Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Motorschaden am Tag des Kaufes Privat/Privat


| 11.06.2006 13:49 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Gestern habe ich einen Gebrauchtwagen, 1993, 125000KM,gekauft. Nach Besichtigung und Probefahrt (25 Minuten mit Stadtautobahn, Bremstest etc.) stellte ich keinen Motormangel fest. Es wurde mir vom Verkäufer gesagt: Der Motor sei in gutem Zustand.
Der Kaufvertrag ist dann beiderseits unterschreiben worden, der Kaufpreis wird von mir Montag bar bezahlt werden - so die Absprache mündlich. Ich erhielt alle Papiere und das Auto ebenfalls auf Treu und Glauben. Der Verkäufer ist offensichtlich seriös und ich unterstelle keine Arglist.
Ich bin dann etwa 50 Kilometer gefahren, dann gab der Motor Geräusche von sich und ich habe ihn mit dem Verdacht auf Motortotalschaden abschleppen lassen müssen.
Frage: Kann ich vom Kauf zurücktreten? Kann ich Minderung verlangen? Gilt der Ausschluss für Sachmängelhaftung auch in diesem Fall?
Ich bin nicht direkt heimgefahren, kann dies zu meinem Nachteil ausgelegt werden?
Wie ist meine Rechtsposition bei Privat zu Privat? Streitwert: 1750 €

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Aus Ihrer Anfrage geht leider nicht hervor, welche Regelungen der schriftliche Kaufvertrag enthielt. Es wäre natürlich sinnvoll, zunächst einmal in den schriftlichen Kaufvertrag zu schauen, um festzustellen, welche Vereinbarungen getroffen wurden (z.B. ein Ausschluss der Sachmängelgewährleistung).

Generell gilt:

Wurde die Sachmängelgewährleistung vom Verkäufer nicht ausgeschlossen, so hat er grundsätzlich für den Mangel am Motor nach den §§ 434ff. BGB für bei Gefahrübergang bestehende Mängel zu haften. Sie könnten dann etwa vom Kaufvertrag zurücktreten, den Kaufpreis mindern oder Schadensersatz geltend machen. Sie müssten bei einem privaten Verkäufer dann allerdings nachweisen, dass der Mangel am Motor bereits bei Übergabe des Wagens vorhanden war. Etwas anderes gilt nach § 442 BGB nur, wenn Sie den Mangel des PKW kannten oder Ihnen dieser Mangel grob fahrlässig verborgen geblieben ist. Hätte Ihnen der Mangel daher bereits auf der Probefahrt auffallen müssen, so haben Sie auch bei nicht erfolgten Sachmängelgewährleistungsausschluss keine Rechte aus den §§ 434ff. BGB. Für di Voraussetzungen des § 442 BGB ist jedoch der Verkäufer beweispflichtig.

Wurde die Sachmängelgewährleistung wirksam ausgeschlossen oder liegt ohne wirksamen Ausschluss der Sachmängelgewährleistung ein Fall des § 442 BGB vor, so haben Sie die Rechte der §§ 434ff. BGB nicht, es sei denn, der Verkäufer hätte den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit des Wagens übernommen (vgl. § 444 BGB). Für beide Tatsachen sind jedoch wiederum Sie beweispflichtig. Die Aussage, der Motor sei in gutem Zustand, dürfte meines Erachtens eine solche Garantie begründen (andernfalls wäre die Aussage ja wertlos). Ich weise Sie darauf hin, dass dies ein Richter leider auch anders sehen mag, weil der Verkäufer nicht ausreichend klar gemacht habe, in jedem Falle für einen Sachmangel des Motors haften zu wollen. Es handelt sich hier wohl um eine „Ansichtssache“, bei der sich für beide Rechtsansichten gute Argumente finden lassen.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern.

Gerne stehe ich Ihnen für eine weitere Beauftragung zur Verfügung. Wenn Sie möchten, können Sie mein Büro kontaktieren und wir besprechen die Angelegenheit in Ruhe.



Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 11.06.2006 | 15:06

Sehr geehrter Herr Hein,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich entnehme dieser, dass meine Möglichkeiten deutlich begrenzt sind, zumal ich keinen Zeugen zu der Besichtigung mitgenommen habe. Ich selber habe die Verkäuferin auf den Ausschluss der Sachmängelgewährleistung hingewiesen und diesen im Standard-Formular ADAC angekreuzt. Da Sie aber auch Mediator sind und ich mich möglichst gütlich mit dem Vertragspartner einigen möchte, ist es für mich interessant zu wissen, ob die Wahrscheinlichkeit einer richterlichen Entscheidung zugunsten des Käufers, basierend auf dem kurzen Zeitraum des Besitzwechsels und des unmittelbar - quasi nach Kauf - entstandenen Schadens hoch genug ist, um sie als Verhandlungsmittel zur gütlichen Einigung einzusetzen?

Vielen Dank im Voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.06.2006 | 12:59

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:


Sie kennen doch bestimmt den alten Juristenspruch: „Vor Gericht und auf hoher See sind wir alle in Gottes Hand“. Sie haben vor Gericht nur dann eine Chance, wenn Sie entweder Arglist des Verkäufers oder eine Garantiezusage desselben nachweisen können. Arglist dürfte dem Verkäufer nicht nachzuweisen sein. Bezüglich der Garantie habe ich bereits darauf hingewiesen, dass die Zusage, der Motor sei in gutem Zustand von dem einen Richter so und von dem anderen Richter so beurteilt werden dürfte. Sie dürften ohnehin damit rechnen, dass der Verkäufer bestreiten wird, die Zusage, der Motor sei in einem guten Zustand, gemacht zu haben. Dies müssten Sie dann erstmal beweisen, was Ihnen mangels anwesender Zeugen nicht gelingen dürfte. Können sie dies nicht, dann verlieren Sie eine solche Klage bereits aus diesem Grund.

Ich bin dennoch gerne bereit, für Sie außergerichtlich mit dem Verkäufer zu verhandeln. Vielleicht lässt sich eine Einigung erzielen. Bitte beachten Sie jedoch, dass durch eine Beauftragung weitere Anwaltskosten anfallen. Gerne bin ich jedoch bereit, Ihnen ein attraktives Angebot zu machen, wenn Sie eine Vertretung wünschen. Hierzu können Sie sich gerne an mein Büro oder unkompliziert per Email an mich wenden.


Ich hoffe, Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Klärt den Rahmen, in dem meine Optionen liegen und ist deshalb hilfreich. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER