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Mögliche Konsequenzen eines kleinen Ausrasters


| 12.06.2005 10:16 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich würde gerne die folgende Frage stellen:

Ich befand mich in einer Warteschlange am Schalter (Wechselstube), um per Money-Transfer Geld ins Ausland zu
schicken. Ein sehr guter Freund von mir war dort plötzlich erkrankt, benötigte also Hilfe und ich war entsprechend
unter Spannung, aufgewühlt und besorgt, daß ich noch rechtzeitig am Schalter zum Zuge komme: Der Schalterschluß
im Ausland stand nämlich unmittelbar bevor.

Zwei Damen vor mir haben sich durch immer neue Nachfragen schließlich so lange am Schalter aufgehalten, so daß
ich bezüglich der voranschreitenden Zeit immer ungehaltener und besorgter wurde. Zunächst habe ich wohl Dinge
hervorgestoßen wie "Verdammt, geht es hier irgendwann noch mal weiter, ich könnte jemanden umbringen"
Schließlich bin ich, um die Damen auf meinen Ärger und meine Ungeduld hinzuweisen, ein Stück vorgegangen und
habe aus ca. 0,75m Entfernung einen kleinen, in der Wechselstube ausliegenden Papierflyer auf sie geworfen. Obwohl
ich mich danach frustiert zum Gehen wenden wollte, haben mich dann den Damen beispringende Zeugen festgehalten
und die Polizei gerufen.

Dumm genug mein Verhalten und sicherlich nicht "gentleman-like", aber ich war wirklich im Stress und wegen der Zeit
ziemlich verzweifelt. Die Damen habe behaupten nun fälschlicherweise, ich hätte sie auf Sie losgehen wollen (war so wahr mir Gott helfe nie meine Absicht) und wollen außerdem das Wort Schlampe gehört haben (klingt aber vor allem rasch genuschelt offenbar so ähnlich wie mein "Verdammt").

Ich befürchte nun, daß mir im Zuge eines Ermittlungsverfahren folgende Dinge vorgeworfen werden könnten:

-Beleidigung (wenn die Ermittlungsbehörden der Version "Schlampe" statt "Verdammt" glauben?)
-Bedrohung (reicht dazu eine impulsive und völlig realitätsfremde Bemerkung in der Schlange, ich könnte jemanden
oder die umbringen, schon aus?)
-versuchte Körperverletzung (Die Damen behaupten, ich hätte sie angreifen wollen. Stimmt aber nicht: Ich hatte und
suchte keinen körperlichen Kontakt mit ihnen, und durch einen aus 0,75m geworfenen kleinen Papierflyer kann man ja
nun wirklich niemanden verletzen)

Zu meiner Person: Ich bin bisher nie im Leben mit dem Gesetz in Konflikt geraten, also nicht vorbestraft (auch keine
Strafe, die nur im BZR auftaucht), habe allerdings ungerechtfertigterweise 2002 einmal eine Anzeige wegen
Beleidigung erhalten, die dann aber auch eingestellt wurde.

Was habe ich nun nach Voraussicht und Erfahrung zu befürchten? Ich bin sehr nervös, erschreckt und unglücklich
und kann auch im Bezug auf die berufliche Zukunft nicht die allergeringste Verurteilung gebrauchen. Habe ich eine
reelle Chance, daß das Ganze nach §170 oder wenigstens § 153 wegen Geringfügigkeit eingestellt werden könnte?

Obwohl ich mir eigentlich sage, daß es so schlimm sicher nun auch nicht werden kann, sterbe ich im Augenblick fast
vor Sorge.

Mit besten Grüßen

Anthony18

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.


All zu große Sorgen sollten Sie sich nicht machen: Sie sind zwar - verständlicherweise - verärgert gewesen, daß es vor Ihnen nicht weiterging und haben dabei die Gesetze der Höflichkeit und des guten Tons einen Moment außer Acht gelassen. Strafrechtlich relevantes Verhalten vermag ich in Ihrer Schilderung jedoch nicht zu erkennen.

WennSie die alten Damen als "Schlampe" bezeichnet hätten, wäre das allerdings eine Beleidigung gewesen. Diese Aussage müsste man Ihnen allerdings zunächst nachweisen. Wenn beide Damen übereinstimmend aussagen, daß Sie dieses Wort gebraucht haben, sieht es aber nicht gut für Sie aus. Dann wäre es hilfreich, wenn Sie einen Zeugen hätten, der Ihre Version der Geschichte bestätigen würde.

Das Bewerfen mit einem Papierflyer wird den Tatbestand der Körperverletzung nicht erfüllen, auch ist der Vorwurf der Bedrohung abwegig, da dazu auch Vorsatz gehören würde. Sie werden, bei allem Ärger über die Entdeckung der Langsamkeit, aber sicher keinen Schädigungsvorwurf gehabt haben. Also wird man Ihnen auch keine Bedrohung nachweisen können.

Was bleibt ist der Tatbestand der Beleidigung wegen des Wortes "Schlampe", wenn man Ihnen das nachweisen kann. Dann wird das Verfahren aber aller Voraussicht nach mangels öffentlichem Interesse eingestellt werden, ggf. gegen eine geringe Geldbuße.

Sollte es wider Erwarten doch zu einer Anklage kommen, sollten Sie sich anwaltlich vertreten lassen. Daß es so weit kommen wird, ist aber nicht wahrscheinlich.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

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