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Motorschaden nach repartur - Haftung?


17.12.2017 09:05 |
Preis: 48,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

folgender Sachverhalt liegt vor:

Ich habe mein Fahrzeug zu einer prophylaktisch reparatur gebracht. Konkret handelt es sich um einen BMW M6 aus 2008, bei welchem lt. einschlägigen Meinungen die sog. "Pleullager" von Zeit zu Zeit getauscht werden sollten um einen Motorschaden zu verhinden.

Ich habe also den Wagen voll funktionstüchtig dorthin gebracht und die gesamte Reparatur dauerte 2 Wochen. Gestern sollte ich den Wagen dann endlich abholen können. Angekommen hat mir der Schrauber jedoch gesagt, dass der Wagen nun bei der Probefahrt merkwürdige geräusche mache und er noch einmal nachsehen müsse was nun sei.

Es stellte sich heraus, dass der Wagen -jetzt nachdem die Lagerschalen getauscht wurden- bei der Probefahrt von ihm einen Lagerschaden erlitten hat. Es seien Metallspäne im Ölfilter zu finden.

Die Kosten für die eigentliche Reparatur wurden auf 2500 Euro festgesetzt. Bei dem Telefonat gestern ergab sich, dass nun der Motor komplett ausgebaut und auseinander geschraubt werden müsse - die Kosten lägen bei zusätzlichen ca. 6000 Euro!

Das Problem: Der Schrauber hat keine offizielle Werkstatt und -m.w.n auch keinen Gewerbeschein. Wir gehen also erst einmal davon aus, dass es sich um eine Privatperson handelt die den Wagen repariert - und dabei vermutlich zerstört hat.

Er sehe den Fehler auch nicht bei sich, da er behauptet, dass Abrieb der alten Lagerschalen die neuen nun beschädigt hätten.

Nach einigen Diskussionen haben wir uns vorläufig darauf geeinigt die entstehenden Kosten zu teilen (Da schwer zu beweisen ist wessen Schuld es sei). Er stellte dafür noch die Bedingung sich Zeit lassen zu können und nur wenn er "frei Luft" hat an dem Motor zu schrauben.

Jetzt habe ich eine Nacht darüber geschlafen und bin mit dieser Vereinbarung eig. nicht mehr so einverstanden.

Fakt ist doch, dass ich ihm ein funktionstüchtiges Fahrzeug gebracht habe - welches nun aber nicht mehr fahrtauglich ist.

Des Weiteren stört es mich dass er sich da jetzt Zeit lassen will und nur sporadisch an meinem Motor weiterarbeiten möchte. Er hat als grobe Richtung den März 2018 angepeilt bis der Wagen wieder fertig sei.

Ich frage mich jedoch wie hier die rechtliche Situation aussieht? Unabhängig davon ob er Gewerbetreibend oder Privatperson ist hat er m.M.n doch mein Eigentum beschädigt und müsste vollumfänglich haften?

Vielen Dank im Voraus!
17.12.2017 | 10:34

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Es ist richtig, dass der "Schrauber" für den entstandenen Schaden haftet, den er zu vertreten hat. Dabei teile ich auch Ihre Meinung, dass es hier unerheblich ist, dass es sich um eine Privatperson handelt und nicht um einen Geschäftsbetrieb. Der Herr wäre also für den Schaden ersatzpflichtig, wenn er ihn verursacht hätte. Aber genau darin liegt das Problem: Sie müssten im Streitfall beweisen, dass der Schaden durch den "Schrauber" verursacht worden ist und nicht, wie er behauptet, auf Abrieb durch die alten Lager beruht. Sie könnten den Wagen natürlich abholen und bei einer anderen Werkstatt oder am besten bei einem KFZ-Sachverständigen vorstellen. Allerdings wäre dies wieder mit sehr hohen Kosten verbunden, da ja wahrscheinlich auch dort der ganze Motor auseinandergenommen werden müsste. Sollten Sie also keine Rechtsschutzversicherung haben bzw. nicht gewillt sein, hier noch zusätzliches Geld zu investieren, wäre es vielleicht nicht schlecht, die getroffene Absprache aufrecht zu erhalten.

Also: Der Gegner muss haften, wenn er den Schaden verursacht hat. Das Problem dürfte darin bestehen, genau das zu beweisen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen obgleich des Ärgers einen schönen 3. Advent.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 15.03.2018 | 06:55

Sehr geehrter Herr RA Zimmlinghaus,

vielen Dank für Ihre Antwort. Aktuell ist der Fall noch nicht geschlossen. Die Frist zur Instandsetzung lief am 03.03 aus woraufhin ich dem Schrauber eine Nachfrist bis zum 17.03. gesetzt habe. Gestern habe ich telefonisch erfahren, dass auch diese nicht gehalten werden kann, da angeblich ein Teil noch beim Motorenbauer ist. Ich habe in dem Schreiben mit der Nachfrist angekündigt, bei weiterem Verzug folgenden Schadensersatz geltend zu machen:

"Tageweise Versicherungsbeitrag für das Fahrzeug i.H.v. 4,62 Euro
Tageweise KFZ Steuer i.H.v. 0,94 Euro
Sowie Tageweise Verzugszinsen (5 Prozentpunkte über den Basiszinsatz) i.H.v 0,2822 Euro.
Sollten Sie sich also ab dem 18.03.2018 im Verzug befinden, werde ich Ihnen täglich 5,84 Euro von dem vereinbarten Zahlungsbetrag aus dem Instandsetzungs-Vertrag abziehen"

Ist diese Maßnahme rechtskonform?

Welche weiteren Möglichkeiten habe ich? Ein Rücktritt vom Vertrag würde bedeuten, dass er den Wagen nicht mehr fertig machen muss - nicht in meinem Interesse.

Könnte ich den Wagen abholen lassen und zu einer Werkstatt bringen und er muss für die Kosten aufkommen?

Danke im Voraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.03.2018 | 22:05

Sehr geehrter Ratsuchender,

wie bereits dargestellt, verbleibt es bei dem Problem, dass Sie im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung beweisen müssten, dass der Gegner den Schaden verursacht hat. Dies dürfte ohne teure und aufwändige Sachverständigengutachten kaum gelingen.

Versicherungsbeitrag und KFZ-Steuer können Sie meiner Einschätzung nach nicht abziehen, da Ihnen diese Kosten ja ohnehin entstanden wären.

In der Tat könnten Sie den Wagen nach Ablauf der weiteren Frist abholen lassen und zu einer anderen Werkstatt verbringen. Hinsichtlich der Frage, ob der Gegner die Kosten für diese Werkstatt tragen muss, gilt wieder das besagte Beweisproblem.

In der Praxis wird es schwierig werden, Ihre Ansprüche durchzusetzen.

Ich wünsche Ihnen gleichwohl Alles Gute in dieser Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


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