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Möbelfirma bringt nicht die Leistung nach Angebot


09.11.2007 18:55 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren,

Ende März zog ich von NRW nach BAWü. Eine Möbelfirma stellte mir ein Angebot über 3 Mann, Möbelfahrzeug und komplette Deinstallation der Möbel, Küchen und Lampen, sowie Wiederaufbau in der neuen Wohnung für 1475,- .
Ich gab der Fa. den Auftrag, es kamen aber nur 2 Mann, die auch kein Werkzeug dabei hatten. Ich mußte den Schlafzimmerschrank selbst ab- und Aufbauen, sowie die Lampen und die Küche installieren, was mich das ganze Wochenende gekostet hat.
Ich habe am darauffolgenden Tag per Email reklamiert und eine Kürzung von 40% angekündigt und um eine geänderte Rechnung gebeten. Es kam aber eine Rechnung von dem ursprünglichen Angebotsbetrag, auf meine Reklamation wurde nicht reagiert. (Lesebestatigung vorhanden).
Nun droht der Rechtsanwalt der Fa. mit Gerichtlichen Schritten und stellt seinerseits eine Rechnung.
Ich habe leider den Lieferschein der Fa. beim Umzug unterschrieben.
Wie soll ich reagieren, wie stehen meine Chancen vor Gericht?
Muß ich die gegnerischen Rechtsanwaltkosten tragen?

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße


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Sehr geehrter Fragesteller,

normalerweise ständen Ihre Chancen recht gut.

1. Sie hatten eine klare werkvertragliche Regelung (3 Mann, komplette Deinstallation und Verschaffung der Möbel), die so nicht eingehalten wurde, weswegen auch der Preis dafür so nicht gelten kann (sondern gemindert werden könnte).

2. Durch Unterzeichnen des Lieferscheins haben Sie Ihre Position aber deutlich geschwächt, da der Lieferschein von der Gegenseite als Nachweis herangezogen werden kann, dass Sie insgesamt mit der Leistung zufrieden waren bzw. alles "ordnungsgemäß" geliefert wurde. Dies kann als nachträgliche Vereinbarung zur Abänderung des ursprünglichen Vertrages gewertet werden.

3. Ihre Chancen sehe ich daher bei ca. 50%, soweit Sie Zeugen haben, die zumindest bestätigen können, dass die tatsächlich erbrachte Leistung nicht der vertraglich vereinbarten Leistung entsprach.

4. Soweit Sie sich wehren wollen, empfehle ich dringend die Beauftragung eines Anwalts vor Ort, der sich z.B. die konkreten Papiere/Verträge genau!! ansehen kann (Dort wird es z.B. AGB-Klauseln geben, welche die Rechtslage noch weiter ändern können).

5. Wenn es zu einem Rechtsstreit kommt und Sie verlieren, dann müssen Sie auch die Rechtsanwaltskosten des Gegners tragen. Wenn es nicht zu einem Rechtsstreit kommt (weil Sie sich z.B. einigen), kann man dies nicht so genau sagen; dies hängt z.B. davon ab, ob Sie schon in Verzug gesetzt wurden.

6. Mein Rat: Wägen Sie genau ab, ob die Angelegenheit Ihnen einen Rechtsstreit wert ist, denn darauf wird es hinauslaufen. Wenn ja, beauftragen Sie unbedingt einen Rechtsanwalt. Wenn nein, dann sollten Sie zahlen. M.E. wäre es ob der sehr riskanten Situation durchaus überlegenswert nachzugeben und zu zahlen. Denn selbst wenn Sie obsiegen, so müßten Sie dennoch wohl einen Großteil des ursprünglich vereinbarten Preises zahlen. Ihr "Gewinn" läge bei wenigen hundert Euro. Wenn Sie verlieren, müssen Sie neben! der vereinbarten Geldsumme auch die erheblichen Verfahrenskosten (Anwalts-, Gerichtskosten), die schnell den Streitwert übertreffen können, zahlen.

7. Sie sollten allerdings wegen der Schlechtleistung in jedem Fall eine Anzeige an die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) erwägen. Auch sollten Sie nochmals persönlich!! (zur Not per Telefon) mit Ihrem Auftragnehmer sprechen. Eine solche Vorgehensweise hat schon "Wunder" bewirkt, weil man sein Gegenüber deutlich stärker unter Druck setzt als mit einer E-Mail (die schnell im virtuellen Papierkorb abgelegt sein kann).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit einen ersten Eindruck vermitteln. Beachten Sie bitte, dass dieses Frageportal den Gang zum Rechtsanwalt nicht ersetzt, sondern allenfalls eine erste Tendenz aufzeigt. Bei weiteren Fragen oder Anliegen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Soweit aus dem Bereich www.frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich persönlich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Schneider
Rechtsanwalt
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