen und den Rat in einem halben Jahr wieder zu kommen ( es würde dann am Markt besser aussehen)
Nun waren wir vor zwei Wochen wieder da und siehe da der Preis war noch genau so. Uns wurde ein Preis genannt und zudem die Summe die noch oben drauf gelegt werden muss da das Fahrzeug finanziert ist.
Der Verkäufer meinte dann noch das er es mit dem Verkaufsleiter klären muss ob sie es ankaufen, da es üblicherweise nur gemacht wird wenn ein neues Auto verkauft wird. Das haben wir bejaht und eingefüllt das es wenn es angekauft wird eben so sei mit der Zuzahlung.
Nun habe ich gestern den Anruf bekommen das das Auto vom Autohaus angekauft wird. Allerdings zu einem Preis der sich um 2500€ von dem erstgenannten unterscheidet.
Kann ich mich auf seine Aussage beim Treffen von vor zwei Wochen berufen und dies als mündlichen Vertrag darstellen?
Oder besteht hier keine Möglichkeit den Verkäufer das Auto zum erst genannten Preis zu verkaufen?

Vielen Dank schon mal vor ab.
Viele Grüße

17.01.2019 | 01:26

Antwort

von


(823)
Vorstadt 42
41812 Erkelenz
Tel: 02435 - 6114416
Tel: 0174 - 9994079
Web: http://www.rechtsanwalt-burgmer.com
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Gerne zu Ihrer Frage:

Im Prinzip ist es so, dass ein Kaufvertrag über einen Pkw durchaus mündlich wirksam zustande kommen kann. Und zwar, wenn sich Verkäufer (V) und Käufer (K) mündlich darüber einigen, dass ein bestimmter Pkw zu einem bestimmten Preis vom V an den K zu übergeben und Eigentum zu verschaffen ist. Der Käufer ist damit verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen.

Also eine gegenseitige Angelegenheit.

Ihnen wurde vor 2 Wochen ein Preis X genannt, allerdings unter dem Vorbehalt "dass er ("der Verkäufer") es mit dem Verkaufsleiter klären muss ob sie es ankaufen, da es üblicherweise nur gemacht wird wenn ein neues Auto verkauft wird."

Dem haben Sie zwar zugestimmt wie folgt: "Das haben wir bejaht und eingefüllt das es wenn es angekauft wird eben so sei mit der Zuzahlung" , also mit dem Preis X sich einverstanden erklärt.

Wenn Sie jetzt "gestern den Anruf bekommen das das Auto vom Autohaus angekauft wird. Allerdings zu einem Preis der sich um 2500€ von dem erstgenannten unterscheidet....

ist eine Bedingung des Autohauses eingetreten, nämlich die "wenn ein neues Auto verkauft wird." Wenn das Autohaus verbindlich erklären wollte, dass mit dem Eintritt dieser Bedingung der Kaufvertrag zu dem erstgenannten Preis zustande gekommen ist, kann das Kaufhaus später nicht mit einem neuen Kaufpreis zu seinen Gunsten "nachbessern".

Ob ein "verständiger und gut informierter Dritter" diese Willenserklärung des Kaufhauses durch den Verkäufer so auffassen musste oder nicht, ist nach § 157 BGB zu ermitteln, Palandt § 433, Rn 39.

Ihrer Schilderung nach würde ich das so bejahen, weil Ihnen bereits zweimal der Preis X so bestätigt wurde.
Wenn jetzt das Kaufhaus, wenn es quasi zur Sache geht, mit einer unerwarteten Reduzierung um € 2.500,-- kommt, sollte man das als treuwidriges Nachverhandeln werten können, auf das Sie sich nicht einlassen müssen.

Fordern Sie daher aus dem wirksamen Kaufvertrag mit der erstmals genannten Summe die Abnahme Ihres Pkw unter Anrechnung auf das neue bzw. finanzierte Fahrzeug.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Rückfrage vom Fragesteller 17.01.2019 | 07:43

Vielen dank für Ihre ausführliche Antwort,
Ein neuer Auto Kauf oder Finanzierung stand für uns Kienzle Debatte. Wir haben uns auch nicht darauf geeinigt ein neues zu bestellen. Der Händler hat für uns quasi bei seinem Leiter gefragt ob sie es trotzdem ankaufen. Daraufhin kam dann die Aussage nur für 10000€ anstelle von 12000/11500.
Also meinen sie könnte ich mich auf den Paragraphen beziehen und zumindest mal dem Händler aufzeigen was meine Rechte sind?
Vielen Dank und viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.01.2019 | 15:49

Gerne zu Ihrer Nachfrage:
Wenn der Händler über seien Verkäufer den zweimal genannten Preis X von einem Neukauf abhängig gemacht hat, ist er daran nicht gebunden, wenn Sie kein neues Fahrzeug bestellen.
Allerdings können Sie das natürlich als nützliche Verhandlungsposition einbringen. Bedenken Sie aber: Wenn man bei einem Neukauf ein Fahrzeug in Zahlung gibt, verliert man oft die Übersicht zwischen dem üblichen und realistisch erzielbaren Händlerrabatt (bei Neukauf) und dem Preis für die Inzahlungnahme des alten Fahrzeugs. Man sollte das tunlichst auseinander halten.
Viel Erfolg beim Verhandeln,
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.01.2019 | 15:51

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