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Motorschaden nach Tuning - Gewährleistungs-/Versicherungsfrage


| 17.04.2005 20:14 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 7.4.04 habe ich meinen BMW einem Motortuning unterzogen. Der Tuner hat damals - unabhängig von der Gewährleistung - in seinem Namen eine Versicherungspolice abgeschlossen, die aussagt: "12 Monate Garantie- Teile und Arbeitsleistung. Europaweite Garantieleistungen und 24 Std. Pannendienst inbegriffen." Davon habe ich eine Kopie mitbekommen (nur vom Deckblatt, dass diese Aussage enthält, nicht von den detaillierten Versicherungsbedingungen).

Es ist ein Schaden am Motor aufgetreten, den ich am 30.3.05 per Email angezeigt habe. Ein metallenes Geräusch läßt vermuten, dass die Hauptsteuerkette sich gelängt hat (Aussage BMW-Meister). Dieses Teil wurde beim Tuning nicht ausgetauscht, jedoch mindestens zweimal demontiert (da der Wagen nach Erhalt des Tunings bereits einmal zur Nachbesserung war). BMW lehnt verständlicherweise daher eine Garantieleistung ab, da ein durch die Demontage des Tuners herbeigeführter Defekt nicht ausgeschlossen werden kann. Ich deute die erwähnte Versicherung so, dass ich europaweit in jeder Werkstatt, also auch zu einer BMW Fachwerkstatt die Steuerkette austauschen lassen kann. Vielleicht wäre dies ja sogar im Rahmen der Gewährleistung möglich (Beweislast liegt in meinen Augen beim Tuner, dass nicht er für den Schaden verantwortlich ist). Dieser Forderung möchte der Tuner nicht nachkommen und fordert mich auf, mit dem Fahrzeug zu ihm zu kommen, um die Sache vor Ort zu durchzuführen. Begründung: "Da die Modifizierung in unserem Hause erfolgt ist, und eine BMW-Werkstatt keine technischen Daten zu diesem Umbau besitzt, muß das Fahrzeug bei einem Schaden bzw. bei Mängeln in unserer Werkstatt instandgesetzt werden. Bevor die Versicherung ein Ersatzfahrzeug bzw. eine Reparaturfreigabe erteilt, benötigt diese einen Schadenbericht von uns. Um diesen Schadensbericht zu erstellen, benötigen wir das Fahrzeug in unserem Hause."

Da ich nicht auf meine Kosten bereits ein zweites Mal zu einer Nachbesserung durch halb Deutschland fahren möchte (ca. 600 km Entfernung), stellt sich mir die Frage, ob ich dazu bei der gegebenen Sachlage verpflichtet bin. Ggf. könnte in meinen Augen ein unabhängiger Sachverständiger bei der Reparatur des Fahrzeugs begutachten, ob der Schaden auf die Demontage beim Tuning zurückzuführen ist oder nicht. Ferner könnte mir der Tuner selbst ja wer weiß was erzählen, wenn lediglich er und kein unabhängiger Sachverständiger den Schaden begutachtet. Von den Kosten für die mindestens eine anstehende Zugfahrt, die ja zwanghaft zu erfolgen hat, bis eine Reparaturfreigabe u. Freigabe eines Leihwagens ggf. erfolgt, ganz zu schweigen...

Wie sollte ich mich hier verhalten? Lohnt es sich, einen Anwalt einzuschalten, der ein Sachverständigengutachten in Auftrag geben kann, welches bei einem von mir veranlassten Reparaturvorgang erstellt wird (ohne Anwalt wird ein eventuelles Gutachten vor Gericht wohl als Parteigutachten gewertet)? Da es sich um einen sehr aufwändigen Eingriff in den Motor handelt, sind erhebliche Kosten damit verbunden, so dass ich keinen Fehler machen möchte. Vielen Dank für Ihr Feedback!

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Sehr geehrte(-r) Fragesteller(-in),

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Rechtlich verhält es sich zunächst so, dass, wenn das streitbefangene Fahrzeug einen Mangel aufweist, der nicht auf normalem Verschleiß beruht, der Vertragspartner zur Gewährleistung verpflichtet ist. Diese Gewährleistung schuldet er gem. § 439 BGB als Nacherfüllung, welche in der Regel durch Nachbesserung, also Reparatur, vorgenommen wird. Die Kosten dafür hat der Vertragspartner selbst zu tragen.

Im Einzelnen: Dass sich hier BMW bedeckt hält, ist nachvollziehbar und rechtlich nicht zu beanstanden. Der Tuner selbst ist evt. aus dem BGB verpflichtet, der von Ihnen geschilderte Sachverhalt scheint mir dafür aber nicht genug -auch in Hinsicht auf die Beweislast- herzugeben. Erfolgreicher Anknüpfungspunkt ist deshalb allein die umfassende Garantie. Allerdings haben Sie auch hier ausgesprochene Beweisschwierigeiten, was den genauen Inhalt der Police angeht.

Der Hinweis, dass Sie die Reparatur vor Ort ausführen sollen, scheint mit zudem berechtigt zu sein, da in der Tat nur der Tuner 100%tig mit den streitigen Gegebenheiten vertraut ist.

Es wird Ihnen aufgrund der von Ihnen geschilderten Beweislage deswegen nichts anderes übrig bleiben, als zur Begutachtung und Reparatur zum Tuner zu fahren.

Ob sich dies wirtschaftlich rechnet, können allerdings nur Sie selbst entscheiden.

Hinsichtlich des anvisierten Sachverständigengutachtens ist zunächst unbeachtlich, ob dies anwaltlich begleitet wird oder nicht. Sie müssen nur unterscheiden zwischen einem Privatgutachten, dies KANN aber muss das Gericht sich nicht zu eigen machen und einem gerichtlich angeordneten Sachverständigengutachten, dem sich das Gericht -mangels technischer Sachkunde- in der Regel anschliesst.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben, auch wenn Sie evt. hinter Ihren Erwartungen hinsichtlich der Erfolgsaussichten zurückblieb. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung, genauso für eine weitergehende Interessenwahrnehmung.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de

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