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Motorschaden beim Wechseln der Federn

05.04.2017 18:40 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Hallo,

ich habe eine Fachwerkstatt damit beauftragt meine 4 Federn zu wechseln.
Um die Achsvermessung durchzuführen, musste lt. Werkstatt das Auto zu einem anderen Ort gebracht werden ( ca.10 Km der hinweg ).
Ich habe Ihm mündlich das OK gegeben, aber auf der Rechnungskopie die ich besitze, wird nicht erwähnt, dass das Auto für eine Achsvermessung in eine andere Werkstatt muss.
Nach dem wechsel der Federn, machten sie sich mit meinem Fahrzeug auf dem Weg zu der anderen Werkstatt. Und dann sei wohl plötzlich auf dem Hinweg die Motorkontrolleuchte angegangen und das Auto hätte nur geruckelt und geklämpert. Mehr als 4000 Umdrehungen hätte er auch nicht mehr geschafft.
Jedoch als das Auto von mir in die Werkstatt abgegeben wurde, war nichts am Motor.
Ich soll jetzt für den entstandenen Schaden aufkommen.
Das Auto wurde ohne Motorprobleme abgegeben und plötzlich auf dem Hinweg sei wohl ein Motorschaden entstanden.

Wer haftet für den Schaden? Bitte um Rat !

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne aufgrund des geschilderten Falles wie folgt beantworten möchte:

Die von Ihnen beauftragte Fachwerkstatt - genauer gesagt: der die Werkstatt betreibende Werkunternehmer - haftet Ihnen nur für solche Schäden, die er durch eine Pflichtverletzung kausal und verschuldet herbeigeführt hat. Dies folgt aus §§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2 BGB. Die Voraussetzungen eines solchen Schadensersatzanspruches müssen Sie als Anspruchssteller grundsätzlich darlegen und beweisen (mit Ausnahme des Verschuldens, das nach dem Wortlaut des § 280 Abs. 1 BGB vermutet wird).

Es liegt also an Ihnen, zu beweisen, dass bei der Auswechslung der Federn oder bei anderen Maßnahmen an Ihrem Fahrzeug ein Fehler passiert und dass dieser Fehler ursächlich für den Motorschaden geworden ist. Aus dem Werkvertrag mit der Fachwerkstatt steht Ihnen zumindest zunächst ein Auskunftsanspruch über alle durchgeführten Maßnahmen am Fahrzeug zu. Diesen können Sie in schriftlicher Form verlangen. Im Anschluss können Sie einen privaten Sachverständigen mit der Untersuchung beauftragen, ob die durchgeführten Maßnahmen den Motorschaden verursacht haben. Sollte dies nicht eindeutig festgestellt werden können, bleiben Sie auf dem Schaden sitzen. Andernfalls können Sie die Werkstatt zum Ersatz des Schadens inklusiver der Gutachterkosten auffordern und zur Not Klage erheben. Das Gericht wird in der Regel ein eigenes Sachverständigengutachten zur Schadensursache einholen und ein entsprechendes Urteil fällen.

Eine andere Alternative wäre es, ein gerichtliches selbstständiges Beweisverfahren gem. §§ 485 ff. ZPO anzustrengen. Hierfür müssen Sie jedoch ebenfalls einen Kostenvorschuss leisten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Bei Rückfragen können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Sarah Neumann,
Rechtsanwältin aus Dortmund

Rückfrage vom Fragesteller 05.04.2017 | 19:53

Hallo,

danke für die schnelle Antwort.
Jedoch wurde mir jetzt nicht ganz klar warum ich für den Schaden aufkommen muss.
Der Schaden kam normalerweise nicht aufgrund des Federwechsel.
Der Motorschaden entstand auf dem Weg von der einen Werkstatt zur anderen.
Jedoch habe ich niergens Unterschrieben, dass ich der Firma erlaube, mein Fahrzeug zu führen. Zudem habe ich einen Chatverlauf indem mir ein Mitarbeiter versichern konnte, dass mein Auto ( Motor ) zum Zeitpunkt der Ausfahrt, in Ordnung war.( keine Probleme etc. )
Kann ich mit dem Argument gewinnen, dass die ohne meine Unterschrift das Fahrzeug geführt haben?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.04.2017 | 20:07

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die konkrete Nachfrage. Wie bereits beschrieben setzt ein Anspruch gegen die Werkstatt eine Pflichtverletzung dieser voraus. Ob das Führen des Fahrzeugs ohne Ihre schriftliche Erlaubnis eine solche Pflichtverletzung darstellt, ist m.E. nach sehr zweifelhaft, da Sie die Überführung (wenn auch nur mündlich) gestattet haben. Auch eine solche mündliche Vereinbarung ist wirksam und bindend. Ihre Argument greift nach meinem Dafürhalten daher nicht durch.

Selbst wenn man die Fahrt ohne schriftliche Einwilligung als Pflichtverletzung ansehen wollte, so wäre der Schaden der Werkstatt dennoch nicht zurechenbar. Denn sofern kein Kunstfehler der Werkstatt ursächlich geworden ist, sondern ein bereits im Fahrzeug vor der Reparatur angelegter Fehler/Verschleiß, so hat sich im Motorschaden ein Risiko verwirklicht, das allein in Ihre Sphäre fällt. Mit anderen Worten: Der Motor hätte den Schaden auch genau so gut zu einem anderen Zeitpunkt erleiden können, zu dem Sie ihn selbst geführt hätten. Auch in diesem Falle müssten Sie den Schaden dann natürlich selbst regulieren.

Ich bedauere, Ihnen keine erfreulichere Nachricht übermitteln zu können. Falls Sie weitere Nachfragen haben, können Sie sich gern kurz per Mail an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Sarah Neumann,
Rechtsanwältin aus Dortmund

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