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Möbelkauf


26.07.2007 22:45 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

hier mein Sachverhalt:

Wir haben eine Schrankwand (3200€) aus Massivholz bei einem großen Möbelhaus gekauft (03.03.2007). Wir haben 25% Aktionsrabatt und ca. 10% Sonderrabatt bekommen. Nach verspäteter Lieferung mussten wir feststellen das die gesamte Schrankwand mit optischen Fehlern und technischen Mängeln in erheblichen Masse behaftet war. Wir bekamen nach ca. einer Woche bescheid dass die gesamten Möbel kurzfristig ausgetauscht werden. Nach ca. 3 Wochen bekamen wir die Info, der Werkskundendienst kommt zur Kontrolle (ohne Information des Möbelhauses).Dieser konnte ebenfalls nur den Komplettaustausch feststellen. Nach diesem Termin rief uns das Möbelhaus ca. 2 Wochen später an und fragte ob der Werkskundendienst schon da war und machte Andeutungen von Problemen mit dem Hersteller. Wir riefen beim Werkskundendienst an, dieser sagte uns dann das die Herstellerfirma insolvent ist.
Wir telefonierten dann mit allen möglichen Geschäftsführen des Möbelhauses und bekamen alle möglichen Zusagen aber nichts schriftlich, bis auf eine E-Mail nach Androhung von Rechtsmitteln. (Das Möbelhaus will die Schrankwand abholen, den Termin nennen Sie noch und das einbezahlte Geld bekommen wir dann zurück.)
Nun unsere eigentliche Frage wir möchten nach langer Hinhaltetaktik folgende Aufwendungen geltend machen: Urlaubstag für den Tag der Montage, Renovierung der nun bearbeiteten Wand, Austausch des Teppichbodens durch bleibende Druckstellen durch Unterteile, Fahrkosten für Neukauf, Mehrpreis für gleichwertige Schrankwand, Einschränkung der Wohnqualität über Monate.
Wie ist die Rechtslage? Was dürfen wir geltend machen? Wie müssen wir jetzt vorgehen?


Wir danken im Voraus für Ihre Auskunft.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Das Möbelhaus holt die Schrankwand wieder ab und zahlt Ihnen das Geld zurück. Dies stellt einen einvernehmlichen Vertragsrücktritt dar. Daneben können Sie auch noch Schadensersatz geltend machen.

Wichtig ist jedoch, dass es sich um eine anerkennenswerte Schadenposition handelt.

Den Urlaubstag für die Montage werden Sie wohl nicht als Schaden geltend machen können.

Bezüglich der Renovierung für die bearbeitete Wand kommt es darauf an, ob Ihnen diese Renovierung noch nutzt oder ob Sie für eine neue Schrankwand, die Sie sich ja kaufen werden, wieder etwas verändern und neu bearbeiten müssen. Kostenträchtige erforderliche Änderungen können Sie als Schadensersatz geltend machen. Wenn Sie durch die Renovierung immer noch einen Nutzen haben un keine weiteren Kosten entstehen, dürfte Ihnen kein Anspruch zustehen.

Was den Teppichboden angeht könnte sich ein Ersatzanspruch ergeben, muss aber nicht. Sie wollen sich ja trotzdem eine neue Schrankwand kaufen, welche ggf. die Druckspuren im Teppichboden ohnehin verdecken. In diesem Fall würde Ihnen kein Nachteil entstehen. Nur bei einer bleibenden Beeinträchtigung können Sie Schadensersatz verlangen.

Ob Sie Fahrkosten für einen Neukauf geltend machen können ist immer ein strittiges Thema. Wenn überhaupt wären das ggf. die Benzinkosten, aber kein Ersatz für den Zeitaufwand. Die Kosten dürften in diesem Punkt, wenn überhaupt so gering ausfallen, dass es sich kaum lohnen wird, diese alleine überhaupt einzufordern, bzw. sich darüber zu streiten.

Einen Mehrpreis für eine gleichwertige Schrankwand wird Ihnen ebenfalls nicht zustehen. Es wird auch unmöglich sein zu ermitteln, sofern es sich nicht um besonders hochwertige oder Designerware handelt, ob eine Schrankwand wirklich gleichwertig ist. Im übrigen wird man bei einem durchschnittlichen Preis immer eine "gleichwertige" Schrankwand zu einem entsprechenden Preis finden. Darauf wird sich die Gegenseite berufen und im Zweifel auch damit "durchkommen".

Bezüglich der Einschränkung der Wohnqualität haben Sie nur in dem Fall einen Erstattungsanspruch, wenn die Wohnqualität nachhaltig und gravierend beeinträctigt war. Kann man dies nicht sagen, so erhalten Sie auch keinen Schadensersatz.

Insgesamt kann es also, zusammenfassend beschrieben, einige Probleme geben, wenn sie diese Ansprüche geltend machen wollen.

Es ist allerdings eine Sache, ob sie diese Ansprüche juristisch im Zweifel durchsetzen können. Eine vollkommen andere Sache ist es, diese Ansprüche insgesamt und in vollem Umfang geltend zu machen.

Ich würde Ihnen Raten trotzdem ALLE Ihre aufgezählten Kosten geltende zu machen. Auch wenn Sie ohnehin nicht auf alles einen Anspruch haben, so wird Ihnen die Gegenseite in der Regel, um einen möglichen Rechtstreit aus dem Wege zu gehen, schon rein kulanzmäßig, einen gewissen Betrag anbieten. Dies geschieht in den meisten Fällen der vorliegenden Art. Sie sollten jedoch bei der Berechnung der Kosten nicht zu hoch greifen, damit die Gegenseite auch noch einen Verhandlungsspielraum sieht.

Ein Rechtsstreit dürfte sich allerdings vorliegend für Sie nicht lohnen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2007 | 17:45

Sehr geehrter Herr Keller,

erst einmal vielen Dank für Ihre umfassende Ausführung.
Wir nehmen Ihren Rat dankend an und werden unsere Forderungen gegenüber dem Möbelhaus geltend machen.

Wir wären Ihnen dankbar wenn Sie uns einen Anhalt in Bezug auf die Höhe der einzelnen Forderungen geben könnten.

Was sollte das Schreiben beinhalten? ( Fristsetzung?, Androhung von Rechtsmitteln? )

Gibt es sonst noch wichtige Dinge die man beachten sollte?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.07.2007 | 20:42

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Da ich nicht weiß was Sie bisher aufgewendet haben und Sie auch sonst keine Kosten und Preise mitgeteilt haben, kann ich Ihnen keine Angaben zur Höhe Ihrer Forderungen machen. Diese müssen Sie letztlich selber aufstellen.

Als Tipp kann ich Ihnen sagen, dass eine Einigung in solchen Fällen bis zu einer Höhe von 100 - 150 € meistens möglich ist. Das hängt natürlich auch von der Gegenseite und der Höhe der Forderung ab.

Rechtsmittel sollten Sie erst in einem evtl. nachfolgenden Mahnschreiben androhen.

Zunächst sollten Sie höflich Ihre Forderungen geltend machen, unter Fristsetzung von 14 Tagen (exaktes Datum angeben).

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller

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