Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.122
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mündliche Zusage einer Mietwohnung, können wir noch zurücktreten?


| 27.10.2007 13:46 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag,

wir hatten bei Immobilienscout eine Wohnung gefunden und uns diese angeschaut. Der Mietpreis war bekannt, wobei ich versucht habe den zu drücken, aber die Eigentümer/Hausverwaltung wollte darauf nicht eingehen. Per Telefon hab ich dann gesagt, wir würden die Wohnung gerne nehmen und habe gestern den Mietvertrag abgeholt, welcher aber weder von Seite der Eigentümer/Hausverwaltung unterzeichnet ist noch von uns. Nach nochmaligem Überdenken und Rechnen, müssen wir sagen, dass der Mietpreis einfach zu hoch ist für uns.
Können wir die Wohnung einfach absagen mit dieser Begründung und die Sache hat sich dann für uns erledigt, oder entstehen uns dann Nachteile?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
27.10.2007 | 13:52

Antwort

von


192 Bewertungen
Unnaer Str. 3
58636 Iserlohn
Tel: 02371/13000
Tel: 0172/5256958
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage beantworte ich gerne unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes wie folgt.

Die Frage, inwieweit ein Abstandnehmen vom Vertrag noch möglich ist, hängt von Ihrem Vorhergehenden Verhalten ab.

Grundsätzlich sind Mietverträge formfrei, also auch mündlich abzuschließen. Wenn Sie sich mit dem Vermieter also auf einen Mietzins geeinigt haben und er Ihnen mitteilte, dass er Ihnen die Wohnung dann überlässt, spricht vieles dafür, dass bereits ein Mietvertrag zustandegekommen ist. In diesem Fall wäre die schriftliche Fixierung nur noch Formsache und Sie müssten mit gesetzlicher Frist kündigen.

Hat es eine derartige Vereinbarung noch nicht gegeben und war aus dem Verhalten des Vermieters zu schließen, dass er erst mit Unterschrift den Vertrag als endgültig ansehen will, wäre noch kein Vertrag zustandegekommen und Sie wären keinerlei Verpflichtung eingegangen.

Den Beweis dafür, dass ein Vertrag besteht, müsste im Streitfall der Vermieter (bspw. durch Zeugen) erbringen.

Insoweit sollten Sie dem Vermieter mitteilen, dass Sie den Vertragsschluss nicht wünschen und dessen Reaktion abwarten. Inwieweit Ihr Vorverhalten geeignet war, einen Vertragsschluss zu bejahen, kann aufgrund der Unkenntnis des gesamten Sachverhaltes von hieraus nicht beurteilt werden.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben und stehe im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne für Ergänzungen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2007 | 16:32

Der Vermieter hat natürlich nicht ausdrücklich gesagt, dass der Vertrag erst zustande kommt, wenn er unterschreiben ist. Hat der Vermieter denn eine Chance das nachzuweisen, dass ein Vertrag besteht? Ich meine es würde ja Aussage gegen Aussage stehen (wir sind zu zweit).

Ich habe aber desweiteren noch eine Klausel im Mietvertrag gefunden mit der wir nicht einverstanden sind. Diese lautet wie folgt:

"Im übrigen treffen die Parteien folgende Vereinbarung:
Der Vermieter hat den Mieter über die Notwendigkeit des Abschlusses einer Hausrats-bzw. Haftpflichtversicherung hingewiesen."

Zum einen wurden wir hierauf zuvor nicht hingewiesen und zum anderen möchten wir keine abschließen.

Kann dies auch ein Grund für uns sein, um dem Mietvertrag nicht zuzustimmen und die Wohnung abzusagen ohne Schwierigkeiten zu kriegen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.10.2007 | 17:26

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre Nachfrage die ich gerne beantworte.

Wenn man annimmt, dass ein Vertrag mündlich geschlossen worden ist, dann wäre die Versicheurngsklausel nicht vereinbart, weil sie erst nachträglich bekannt wurde. Nach Ihrer Schilderung dürfte es dem Vermieter mangels Zeugen wohl nicht gelingen, einen mündlichen Vertragsschluss zu bewiesen.

Im anderen Fall bestünde noch gar kein Vertrag und würde, angesichts Ihrer Schilderung, wohl auch nicht abgeschlossen.

Ein gesondertes "Kündigungsrecht" aufgrund der Klausel besteht, aufgrund o.g. Rechtslage, nicht.

Sie sollten folglich dem Vermieter mitteilen, dass Sie doch kein Interesse an einer Anmietung haben. Sie müssen sich dafür nichtmals auf die Versicherungsklausel beziehen.

Beruft er sich auf einen mündlichen Vertrag, wäre er dahingehend beweisbelastet, was ihm wohl nicht gelingen wird. Akzeptiert er, wären Sie ohnehin aller Sorgen ledig.

Insoweit sieht die Sachlage für Sie eher günstig aus.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt



Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank! Hat mir sehr geholfen! "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Marc N. Wandt »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Vielen Dank! Hat mir sehr geholfen!


ANTWORT VON

192 Bewertungen

Unnaer Str. 3
58636 Iserlohn
Tel: 02371/13000
Tel: 0172/5256958
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Straßenverkehrsrecht, Mietrecht, Vertragsrecht, Internationales Recht, Fachanwalt Strafrecht