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Morddrohung: SMS und Mail als Beweismittel?


14.03.2006 18:57 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo!
Letztes Jahr war ich mit einer verheirarteten Frau zusammen.
Diese hatte ihren Mann verlassen und mußte aber leider ihre Kinder dabei zurück lassen.
Ihr Mann hatte diese total gegen sie und mich aufgebracht.
Er schrieb oft SMS und belästigte uns.
Außerdem setzte er sie vermehrt unter Druck (psychisch und physisch).
So entzog er ihr so oft das ging die Kinder.
In einer dieser Phasen, Mitte Juni 2005, brachte er sie wieder dazu total am Boden zerstört zu sein.
Sie kam in Tränen aufgelöst bei mir zuhause an, und ich schrieb ihm sofort eine SMS. "Ich bringe Dich um". Auf seine Frage wie ich das tun wolle, antwortete ich: "Dafür muß ich mir die Finger nicht dreckig machen."

6 Monate später hatte er meine Freundin endlich soweit. Er hatte sie so unter Druck gesetzt das sie mich verließ. Die Sehnsucht nach ihren Kindern hatte dazu sehr viel beigetragen. Er verlangte von ihr keinen Kontakt zu mir zu haben, und so ignorierte sie meine Versuche mit ihr Kontakt zu bekommen. In einer dabei geschriebenen Mail erzählte ich ihr: "Für Dich würde ich sterben. Würde er das auch. Diese Frage wird er sich balb stellen müssen."

Nun kann es sein, das er versuchen wird mich wegen Morddrohungen anzuzeigen.
Nun meine Frage:
Gelten elektronische Medien wie SMS und Mail als Beweismittel?
Was kann er mit einer Anzeige gegen mich erreichen?
Ist es überhaupt eine Morddrohung, zumindest die Mail könnte anders interpretiert werden?

Danke

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Grundsätzlich sind auch Inhalte von E-Mails uns SMS taugliche Beweismittel. (Sie könnten bestreiten, der Absender zu sein. Dies geht dann aber allein um die Frage, ob man Ihnen die Urheberschaft auch nachweisen kann.

II. Die Äußerungen (und zwar beide) stellen meiner Ansicht nach eine „Bedrohung“ iSd § 241 Abs. 1 StGB dar. Die Vorschrift lautet wie folgt:

StGB § 241 Bedrohung
(1) Wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende
Person gerichteten Verbrechens bedroht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr
oder mit Geldstrafe bestraft.

Im ersten Fall (SMS) habe Sie die Drohung (Totschlag) direkt ggü. dem Ehemann ausgesprochen, im zweiten Fall (E-Mail) einer ihm nahestehenden Person (Ehefrau). (Es kommt bei der Bedrohung nicht darauf an, dass Sie mit einem „Mord“ drohen müssen. Entscheidend ist, dass Sie mit einem Verbrechen gedroht haben.)

III. Wegen dieser „Drohungen“ kann ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eröffnet werden, dessen Ausgang derzeit nicht vorhergesagt werden kann. Eine Einstellung ist bei „Beziehungstaten“ möglich, aber keinesfalls sicher.

IV. Von weiteren Drohungen sollten Sie unbedingt Abstand nehmen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.03.2006 | 21:27

Vielen Dank für Ihre schnelle und umfassende Antwort.
Ich habe dennoch eine Frage:
Die erste Drohung (SMS) ist ca. 8 Monate her. Kann er da immer noch aktiv werden?
Darüber hinaus dürfte diese Drohung nicht mehr auf seinem Handy gespeichert sein, und gilt in meinen Augen nicht mehr als gültiges Beweismittel, da SMS-Nachrichten sehr wohl manipilierbar sind.
Die zweite indirekte Drohung (Mail) muß nicht als Drohung verstanden sein. Mit dem Satz "Ich würde für Dich sterben" habe ich gemeint sie ist mir es wert alles für sie zu geben.
"Ist er das auch" meint, ob er das genauso empfindet.
"Diese Frage wird er sich bald stellen müssen" bedeutet das er sich klar werden muß was sie ihm wirklich bedeutet.

So werde ich argumentieren wenn ich angeklagt werde.
Was meinen Sie dazu.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.03.2006 | 09:18

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

I. Die SMS-Nachricht könnte auch ausgedruckt worden sein. Prinzipiell muss man Ihnen aber die Urheberschaft nachweisen. (s.o.) Dies ist bei einem Handy (z.B. mit wechselnden Benutzern?!) nicht ohne Weiteres möglich.

II. Ihre Interpretation der zweiten Äußerung ist nicht unplausibel. Es wird schwer werden, Ihnen das Gegenteil zu beweisen.

III. Insgesamt stehen die Chancen gut, dass es zu einer Einstellung des Verfahrens kommen wird. (s.o.)

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

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