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Motorradverkauf/-tausch, nachfolgende Defekte


22.11.2005 19:49 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo!

Ich habe im Dezember letzten Jahres ein Motorrad verkauft und im Gegenzug ein Motorrad des Käufers in Zahlung genommen (mit Wertausgleich). Bei meinem Motorrad handelte es sich um ein "Bastelfahrzeug" (12 Jahre alt, ca. 75.000 km, das nach einer Totalzerlegung (wegen Reinigung, Lackierung etc.) gerade wieder frisch zusammen gebaut war. Der Käufer machte damit eine fast einstündige Probefahrt, bei der er als einziges Manko ein Klappern aus einem Zylinder hörte. Da er ohnehin gleich nach dem Kauf eine Inspektion machen lassen wollte, vereinbarten wir, daß er das dort gleich mit kontrollieren läßt. Da wir wir über 400 km entfernt wohnten, kaufte ich hingegen sein Motorrad (3 Jahre alt, 30.000 km), ohne es vorher gesehen zu haben. Er sagte mir zu, daß es frisch aus der Inspektion kommt und außerdem sturzfrei ist. Durch Zufall fand ich heraus, daß das Motorrad aber schon einen Sturz gehabt hatte, was er auf Nachfrage dann auch einräumte. Dennoch habe ich dann mit ihm das Motorrad getauscht (ohne Kaufvertrag, nur per Handschlag).
Bei der Inspektion stellte er dann fest, daß ein Kolben verdreht montiert war (Ursache des Klapperns). Dieses wurde behoben, des weiteren noch ein (angeblich) undichtes Federbein. Dann fuhr er wieder 4-500 km damit, bis er sich meldete, daß er einen Motorschaden hat (Stehbolzen herausgerissen). Dies ist ein typischer Schaden, wenn man nach der Demontage des Kolbens den Zylinder zu fest anschraubt. Nachdem er das reparieren ließ, meldete er auf einmal Probleme mit der Kupplung und ein paar Monate später mit dem Vergaser und dem Getriebe und wurde in der Email an mich so beleidigend, daß ich vorzog, micht darauf zu antworten. Nachdem ich dann fast 3 Monate lang nichts mehr von ihm gehört hatte, kam auf einmal ein Schreiben von seinem Rechtsanwalt, in dem er sämtliche angefallenen Reparaturkosten und noch eine Pauschale für zukünftige Schäden forderte (2500+500 Eur), um dafür im Gegenzug auf zukünftige Forderungen zu verzichten. Von diesen Rechnungen oder gar Schadensersatzzahlungen war bis zu diesem Zeitpunkt nie die Rede gewesen.
Nachdem ich auch einen Rechtsanwalt eingeschaltet hatte, wurde die Forderung zunächst auf 2000 Eur und letztlich auf 1500 Eur reduziert. Selbst das ist mir aber viel zu hoch, schließlich lief das Motorrad zwischendurch immer wieder, und auch die ausgiebige Probefahrt zeigte keine ernsten Probleme. Die Kosten der Kolbenmontage sind ungefähr so hoch wie die an Defekten, die beim Kauf an seinem Motorrad vorhanden waren.
Daher stellt sich nun die Frage: dem Vergleich zustimmen oder besteht eine berechtige Aussicht auf eine Rückweisung/Minderung der Forderungen?
22.11.2005 | 20:37

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich sogleich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben summarisch beantworten möchte.

Generell müssen Sie natürlich für Mängel einstehen, die das Motorrad bereits im Zeitpunkt des Gefahrüberganges (=Übergabe) hatte. Für später auftretende Mängel hingegen nicht. Davon abzugrenzen sind zudem Verschleißerscheinungen, die keinen Mangel darstellen. Typischer Weise handelt es sich beim Getriebe und bei der Kupplung um solche Verschleißteile, für die Sie nicht einzustehen haben. Es ist nun per Ferndiagnose schwierig, genau zu erkennen, welche Probleme wann auftraten und von wem beseitigt wurden. Wenn beispielsweise das zu feste Andrehen des Kolbens von Ihnen verursacht wurde, müssten Sie natürlich für den Motorschaden einstehen. Sie sollten diesbezüglich noch mal Rücksprache mit Ihrem Anwalt halten, der offenkundig mit dem Fall besser vertraut ist.

Ich sehe grds. keine Veranlassung, zunächst den Zukunftszuschlag zu zahlen. Obendrein sollten Sie sich auf den Standpunkt stellen, dass auch sein Motorrad mängelbehaftet war (Sturz=Wertminderung) und dies mit in einen Vergleich einstellen. Zwar wussten Sie dies ggf. bereits bei Übergabe, was die Gegenseite aber auch nachweisen müsste. Von daher meine ich, dass gute Aussichten auf eine Zurückweisung der Forderungen besteht, was allerdings von den konkreten Mängeln und dem Zeitpunkt des Entstehens abhängt. Dies sollten Sie aufgrund Ihrer Fachkunde entscheiden. Am Rande: Der Verkauf als Bastelfahrzeug ändert an Ihrer grundsätzlichen Einstandspflicht für Mängel (s.o.) nichts.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine hilfreiche, erste Orientierung gegeben zu haben. Sollten noch Verständnisprobleme bestehen, nutzen Sie doch gerne die kostenlose Nachfragemöglichkeit. Gerne stehe ich auch für die weitere Vertretung zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich dazu einfach über den untenstehenden link!

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-


Burgwedel, den 22.11.05
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Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 24.11.2005 | 11:23

Hallo!

Besten Dank schon mal für die schnelle Antwort! Wenn ich Sie richtig verstanden habe, läuft es darauf hinaus, die Summe der beim Kauf vorhandenen Mängel gegenzurechnen und nur diese in die Kalkulation einzubeziehen. Nachfolgende Mängel (nach Winterbetrieb, mehreren Monaten und einige tausend Kilometer später aufgetreten) dürfen nicht berücksichtigt werden, da sie zum normalen Verschleiß eines Gebrauchtfahrzeugs gehören (insbesondere wenn schon kurz nach dem Kauf am Motorrad von der Gegenseite herumgeschraubt wurde)...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2005 | 11:59

Sehr geehrter Fragesteller,

genau so ist es! Bitte prüfen Sie daher genau, welcher Mangel wann aufgetreten ist und ob es sich nicht ggf. nur um Verschleissteile handelt.

Hochachtungsvoll

RA Hellmann

ANTWORT VON

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