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Motorschaden Volkswagen TSI Kompression

04.06.2015 11:34 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Es geht um die Nacherfüllung/ Schadensersatz bei drohendem Motorschaden eines VW mit TSI-Motor.

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 23.05.2014 habe ich bei einem Volkswagen Vertragshändler einen VW EOS 1.4 TSI, 118 KW gekauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Fahrzeug den Kilometerstand 47.247km.

Bereits wenige Wochen später verspürte ich während der Fahrt einen deutlichen Leistungsverlust im Drehzahlbereich 1500 bis 2200 Umdrehungen pro Minute. Erst nach einschalten der Servicehotline von Volkswagen (Stichwort Mobilitätsgarantie) war der Händler bereit sich das Fahrzeug am gleichen Tag noch anzusehen um zu beurteilen ob es sich um einen gravierenden Schaden handelt oder ob ich bis zum Werkstatttermin das Auto weiter fahren darf.

Der Schaden wurde als nicht so gravierend eingestuft.

Als ich dem Mitarbeiter an der Fahrzeugannahme meine Erfahrungen geschildert hatte meine er „Das liegt wahrscheinlich am (Ladedruck-) Kompressor". Ca. zwei Wochen später hatte ich den Werkstatttermin. Bei diesem Termin wurde der Turbolader getauscht. Dies erfolgte auf Basis der Gewährleistung und ohne Kosten für mich. Ich war total überrascht das es nun eine völlig andere Ursache hätte sein sollen. Bei der anschließenden Fahrt nach Hause habe ich festgestellt dass der Fehler nicht behoben ist.

Einige Tage später war ich erneut in der Werkstatt um dem Händler mitzuteilen das der Fehler nicht behoben ist und ich einen weiteren Termin benötige. Das Fahrzeug war dann am 16.07.2014 wieder in der Werkstatt.

Als ich es abgeholt habe wurde mir der beim vorigen Termin ausgebaute, alte Turbolader gezeigt. Dort konnte mir demonstriert werden dass dieser tatsächlich einen Schaden hatte. Ein Ventil quietschte und die Welle der Turbine war ausgeschlagen so dass das Turbinenrad zum Teil am Gehäuse schleifte.

Bei der Abholung erhielt ich das Fahrzeug zurück ohne das irgendwelche Tätigkeiten ausgeführt wurden. Das Rückgabeprotokoll enthält die Aussage „GFS/Geführte Funktion. Turbolader und Kompressor geprüft, keine Fehler feststellbar".

Der Leistungsverlust blieb bestehen. Anschließend war ich ca. 6 Wochen krank und konnte nicht Auto fahren.

Nach dieser Zeit habe ich bei einem Auto-Tuner (Firma Wetterauer) eine Motorkennlinie (Leistung und Drehmoment) messen lassen. Diese Firma war mir empfohlen worden weil die angeblich einen Vergleich mit den Hersteller-Sollwerten machen würden. Das war jedoch nicht der Fall. Meinen Plan mit Soll-Ist-Vergleich wieder zum Händler zu gehen konnte ich also nicht durchführen. Im Internet (in einem Autoforum) habe ich zwar später eine Soll-Kennlinie für meinen Motor gefunden. Da es sich dabei aber ja nicht um Herstellerangaben handelt war ich der Meinung das es nichts bringt damit wieder zur Werkstatt zu gehen. Stattdessen habe ich einige Emails direkt mit Volkswagen ausgetauscht. Mit der Bitte um Hilfe. Die wollten mir jedoch nicht helfen und haben mich stattdessen an meine Werkstatt zurück geschickt.

In diesem Moment bin ich resigniert habe vorerst nichts mehr unternommen.

Vor ein paar Tagen war die planmäßige Inspektion fällig. Diese ließ ich in einer freien Werkstatt durchführen. Bei der Abgabe des Fahrzeugs habe ich den Meister gebeten sich den Leistungsverlust im unteren Drehzahlbereich einmal anzusehen.

Dabei wurden zwei Dinge festgestellt.
1. Vermutlich hat das Fahrzeug irgendwann einmal neue Software erhalten. Mit dieser Software wurde der Motor gedrosselt.
2. Ein Zylinder hat einen deutlichen Verlust der Kompression.

Die neue Software würde den von mir beobachteten Leistungsverlust erklären. Ich kann mir zwar kaum vorstellen das diese Software „online" (während der Fahrt) eingespielt wurde aber möglich wäre es zumindest. Mir ist bekannt das verschiedene Hersteller ständig Online-Verbindung zu ihren Fahrzeugen haben. Ob VW dazu gehört weiß ich allerdings nicht. Als der Leistungsverlust eintrat hatte ich das Gefühl es war als wäre ein Schalter umgelegt worden. Von einem Moment zum anderen hatte ich das Fahrverhalten geändert. Falls die Software nicht online geändert wurde kann es nur die Vertragswerkstatt gemacht haben.

Mir liegt eine Prüfvorschrift von VW über die Prüfung der Kompression der Zylinder vor. Diese habe ich von der freien Werkstatt erhalten. Dort ist beschrieben das der zulässige Unterschied der Kompression vom stärksten zum schwächsten Zylinder maximal 3 Bar betragen darf. Bei meinem Fahrzeug sind es bereits 3,4 Bar. Außerdem nähert sich der schwächste Zylinder der Verschließgrenze welche mit 7 Bar angegeben ist. Aktuell hat er 8,3 Bar.

Beide oben festgestellten Dinge sind meines Erachtens in der Lage den beobachteten Leistungsverlust zur erklären.

Das Fahrzeug hat aktuell eine Laufleistung von 60.100km.

Bei der Fahrzeugrückgabe nach erfolgter Inspektion riet mir der dortige KFZ-Meister mir einen Anwalt zu suchen. Seiner Meinung nach ist es sehr wahrscheinlich das der Motor innerhalb der nächsten Monate völlig defekt sein wird. Ähnliche Fälle hatte er schon gehabt. Meistens wurde von VW nach Einschaltung eines Anwalts ein Austauschmotor bereit gestellt.

Seiner Meinung nach würde es auch bereits Urteile in dieser oder ähnlichen Angelegenheiten geben wo von Gericht festgestellt wurde das es nicht dem „Stand der Technik" entspricht wenn ein Motor vor erreichen von 100000km Laufleistung einen solchen Defekt erhält. Als Folge davon musste Volkswagen dann einen Austauschmotor einbauen. Ich habe jedoch nichts dergleichen bei meiner Internetrecherche gefunden. Aber meine Suchmöglichkeiten sind natürlich begrenzt.

Bei diesem Fehler handelt es sich (nach meiner Internetrecherche) um ein weiteres bekanntes Problem dieser Serie von Volkswagen TSI Motoren. Neben dem Problem mit der Steuerkette, welches bisher bei mir allerdings nicht aufgetreten ist, kommt dieser Fehler mit der Kompression scheinbar jedoch nicht so häufig vor.

Meine Fragen sind nun:
* Ist es sinnvoll mit diesem Fehler auf VW zuzugehen und auf Basis der Kulanz um einen Austauschmotor zu bitten? Dabei bitte beachten das VW meine Unzufriedenheit mit dem Fahrzeug bereits kennt. Falls ja, möchten Sie diesen Fall übernehmen?
* Hätte mich der Vertragshändler auf die bekannten Probleme mit den TSI Motoren hinweisen müssen? Und falls ja, kann man aus dem Umstand das er es nicht getan hat den Kaufvertrag ggf. anfechten? Arglistige Täuschung?
* Verlängert der im Juni 2014 eingebaute neue Turbolader die Gewährleistung des gesamten Fahrzeugs?
* Kann die Aussage des Vertragshändlers vom Juli 2015 „keine Fehlfunktion feststellbar" irgendwie genutzt werden da der Fehler der Zylinderkompression ja möglicherweise zu dem Zeitpunkt bereits vorhanden war.

Mit dem Leistungsverlust kann ich inzwischen leben. Daran gewöhnt man sich. Aber die Tatsache das der Motor in nicht allzu ferner Zukunft den Betrieb ganz einstellen könnte und mir eine Reparatur von mehreren 1000 Euro droht das kann ich nicht verstehen.

In der Hoffnung das es für meinen Fall noch Hilfe gibt bedanke ich mich im Voraus für Ihre mühen und verbleibe…

Mit freundlichen Grüßen

04.06.2015 | 13:23

Antwort

von


(94)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Beantwortung Ihrer Fragen hängt von zahlreichen Faktoren ab.
Erlauben Sie mir zunächst einige Fragen:


1. Wann hat der VW-Händler den Wagen nach Abschluss des Kaufvertrages an Sie übergeben?

2. Haben Sie den Wagen als Privatperson, also für private Zwecke erworben?

3. Wie alt ist das Fahrzeug? Bitte nennen Sie das Datum der Erstzulassung.

4. Wurde zugleich eine Garantie abgeschlossen? Falls Unterlagen hierzu vorliegen,
übersenden Sie mir diese bitte per E-Mail.

5. Wurde die Gewährleistung wirksam auf 1 Jahr verkürzt? Liegt Ihnen ein schriftlicher
Kaufvertrag vor? Verwendet der Händler AGB, die Ihnen ausgehändigt wurden?
Falls ja, übersenden Sie mir diese Unterlagen bitte per E-Mail an folgende Adresse:


kanzlei@ralindner.de

Damit ermöglichen Sie mir eine exakte Prüfung der Vereinbarungen zwischen dem
VW-Händler und Ihnen. Ich kann Ihnen dann auch mitteilen, ob Sie noch Ansprüche
auf Mängelgewährleistung gegenüber dem Händler haben.

6. Wie lange war der Wagen im Zuge der Nachbesserungsarbeiten (Juni und Juli) in der
Werkstatt?
7. Erreicht der Wagen die vereinbarte Höchstgeschwindigkeit?


Nach Beantwortung der Fragen antworte ich Ihnen im Rahmen der Nachfrage bzw. per E-Mail.

Vielen Dank! Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feiertag.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner


Rückfrage vom Fragesteller 05.06.2015 | 12:46

Sehr geehrte Frau Lindner,

gerne beantworte ich Ihre Fragen.

Ich habe das Fahrzeug als Privatmann gekauft. Den Kaufvertrag habe ich am 16.05.2014 unterschrieben. Die Übergabe des Fahrzeugs war am 23.05. Die Erstzulassung war am 27.05.2010.

Ob AGB wirksam im Vertrag eingebunden sind weiß ich nicht. Mir liegen keine AGB vor. Ich bin relativ sicher das ich keine bekommen habe. 100% genau daran erinnern kann ich mich aber nicht mehr. Ich habe allerdings auch kein Formular mit Unterschrift. Unterschriften hat nur das Autohaus. Ob auf deren Ausfertigung noch mehr steht weiß ich nicht.

Bei dem Vorgang wurde auch eine Garantie abgeschlossen. Diese ist inzwischen abgelaufen. Die Laufzeit war 12 Monate. Ein genaues Ablaufdatum steht nicht auf der Garantievereinbarung. Die genaue Formulierung lautet "12 Monate ab Datum Verkauf/Garantieübernahme, frühestens ab Auslauf der Hersteller-/Werksgarantie".

Ich habe die Garantie damals als "nette Zugabe" interpretiert. Inzwischen bin ich mir sicher das sich das Autohaus damit vor der Gewährleistung schützen wollte weil die Probleme mit diesem Motor ja bekannt sind. Allerdings verstehe ich den Sinn der Garantie nicht. Weil (so vermute ich) sämtliche Schäden für die diese Garantie aufkommen würde ja bereits durch die Gewährleistung abgedeckt sind.

Jeder der beiden Werkstattaufenthalte des Fahrzeugs sollte genau einen Tag brauchen. Ich bin sicher die insgesamt zwei Tage hätten auch ausgereicht. Tatsächlich war das Auto länger in der Werkstatt weil ich das Fahrzeug einmal vor beginn einer dreitägigen Dienstreise abgegeben und danach wieder abgeholt habe.

Ob das Fahrzeug die angegebene Höchstgeschwindigkeit erreicht habe ich noch nie versucht.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.06.2015 | 13:18

Sehr geehrter Herr Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Ergänzungen.

da ich den von Ihnen abgeschlossenen Kaufvertrag nicht kenne, kann ich Ihnen nur Grundsätzliches aufzeigen.

Ihren Sachverhaltsangaben nach hat der Wagen Leistungsdefizite und auch die Kompression der Zylinder ist mangelhaft. Damit liegen Sachmängel im Sinne von § 434 BGB: Sachmangel vor.

Sie haben daher einen Nacherfüllungsanspruch gegen den Verkäufer, vgl. § 437 BGB: Rechte des Käufers bei Mängeln , § 439 BGB: Nacherfüllung . Nach diesen Vorschriften hat ein Käufer einen solchen Anspruch, wenn die gekaufte Sache bei Gefahrübergang mangelhaft war, vgl. § 446 BGB: Gefahr- und Lastenübergang . Gefahrübergang bedeutet, dass der Wagen mangelhaft gewesen sein muss, als der Verkäufer den Wagen an Sie übergeben hat.

Da Sie den Wagen für private Zwecke von einem Autohändler gekauft haben, handelt es sich um einen Gebrauchsgüterkauf. Zeigt sich innerhalb der ersten 6 Monate ab Gefahrübergang ein Mangel, dann vermutet das Gesetz, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, vgl. § 476 BGB: Abweichende Vereinbarungen . Sie haben den Autohändler bereits im Juni und Juli 2014 über die Probleme mit der Leistung informiert, daher wird hinsichtlich dieser Problematik vermutet, dass die Mängel bei Gefahrübergang vorlagen. Der Verkäufer hat daher die Reparatur vorgenommen und Ihnen diese nicht in Rechnung gestellt.

Hinsichtlich der jetzt neueren Mängel (Kompression der Zylinder), die sich erst dieses Jahr beim Kundendienst gezeigt haben, können Sie sich nicht mehr auf die Beweislastumkehr berufen. Anders wäre dies, wenn die Zylinderproblematik mit dem Leistungsabfall in Verbindung stünde. Dies kann ein Fachmann sicherlich beurteilen.
Ob Sie allerdings noch Mängelgewährleistungsrechte gegenüber dem VW Vertragshändler geltend machen können, hängt von den vertraglichen Vereinbarungen zwischen dem Händler und Ihnen ab.

Der Händler als Unternehmer kann Ihnen gegenüber die Gewährleistung nicht komplett ausschließen. Er kann jedoch die Verjährung der Mängelgewährleistungsrechte auf ein Jahr verkürzen, vgl. § 475 BGB: Anwendbare Vorschriften .
Grundsätzlich verjähren die Ansprüche auf Mängelgewährleistung nach 2 Jahren, vgl. § 438 BGB: Verjährung der Mängelansprüche . Nur durch eine wirksame Verkürzung im Kaufvertrag oder in AGB wäre eine Reduzierung auf 1 Jahr möglich. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, kann ich ohne Einblick in den Kaufvertrag nicht beurteilen.

Bei Regelungen in AGB besteht allerdings immer die Gefahr, dass diese unwirksam sein können, weil sie den Vertragspartner unangemessen benachteiligen, überraschend oder unklar sind. Der BGH hat erst kürzlich entschieden, dass die Gebrauchtwagen-Verkaufsbedingungen des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e. V. (ZDK) bezüglich Verkürzung der Verjährung unwirksam sind, da der Käufer nicht klar erkennen kann, welche Rechte ihm zustehen. (BGH- Urteil vom 29. Mai 2013 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20174/12" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 29.05.2013 - VIII ZR 174/12: Abkürzung der gesetzlichen Verjährungsfrist im Gebrauchtwagen...">VIII ZR 174/12</a>).
Wenn Ihr VW-Händler diese AGB verwendet hat, was durchaus möglich ist, wäre die Klausel zur Verkürzung Mängelgewährleistung unwirksam ist, so dass das Gesetz gilt. Für Sie würde das bedeutend, dass eine zweijährige Verjährungsfrist gilt und Ihnen daher noch Mängelrechte zustehen. Ebenso würde es sich verhalten, wenn der VW-Händler nicht nachweisen könnte, dass Sie überhaupt AGB erhalten haben oder er die Gewährleistung auf 1 Jahr reduziert hat.

Die Verjährungsfrist kann sich sogar auf 3 Jahre ausdehnen, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen hat, vgl. § 438 BGB: Verjährung der Mängelansprüche . Eine arglistige Täuschung müssten allerdings Sie als Käufer nachweisen, was kein leichtes Unterfangen ist.

Dadurch, dass Sie den Wagen bereits zur Nachbesserung in der Werkstatt des Händlers hatten, wurde die Verjährung gehemmt, vgl. § 203 BGB: Hemmung der Verjährung bei Verhandlungen . Dies bedeutet für Sie, dass Ihnen selbst bei einer wirksamen Verkürzung der Verjährung noch Mängelrechte zustehen. Es ist daher erforderlich, dass Sie umgehend den VW-Händler aufsuchen und diesen darauf hinweisen, dass diese Leistungsproblematik noch besteht und er nachbessern soll. Lassen Sie sich dabei unbedingt von einer Person begleiten, die Ihr Nacherfüllungsverlangen gegenüber dem Verkäufer im Streitfall beweisen kann.

Die Hemmung der Verjährung bezieht sich jedoch nur auf den Leistungsabfall und den Turbolader. Hinsichtlich des Leistungsabfalles und des Turboladers könnte auch die Verjährung neu begonnen haben, wenn der VW-Händler Ihren Anspruch anerkannt hat. Dazu liefern Ihre Ausführungen zu wenig Anhaltspunkte. Dazu kann ich Ihnen daher keine abschließende Auskunft geben. Ein Anerkenntnis liegt nicht vor, wenn der Verkäufer nur aufgrund von Kulanz repariert.

Hinsichtlich der Kompressionsproblematik ist die Verjährung nicht gehemmt. Anders wäre es nur dann, wenn die Problematik mit den Zylindern mit dem Leistungsabfall in Verbindung steht. Ob dies möglich ist, kann nur ein Fachmann beurteilen.
Dennoch ist es gut möglich, dass in Ihrem Fall eine Verjährung von 2 Jahren gilt, da der Händler die Haftung vermutlich nicht wirksam ausgeschlossen hat, siehe meine Ausführungen oben. Suchen Sie daher in jedem Fall umgehend den Händler auf und weisen Sie auf alle bestehenden Probleme hin.

Sinnvoll wäre es, wenn Ihnen die zuletzt aufgesuchte Werkstatt die Problematik mit der Kompression bestätigt und auch auf einen Motorschaden in absehbarer Zeit hinweist.
Die Problematik mit den Zylindern ist bei den TSI-Motoren meines Wissens bereits bekannt.
Gegen VW selbst haben Sie keine Ansprüche, da der Händler Ihr Vertragspartner ist. Daher hat VW Sie bei Ihrer Anfrage auch auf den Händler verwiesen.

VW ist sich der Probleme mit den TSI-Motoren bewusst und bietet diverse Kulanzregelungen. Bei einem Auto mit bis zu 3 Jahren und unter 100.000km werden die vollen Kosten übernommen. Bei Autos mit bis zu 6 Jahren und unter 200.000 km gewährt VW anteilige Kulanz.

Wenn Sie den Händler aufsuchen, weisen Sie auf diese Problematik hin und auch darauf, dass die Zylinderprobleme erste Anzeichen eines Motorschadens sein können. Bitten Sie um einen Austauschmotor. Kommt der Händler dem Verlangen nicht nach, lassen Sie dennoch den Schaden beheben, denn dadurch kann die Verjährung gehemmt werden oder neu beginnen, je nachdem ob der Händler den Mangel anerkennt oder nicht.
Weisen Sie den Händler zudem auf die TSI-Problematik und Kulanzregelung von VW hin. Sollte der dann noch nicht reagieren, wenden Sie sich direkt an VW. Gerne kann ich das auch für Sie übernehmen.

Sie haben in Bezug auf das Nacherfüllungsverlangen noch eine weitere Möglichkeit:
Wenn der Verkäufer den Mangel nicht beseitigen kann, können sie nach dem erfolglosen zweiten Versuch vom Kaufvertrag zurücktreten. Dann geben Sie den Wagen zurück und erhalten den Kaufpreis abzüglich eines von Ihnen zu leistenden Wertersatzes. Sie müssen sich die Gebrauchsvorteile anrechnen lassen, die sich aus der Nutzung des Wagens ergeben. Wie hoch der Wertersatz ausfällt, richtet sich insbesondere nach den gefahrenen km und der Dauer der Nutzung.

Zu Ihrer Frage mit der Garantie:
Garantie und Gewährleistung sind voneinander zu trennen. Gewährleistungsrechte haben Sie gegenüber Ihrem Vertragspartner, in Ihrem Fall gegenüber dem VW-Händler.
Bei den Garantien richtet es sich danach, wer die Garantie gibt, entweder der Verkäufer, der Hersteller oder auch eine Versicherung. Garantie bedeutet, dass der Garantiegeber verschuldensunabhängig für einen Mangel einsteht. Im Gewährleistungsbereich müssen Sie nach Ablauf der 6 Monate nachweisen, dass der Mangel aus der Sphäre des Verkäufers stammt, d.h. vor Gefahrübergang vorlag. Bei der Garantie ist dies nicht erforderlich. Tritt ein entsprechender Mangel auf, tritt der Garantiegeber ein.

Bei weiteren Fragen schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an

kanzlei@ralindner.de

Auch weitere Nachfragen sind für Sie kostenlos.

Wichtig ist für Sie, dass Sie prompt handeln, um Ihre Ansprüche zu sichern.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner

ANTWORT VON

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Alte Poststraße 22 A
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Tel: 0851-96693915
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