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Möglichkeiten zur Verteilung des Lohns


16.02.2018 11:39 |
Preis: 50,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Zusammenfassung: Fragen zum Verhältnis Praktikum und gewerbliche Tätigkeit


Guten Tag,
Ich habe seit 2 Jahren ein Kleingewerbe und mache nun währendessen noch ein Praktikum bei einem Unternehmen, um den praktischen Teil meiner Fachhochschulreife zu erlangen. Da es deshalb ein Vollzeit-Praktikum ist, verdiene ich mit meinem Kleingewerbe nur noch gelegentlich eher geringfügige Beträge. Aus dem Praktikum erhalte ich monatlich einen Lohn von 1440,00 €. Allerdings habe ich nun die Überlegung, 990,00 € des Lohns auf mein Kleingewerbe umzuverteilen, sodass ich einen Lohn von 450,00 € bei dem Unternehmen habe (mit einem dementsprechenden Vertrag mit passendem Stundenlohn). Das Unternehmen war vor dem Praktikum ein Kunde von mir und die Umsetzung wäre von deren Seite aus machbar, insbesondere da wir international über mehrere Firmen verfügen, sodass ich meine Rechnungen von einem anderen Unternehmen gezahlt bekommen könnte, wie meinen Lohn.
Hierzu die erste Frage: Ist das legal?
Sollte es das sein, interessieren mich drei Dinge:
1. Gilt für die Lohnsteuer und dem Freibetrag von 8352 € nur der Lohn aus dem Praktikum oder wird hier das Gesamteinkommen herangezogen, mitsamt Kleingewerbe?
2. Wie steht es in der sich daraus ergebenden Situation um die Sozialversicherungsbeiträge / die Sozialversicherung?
3. Gilt mein Praktikum mit dem Ziel des Erlangens der Fachhochschulreife als ein Pflichtpraktikum oder als ein freiwilliges Praktikum?

Vielen Dank.

Einsatz editiert am 19.02.2018 08:52:44

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ist das legal?

Nein, das Vorgehen wird nicht legal sein. Es muss eine Trennung zwischen Praktikum und der gewerblichen Tätigkeit erfolgen. Es könnte hier über Stunden oder Projekten/Tätigkeiten eine Trennung erfolgen und dargestellt werden, für was Sie wann welche Vergütung erhalten. Nach dem Sachverhalt handelt es sich um Vollzeitpraktikum, deren Absolvierung wohl Voraussetzung ist, um den Abschluss der Fachhochschulreife zu erreichen. Es sollte dann die gewerbliche Tätigkeit am Wochenende erfolgen bzw. in den Rechnungen dies als Leistungszeitpunkt genannt werden und vorsorglich für eine der anderen Firmen aus dem internationalen Verbund bzw. für Projekte einer anderen Firma.

1. Gilt für die Lohnsteuer und dem Freibetrag von 8352 € nur der Lohn aus dem Praktikum oder wird hier das Gesamteinkommen herangezogen, mitsamt Kleingewerbe?

Bei der Einkommenssteuererklärung des Kalenderjahres wird das gesamte Einkommen (Lohn Praktikum + Gewinn Kleingewerbe) herangezogen und der Freibetrag gilt in der Summe für beides. Bei der monatlichen Lohnsteuer wird das Gewerbe in der Regel unbeachtet bleiben.


2. Wie steht es in der sich daraus ergebenden Situation um die Sozialversicherungsbeiträge / die Sozialversicherung?

Sozialversicherungsbeiträge sind nur für das Entgelt aus dem Praktikum zu bezahlen. Allerdings besteht bei vorliegenden Sachverhalt die Möglichkeit der sogen. Scheinselbständigkeit und bei einer Prüfung durch die Rentenversicherung könnte im Nachgang die Sozialversicherungspflicht festgestellt werden und vom Auftraggeber eingefordert werden. Daher wie oben empfohlen, Die Tätigkeiten und Rechnungen für die anderen Firmen des Verbundes erstellen und wenn möglich an verschiedene, um verschiedene Auftraggeber zu haben. Dann ist das Problem minimiert.

3. Gilt mein Praktikum mit dem Ziel des Erlangens der Fachhochschulreife als ein Pflichtpraktikum oder als ein freiwilliges Praktikum?

Aufgrund dessen, dass das Praktikum Inhalt der Ausbildung ist, fällt dies unter § 22 Abs. 1 Ziff. 1 MiLoG („…ein Praktikum verpflichtend auf Grund einer schulrechtlichen Bestimmung, einer Ausbildungsordnung, einer hochschulrechtlichen Bestimmung oder im Rahmen einer Ausbildung an einer gesetzlich geregelten Berufsakademie leisten…") und ist ein Pflichtpraktikum. Der Arbeitgeber ist danach nicht an den Mindestlohn gebunden und die Herabsetzung des Gehaltes wäre kein Verstoß gegen den Mindestlohn und dahingehend legal.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.





Mit vorzüglicher Hochachtung


Simone Sperling
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Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familien- und Erbrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)


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