Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.393
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Möglichkeiten ein Testament gegen Erbschleicher abzusichern

| 24.10.2017 21:59 |
Preis: 60,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Zusammenfassung: Eine Absicherung des im Testament vorgesehenen Erben gegen eine Änderung des Testaments durch den Erblasser gibt es nicht. Anders wäre dies nur beim notariellen Erbvertrag. Ergänzend zur Testamentsurkunde kann bei Unklarheiten auch der sonstige Wille des Erblassers zur Auslegung herangezogen werden.

Herr und Frau X, beide über 90 Jahre, sind seit über 40 Jahren meine Nachbarn. Ich kümmere mich seit vielen Jahren als einziger um die beiden, da sie weder Kinder oder andere Angehörige, noch engere Bekannte haben. In den letzten Jahren hat sich die Betreuung ausgeweitet (tägliche Besorgungen, Krankenbesuche, Organisation der Pflege u.s.w.) da der geistige Abbau fortschritt.
Seit 3 Jahren ist ein gerichtlicher Betreuer bestellt, der aber nur z.B die Bankgeschäfte für sie regelt.
Nachdem sie mir als Dank für die langjährige Unterstützung immer wieder ihr Erbe in Aussicht gestellt hatten, setzten Herr und Frau X mich schließlich vor 2 Monaten in einem Testament als Alleinerben ein.

Nun verschlechterte sich der Zustand der Ehefrau weiter und sie kamen vor 2 Wochen zusammen in ein Pflegeheim. Frau X ist kaum noch ansprechbar und Herr X ist verwirrt, wirkt dement, kann sich nichts mehr merken (z.B. meinen Namen und seinen letzten Wohnort), kann aber noch an einfachen Gesprächen teilnehmen.

Ich habe vom Pflegepersonal des Heims erfahren, dass es nun überraschenderweise zu Besuchen beim Ehepaar X gekommen ist, obwohl sie früher außer meinen Besuchen keinerlei soziale Kontakte oder Freundschaften hatten. Meine Befürchtung ist nun, dass Erbschleicher oder entfernte Bekannte die Verwirrtheit von Herrn X ausnutzen wollen, um ihn zu einem neuen Testament zu ihren Gunsten zu drängen. Er ist verwirrt und wahrscheinlich an der Grenze zur Testierfähigkeit, aber freut sich immer so sehr über Besuch dass ihn andere Leute zu einem Testament überreden könnten.

Meine Fragen sind nun:
Wie kann ich das Testament absichern und mich vor Erbschleichern schützen?
Ist es möglich, zum jetzigen Zeitpunkt die Testierfähigkeit zu überprüfen?
Falls nicht: was müsste man tun um eine mögliche aktuelle Testierunfähigkeit später nachweisen zu können?
Wird bei einem potentiellen späteren gerichtlichen Erbstreit der geäußerte Wille des Erblassers ermittelt (z.B. Zeugenaussagen) und einbezogen?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrte Fragestellerin,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Absichern in dem Sinne, dass Sie eine Änderung des Testaments verhindern oder blockieren, können Sie sich nicht. Es herrscht in Deutschland Testierfreiheit. Dies bedeutet auch, dass der Erblasser sein Testament so oft ändern kann wie er möchte. Anders wäre dies bei einem notariellen Erbvertrag, an den der Erblasser prinzipiell auch gebunden ist. Bei einem Ehegattentestament kommen allerdings noch zusätzliche Hürden hinzu in der Weise, dass eine Änderung der Erbeinsetzung in aller Regel nur mit Zustimmung des zweiten Ehegatten möglich ist.Nach Ihrer Schilderung scheinen mir allerdings die Ehefrau sehr wahrscheinlich und der Ehemann zumindest überwiegend wahrscheinlich schon testierunfähig zu sein.

Eine Überprüfung der Testierfähigkeit wäre mit Zustimmung der Betroffenen ohne weiteres möglich. Dazu sollten diese sich bei einem Facharzt für Psychiatrie oder auch Neurologie vorstellen. Gegen den Willen der Eheleute haben Sie allerdings keinerlei Anrecht auf eine solche Überprüfung.

Eine späterer Nachweis der Testierunfähigkeit ist naturgemäß schwierig und mit Unsicherheiten behaftet. Solche Gutachten werden durchaus unterstellt, in aller Regel stützt sich der Gutachter auf vorliegende Befunde der betreffenden Person, darüber hinaus Zeugenaussagen, sowohl von medizinischem Personal als auch von sonstigen Kontaktpersonen. Es gilt hier der Grundsatz, dass Testierfähigkeit die Regel und Testierunfähigkeit die Ausnahme ist. Die Ausnahme wäre im Streitfall zu beweisen. Insofern kann man Ihnen nur eines raten: sichern Sie alle greifbaren Beweise so gut und vollständig wie möglich. Dies bedeutet in erster Linie, dass Sie Namen und Anschrift der behandelnden Ärzte notieren, weiterhin (natürlich auf legalem Wege) die vorliegenden Diagnosen herauszufinden versuchen und auch die Personalien des Pflegepersonals so weit als möglich sichern sollten. Weiterhin kann man den geistigen und körperlichen Zustand der betreffenden Personen protokollartig/tagebuchartig versuchen festzuhalten.

Der geäußerte Wille des Erblassers neben der Testamentsurkunde und außerhalb der Testamentsurkunde kann unter gewissen Umständen von Belang sein. Grundsätzlich zählt zunächst einmal der Inhalt des Testaments. Wenn dieser eindeutig und in sich schlüssig ist, dann dürften sich keine weiteren Fragen stellen. Wenn aber das Testament lückenhaft und auslegungsbedürftig ist, dann wird ergänzend zur Testamentsurkunde auch der ansonsten geäußerte Wille des Erblassers mit herangezogen. Dies ist aber immer lediglich eine untergeordnete Ergänzung. Vorrangig ist in jedem Fall das Testament selbst.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 25.10.2017 | 21:54

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die super schnelle, umfassende und hilfreiche Antwort.
Gerne wieder!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 25.10.2017 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63204 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle und informative Antwort. Hat mir sehr geholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr schnelle und kompetente Antworten! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
rasche und kompetente Beantwortung meiner Fragen. Genau das wollte ich. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER