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Möchte Handwerkerrechnung nicht anerkennen


25.12.2007 20:18 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Hallo,

hier eine kurze Beschriebung unseres Problems:
Wir haben Anfang des Jahres ein Haus gebaut und einen Putzer beauftragt unserer Haus zu verputzen. Die Arbeiten hat er im Mai durchgeführt und die Rechnung (Gipsputz und Spritzputz = 5.400 €) haben wir am 09.12.07 erhalten. Am 12.12.2007 haben wir folgende Antwort geschrieben, da wir die Rechnung so nicht anerkennen können:
---
Sehr geehrter Herr xxx,

hiermit sende ich Ihnen die Rechnung zur Entlastung zurück. Wir möchten Ihnen gerne mal die Sachlage von unserer Seite darstellen und eine kurze Erläuterung geben warum wir nicht bereit sind die Rechnung anzuerkennen.

1. Der Beginn der Arbeiten durch Sie erfolgte 8 Werktage später als abgesprochen und somit wurden die Arbeiten auch erst später abgeschlossen.

2. Der Wasserhydrant (410,00 €) wurde durch Ihre Mitarbeiter (keine weiteren Arbeiter auf der Baustelle) defekt hinterlassen und laut der Aussage Ihrer Mitarbeiter haben Sie auch eine Information darüber von Ihnen bekommen.

3. Die Wände wurden teilweise schief und nicht im rechten Winkel verputzt.
-> siehe Bilder

4. Ein Termin zum Nachputzen/Einputzen (Haustür, ..) konnte nur durch mehrfaches hinterherhaken durch uns zu Stande kommen und auch dieser Termin wurde durch Sie nicht eingehalten. Ferner musste Ihr Mitarbeiter aus Zeitgründen oder Materialmangel zweimal kommen, was zur Folge hatte, dass der Fliesenleger auch noch mal anfahren musste.

5. Der Dachboden (vor Kopf) wurde bis heute noch nicht verputzt. Die Tatsache habe ich zweimal telefonisch bei Ihnen angemerkt und Sie sagen, dass der „Nachputzer“ das mitmachen könnte.

6. Der Spritzputz unter der Decke wurde in allen Räumen in einem Arbeitsgang mit dem Schließen der Fugen durchgeführt, was zur Folge hat, dass jetzt alle Fugen sichtbar und eine dunkel Schattierung sichtbar sind. Ihre Mitarbeiter haben sich auch gewundert, warum die Schließung der Fugen nicht im Vorfeld passiert sei!

Ferner haben wir noch drei Anmerkungen zur Rechnung und Kommunikation.

1. Die Preise der Rechnung entsprechen nicht den besprochen
2. und im November 2007 fanden keine Arbeiten statt.
3. Wir haben kein Verständnis für Ihre Art der Kommunikation. Es wird von Ihrer Seite nicht auf mehrfache Anrufe und SMS Nachrichten reagiert.

Wir sind auf Grund der beschrieben Sachlage nicht bereit die Rechnung zu bezahlen, da wir durch den Ablauf viele Nerven und auch Geld (längere Mietzeit, Wasserhydrant, Fliesenleger, ...) gelassen haben.

Wir möchten Ihnen den Vorschlag machen, dass wir 2.800,00 € bezahlen. Damit sollten Ihre Einstandskosten gedeckt sein und wir könnten beide das Projekt abschließen, ohne weitere Auseinandersetzungen zu haben.
---
Darauf haben wir am 24.12.07 ein Antwortenschreiben von Ihm bekommen:
.. die von Ihnen gemachten Angaben entsprechen sämtlich nicht den Tatsachen ... und wir möchten bitte bis zum 31.12.07 zahlen, sonst will er am 02.01.2008 ein gerichtliches Mahnverfahren durch seinen Rechtsbeistand starten.

Wie ist eure Einschätzung der Lage und was können wir tun?

Oliver

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben und des Einsatzes wie folgt beantworte:

Zunächst ist maßgebend ob bereits eine Abnahme der Werkleistung erfolgt ist. Ist dies nicht geschehen, wäre soweit die vertragliche Regelung nichts anderes vorsieht (Abschlagszahlungen), die Zahlung nicht fällig. BGH, Az.: VII ZR 146/04

Insoweit sollten Sie den Putzer darüber informieren, das das Werk bislang nicht fertig gestellt ist und er erst nach Abnahme die Schlussrechung stellen kann.

Soweit Sie entsprechenden Schadensersatz geltend machen wollen, müssen Sie diesen im Falle eines Prozesses auch konkret nachweisen können. Hierbei reicht es nicht aus, dass Sie geltend machen, dass die Arbeiten z.B. erst 8 Tage später erbracht wurden, sondern hier müssen Sie einen konkreten Schaden nachweisen können, z.B. Mehrkosten, da der Fliesenleger seinen Termin verschieben musste und sich dadurch die Rechnung erhöht hat.

Sie sollten daher den Putzer auffordern, zunächst seine Werkleistung ordnungsgemäß zu erbringen. Soweit der Putzer entsprechend vorgetragene Mängel bestreitet, wäre es ratsam sich hier auf einen Sachverständigen (IHK) zu einigen.

Andernfalls müssten entsprechende Mängel in einem Beweissicherungsverfahren oder in einem Klageverfahren festgestellt werden, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Soweit eine Abnahme bereits erfolgt ist, wäre die Rechnung zu Zahlung fällig, gleichwohl haben Sie einen entsprechenden Nachbesserungsanspruch. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Kollegen mit der weiteren Vertretung beauftragen, damit insbesondere die Abarbeitunng der Mängel als auch die Schadensgeltendmachung formell ordnungsgemäß erfolgt.

Ich hoffe Ihnen einen ersten umfassenden Überblick verschafft zu haben.

Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom


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