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Mündliche Buchung Musiker


28.06.2006 12:39 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Hallo. ich bin Berufsmusiker. Ich mache in der Regel mündliche Buchungen, die zu nahezu 100 % eingehalten werden. Nun ist es aber doch soweit. 10 Tage vor dem Termin hat das Hochzeitspaar abgesagt. Angeblich hat keiner der eingeladenen Gäste eine Zusage gemacht, auch nicht die Eltern (!) obwohl man sich tägl. sieht. Wir haben Hierdurch einen Verdienstausfall von konkret 800,- €. Nicht erwähnt ist hier die Anfrage eines Stadtfestes für die kpl. Kapelle in Höhe von 3200,-€ die wir durch diese Buchung absagen mußten. Ich habe diese nun abgesagte Feier über ein zentrales Internetbuchungssystem erhalten. Es gibt also nachvollziehbaren Email Verkehr. Ob geführte Telefonate und die Reservierung des Lokales von Wichtigkeit sind weiß ich nicht. Kann ich diesen Verlust nun geltend machen?
Vielen Dank im Vorraus

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Meiner Ansicht nach liegt ein Fall der „Unmöglichkeit“ vor, da das Fest ja überhaupt nicht mehr stattfinden soll.

Nach § 326 Abs. 2 BGB behalten Sie daher grds. Ihren Anspruch auf die Gegenleistung, obwohl Sie selbst nicht mehr leisten müssen, wenn der Auftraggeber für den Umstand, dass das Fest nicht stattfindet, verantwortlich ist. (Eine Verantwortlichkeit des Auftraggebers könnte hier aber zweifelhaft sein, wenn man die Absage aller Gäste ihm so nicht zurechnen will / kann. Dies ist eine Wertungsfrage (eine Entscheidung des Gerichts ist also offen) und kann hier abschließend nicht beurteilt werden. Ich meine aber, dass hier das Risiko, ob Gäste kommen oder nicht, allein der Gläubiger (Hochzeitsveranstalter) tragen muss.)

Nimmt man ein Verschulden des Auftraggebers an, dann müssten Sie sich jedoch anrechnen lassen, was Sie als Vorteil wegen des Wegfalls Ihrer Leistungspflicht erlangt haben oder durch anderweitige Arbeit erwirtschaften konnten (oder es böswillig unterlassen haben, zu erwirtschaften). Können Sie an dem konkreten Termin (falls dieser noch nicht verstrichen ist) noch einen anderen Auftritt organisieren (z.B. für 500 €), dann könnten Sie also nur 300 € verlangen. Würden Sie bei einem Alternativauftritt 800 € oder mehr erwirtschaften, dann hätten Sie keinen Schaden.

Ich würde Ihnen empfehlen, (falls dies zeitlich noch möglich ist) sich um einen Alternativauftritt zu bemühen. Dann gehen Sie Schwierigkeiten aus dem Weg.
Sollten Sie aber keinen anderen Auftrag mehr „an Land ziehen“ können, dann können Sie gegen den Auftraggeber einen Anspruch auf die Gegenleistung geltend machen, wobei der Ausgang wegen der oben beschriebenen „rechtlichen Wertung“ offen sein kann.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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