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Motoleistungsangabe nach Chiptunig - wieviel Abweichung ist erlaubt?

| 24.09.2014 20:02 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Hallo,
folgender Sachverhalt:

Ich hab mir vor ca 1 Jahr ein gebrauchten Toyota- Geländewagen gekauft. Damals hab ich mir schon bei der Probefahrt gedacht, dass der Motor etwas mehr Leistung haben sollte.( Leistungsangabe:171 PS) Hab den Wagen aber trotzdem gekauft.

Darauf hin bin ich zu einer Toyota-Werkstatt und wollt die Meinung eines Fachmanns einholen... nach der Probefahrt, der Werkstatt-Meister: "da ist alles voll in Ordnung"... ok.

Ich hab dann im Internet ein anderen Toyotahändler gefunden, der meinem Fahrzeug eine Leistungssteigerung durch Chiptunig verpasst. Ich hab eigentlich nur positive Sachen für das verhältnismässig teure Zusatzsteuergerät gelesen/ gehört.
Die Motorleistung soll von Serie 171 PS auf ca 205 PS steigen.
So bin ich dann zu diesem Toyotahändler und hab ihn zuvor mit dem 171 PS Serienmotor probefahren lassen. Auch er meinte, dass die Motorleistung voll ok sei.
Mir war es aber zu wenig und hab den Motor durch das Zusatzsteuergerät tunen lassen.
Nach dem einbau und der zweiten Probefahrt durch die Werkstatt-Chef wurde mir bestätigt dass mein Fahrzeug nun über 200 PS hat.
Und tatsächlich hatte der Motor mehr Leistung als vorher.
Ich war aber immernoch nicht zu frieden...

Also hab ich auf einem Leistungsprüfstand des ADAC die Motorleistung messen lassen.
Es sind 152 PS!!!! also nicht mal die Leistung die der Serien-Motor haben sollte.

Hab dem Motor danach nochmals in einer freien Werkstatt überprüfen lassen, und dort wurde kein wesentlicher Fehler festgestellt.

Ich war heute nochmals beim Tuner, und er behauptete nach der Probefahrt immernoch das mit meinem Wagen alles in Ordnung ist.
Den Ausdruck des Leistungsprüfstand wurde eigentlich mehr oder weniger ignoriert...

Muss ich jetzt mit den 152 PS "leben", oder kann ich irgendwie die fehlenden 50 PS einfordern?




Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach Ihren Angaben ist davon auszugehen, dass die Motorleistung des Wagens bereits beim Kauf die Leistung eines Serienmotors unterschritt. Darüber hinaus hat der Verkäufer die Motorleistung mit 171 PS angegeben.

Da die Angabe 171 PS bereits beim Kauf nicht der Wirklichkeit entsprach, liegt hier ein Sachmangel vor. Grundsätzlich müssen Sie in einem solchen Fall dem Verkäufer den Mangel aufzeigen und diesen auffordern in angemessener Zeit den Mangel zu beheben. Beseitigt der Verkäufer im Rahmen der von Ihnen gesetzten Frist den Mangel nicht, oder lehnt er eine Mängelbeseitigung ab, so können Sie entweder den Kaufpreis durch Erklärung gegenüber dem Verkäufer reduzieren oder vom Kaufvertrag zurücktreten. Sollten Sie den Rücktritt erklären, müssen Sie den Wagen dem Verkäufer zurückgeben. Dieser hat Ihnen dann den gezahlten Kaufpreis zu erstatten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 24.09.2014 | 21:31

Erst mal vielen Dank für Ihre Antwort.

Nun aber folgendes:
Es ist fast ein Jahr her als ich das Fahrzeug privat gekauft hab, und bin fast 30tkm damit gefahren.
Da wird es doch kaum eine Chance geben, Geld von Verkäufer zurückerstattet zu bekommen?!?!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.09.2014 | 15:21

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Der Umstand, dass Sie den Wagen gebraucht haben ist für den Rücktritt insoweit irrelevant, als Sie trotzdem vom Vertrag zurücktreten können. Allerdings müssen Sie nach der ständigen Rechtsprechung des BGH dem Verkäufer einen Ausgleich für Ihre Nutzung zahlen (BGH, Urteil vom 16.09.2009, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20243/08" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 16.09.2009 - VIII ZR 243/08: Nutzungswertersatz beim Rücktritt vom Autokaufvertrag">VIII ZR 243/08</a>). Wie hoch dieser Ausgleich sein kann, muss jedoch ein Sachverständiger beurteilen. Ihre Ansprüche dürften auch nicht verjährt sein (die regelmäßige Verjährungsfrist ist 3 Jahre ab dem Ende des Jahres in dem Sie vom Mangel Kenntnis erlangt haben).

Darüber hinaus bietet sich für Sie die Möglichkeit an, den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten (§ 123 BGB: Anfechtbarkeit wegen Täuschung oder Drohung ). In Ihrem Fall wiegt sehr wahrscheinlich eine Täuschung durch Verschweigen der tatsächlichen Motorleistung vor. Der Verkäufer hat Sie nämlich über besonders wichtige Umstände ungefragt zu informieren. Beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist die richtige Angabe der Motorleistung ein solcher wichtiger Umstand, der die Kaufentscheidung erheblich beeinflussen kann. Noch schwerer liegt der Verstoß, wenn Sie explizit nach der Motorleistung gefragt haben und der Verkäufer Sie bewusst irregeführt hat.

Mein Vorschlag an Sie ist d.h. folgender:

Fordern Sie den Verkäufer zur Nacherfüllung im Wege der Reparatur auf. Setzen Sie Ihm dazu eine angemessene Frist (1 Monat ab Zugang Ihrer Erklärung beim Verkäufer dürfte ausreichen). Sollte der Verkäufer die Frist erfolglos verstreichen lassen, erklären Sie den Rücktritt von Kaufvertrag (dies am besten schriftlich) und bieten Sie den Wagen Zug um Zug gegen Rückzahlung des Kaufpreises an. Vorsichtshalber erklären Sie im gleichen Schreiben auch die Anfechtung des Kaufvertrages.

Ich hoffe Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Boris Jovtschev
Rechrtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.09.2014 | 08:52

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