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Motorschaden durch Falschberatung


27.11.2007 16:08 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im August 2006 einen Roller für den Sohn meiner Freundin gekauft. Am Roller war ein Sportauspuff mit E-Prüfzeichen verbaut. Original Auspuff war nicht vorhanden. Ferner hat der Verkäufer die Drossel für die Variomatik ausgebaut, so dass der Roller ca. 90 km/h schnell war. Sohn ist im vorgenannten Zustand ca. 2.000 km problemlos gefahren. Um den Führerschein aufgrund der zu hohen Endgeschwindigkeit nicht zu riskieren, sollte der Roller wieder auf eine Endgeschwindigkeit von max. 45 km/h zurückgebaut werden.

Hierzu wurde vom Sohn ein Fachhändler aufgesucht. Dieser hat die Variodrossel eingebaut und lediglich mitgeteilt, dass der Roller mit dem verbauten Auspuff immer noch schneller als 45 km/h fährt.Ca 500 km nach Drosseleinbau bekam der Roller einen Motorschaden.

Das Fahrzeug wurde zum gleichen Vertragshändler gebracht.Mündliche Fehlerdiagnose: Motorschaden ist entstanden weil die Kombination Variodrossel und verbauter Sportauspuff nicht passt und so der Motor überdreht hat.(Erklärung:Motor dreht durch Auspuff höher als normal, Getriebe kann wegen Drossel nicht mehr hochschalten; vergleichbar mit einem Auto das dauernd Vollgas im 2. Gang fährt)

Wie sich zudem im Gespräch mit dem Händler und anhand einer Rechnung herausgestellt hat, wurde der Motor ca. 1 Jahr vorher ebenfalls wegen ‚überdrehen’ repariert. Lt. Händler war damals auch schon der Sportauspuff verbaut und vermeintlich Schuld am Motorschaden.

Der Händler wurde von uns darauf hingewiesen, dass wir die ursächliche Schuld bei Ihm sehen, da er durch seine Falschberatung (er hat auf die Folgen des Einbaus weder hingewiesen, noch den Einbau verweigert) der Schaden erst entstanden ist.Wir haben die Instandsetzung auf seine Kosten von Ihm gefordert.

Händler lehnt die Haftung und jetzt die weitere Reparatur gänzlich ab und fordert uns auf, den Roller (im zerlegten Zustand gegen Kostenerstattung seines Aufwands (Motordemontage) kurzfristig abzuholen.

Was können wir tun, haben wir Schadensersatzansprüche gegen den Händler, muss er den Werkvertrag erfüllen, oder müssen wir den Rollen etwa demontiert abholen und auch noch bezahlen?

Besten Dank






27.11.2007 | 16:39

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Unter Zugrundelegung Ihrer Angaben ist der Fachhändler Ihnen gegenüber zur Leistung von Schadensersatz verpflichtet (vgl. §§ 280 I, 282, 241 II, 634 BGB). Nach m.A. hätte der Fachhändler Ihren Sohn vor Beginn des Einbaus darauf hinweisen müssen, dass der Einbau der Variodrossel zwangsläufig zu einem Motorschaden führen wird (vgl. z.B. OLG Frankfurt, NJW-RR 2006, 1617 ff. zum Einbau einer Autogasanlage in einer Fahrzeug, das für den Einbau ungeeignet war). Dass dem Fachhändler diese Tatsache bekannt war, lässt sich darauf stützen, dass der Motorschaden bereits aus dem gleichen Grund aufgetreten ist. FAZIT: Sie können die kostenlose Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands (d.h. Reparatur) oder ersatzweise die Erstattung der Reparaturkosten in Geld verlangen (vgl. § 249 BGB). Wenn sich der Fachhändler endgültig zur Schadensersatzleistung weigert, empfehle ich Ihnen, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Da sich der Händler in Verzug befindet, sind die Anwaltskosten grundsätzlich von ihm zu begleichen.

Ich hoffe, Ihnen mit den vorangegangenen Ausführungen vorab weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen weiterhin gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Iven
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2007 | 10:08

Sehr geehrter Herr Iven,
vielen Dank für die schnelle Antwort, nur um sicher zu gehen eine Nachfrage.
Trifft der Schadensersatzanspruch auch dann zu, wenn der Händler zwar darauf hingwiesen hat, dass der Roller mit dem verbauten Auspuff immer noch zu schnell ist, jedoch kein Wort über den drohenden Motorschaden geäußert hat. Leider ist auf der Rechnung die Ursache des vorhergehenden Motorschadens nicht aufgeführt.Der Hinweis kam vom Händler selbst.Problem?
Ist durch die 2- malige Aufforderung des Händlers, den Roller, gegen Erstattung seines bisherigen Aufwands abzuholen. schon die entgültige Schadensersatzleistung verweigert?

Besten Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2007 | 11:11

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Der Schadensersatzanspruch beruht allein auf dem Umstand, dass der Fachhändler nicht auf den drohenden Motorschaden hingewiesen hat. Dass er darauf hinwies, dass der Roller immer noch eine überhöhte Endgeschwindigkeit aufweisen wird, spielt nach m.A. insoweit keine Rolle. Im Übrigen befindet sich der Vertragshändler in Ihrem Fall in Verzug, da er zur Schadensersatzleistung mit der zweiten vergeblichen Aufforderung bereits angemahnt wurde.

PROBLEMATISCH können für Sie nur folgende Punkte sein: Grundsätzlich tragen Sie die Beweislast für die Verletzung der Aufklärungspflicht, für die Kausalität zwischen Verletzung und Schaden sowie für den Schaden selbst. Mit anderen Worten: Sie müssen nachweisen, (1.) dass der Fachhändler auf den Motorschaden nicht hingewiesen hat, (2.) der Motorschaden auf dem Einbau der Drossel durch den Händler beruht, und (3.) Ihre Forderung den tatsächlichen Wiederherstellungskosten entspricht. Die Punkte (2.) und (3.) lassen sich durch ein - im Streitfalle gerichtlich zu beantragendes - Gutachten belegen, für Punkt (1.) benötigen Sie einen Zeugen. Je nachdem, wer den Vertrag abgeschlossen hat und wer bei der Beauftragung des Fachhändlers anwesend war, könnten das Sie oder der Sohn Ihrer Freundin sein. Ich kann mich in diesem Zusammenhang jedoch nur wiederholen: Ich empfehle Ihnen, in der Angelegenheit anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich hoffe, Ihnen mit den vorangegangenen Ausführungen vorab weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Iven
Rechtsanwalt

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