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Mobbing - was tun, wenn der Hausarzt nicht mehr krankschreibt?

29.08.2013 11:38 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Zusammenfassung: Mobbing am Arbeitsplatz - was kann man tun?

HALLO, bin seit 2 Wochen krank geschrieben. Bin zum Hausarzt gegangen da ich das mobbing am Arbeitsplatz nicht mehr ausgehalten habe. Kann nicht mehr schlafen, mir ist es nur noch schlecht, habe Angst auf Arbeit zu gehen, bin unruhig u.s.w meine ganze Familie leidet unter mir! Habe alles meiner Ärztin geschildert und sie hat aber bei der Untersuchung noch zu hohen Blutdruck festgestellt. Und nicht darauf krankgeschrieben. War jetzt 3mal dort und morgen das 4 te mal. Werde gar nicht mehr auf meinen Zustand angesprochen nur noch auf Blutdruck. Und am Montag hat sie gesagt werde nicht länger darauf krankgeschrieben. Weiss nicht wie ich morgen handeln soll bin nicht in der Lage zu ärgerten im Moment. Versuche seit 2 Wochen einen facharzttermin zu bekommen aber alle voll hetzt bemüht sich Krankenkasse darum. Würde mich sogar in eine tagesklinik einweisen lassen nur um Hilfe zu
bekommen. Oder soll ich meinen Hausarzt wechseln? Bitte un ihre Hilfe bin ratlos.,

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gern wie folgt beantworte:

In Deutschland wird unter Mobbing am Arbeitsplatz das „Schikanieren", „Diskriminieren" oder das systematische Anfeinden von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte verstanden. Mobbing ist gekennzeichnet durch ein wiederholtes feindliches, herabwürdigendes, einschüchterndes oder beleidigendes Verhalten, das bei den Opfern seelische und auch psychosomatische Beschwerden hervorruft. Typische Symptome für Mobbing sind auch die von Ihnen geschilderten Schlafstörungen, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Ängste und Unruhezustände.

Ein spezielles Mobbing-Schutzgesetz gibt es in Deutschland - leider - nicht. Dennoch sieht das Arbeitsschutzgesetz diverse Schutzmöglichkeiten vor. Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Arbeitnehmer vor psychischer Belastung zu bewahren, indem sie das Persönlichkeitsrecht, die Gesundheit und die Ehre des Arbeitnehmers schützen. Die Tendenz der Rechtsprechung zeigt, dass die Rechte der gemobbten Arbeitnehmer gestärkt und die Pflichten der Arbeitgeber erweitert werden. Mobbing kann zur fristlosen, außerordentlichen Kündigung des Mobbers führen. Daneben kann auch der Arbeitgeber als „Störer" in Anspruch genommen werden, wenn er es unterlässt, Maßnahmen zur Schlichtung zu ergreifen oder seinen Betrieb so zu organisieren, dass eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts ausgeschlossen wird.

Soweit Sie Ihre Ansprüche juristisch durchsetzen wollen, bedarf es aber einer sorgsamen Aufbereitung Ihres „Falls". Sie müssen in der Lage sein, die einzelnen Mobbing-Handlungen konkret zu beschreiben. Es bietet sich daher an, ein Mobbingtagebuch zu führen. Sie müssten genau dokumentieren, welche körperlichen Reaktionen Sie wann, nach welcher Anfeindung verspürten. Auch sollten Sie Verstöße gegen konkrete arbeitsvertragliche Verpflichtungen vermerken. Zeugen, die das Mobbing bestätigen, sind förderlich; allerdings können Sie sich auf deren Aussage im Ernstfall nicht verlassen.

Ich sehe eine Lösung Ihres Problems nicht darin, sich langfristig krankschreiben zu lassen. Sicherlich sollten Sie Ihrer Hausärztin nochmals ehrlich Ihre Situation am Arbeitsplatz schildern und Ihre gesamten körperlichen Symptome beschreiben. Ihre Hausärztin wird dann anhand Ihres Gesundheitszustands entscheiden können, inwieweit sie die Krankschreibung verlängert. Sie müssen nicht extra zu einen Facharzt gehen; Allgemeinmediziner sind in der Regel mit den Symptomen von Mobbing am Arbeitsplatz vertraut.

Vor allem aber muss Ihre Situation am Arbeitsplatz geklärt werden. Soweit das Mobbing nicht von Ihrem Arbeitgeber ausgeht, empfiehlt es sich, diesen über die Situation am Arbeitsplatz zu informieren und um Unterstützung und Abhilfe zu bitten. Wollen Sie unbedingt den Arbeitsplatz wechseln, so müssten in Ihrem konkreten Fall die Möglichkeiten zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses genau ergründet werden. In jedem Fall empfehle ich, sich Unterstützung durch einen kompetenten Rechtsanwalt vor Ort zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen

Maike Bohn
Rechtsanwältin


M.BOHN Rechtsanwältin
Van-der-Smissen-Straße 3
22767 Hamburg
www.rechtsanwaeltin-bohn.de


Rückfrage vom Fragesteller 29.08.2013 | 14:40

Danke für ihre Antwort. Habe mir schon etliche Notizen gemacht und auch schon den bBetriebsrat eingeschaltEn ohne Erfolg. Ich fühle mich von meiner hausärztin nicht wahrgenommen. Denke nicht das sie mit dem Thema mopping umgehen kann. Sonst wäre sie die letzten male auf meine Probleme eingegangen. Würden sie trotzdem einen Wechsel des Arztes vornehmen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.08.2013 | 11:09

Soweit Sie die geschilderten körperlichen Beschwerden weiterhin haben und nicht in der Lage sind, zu arbeiten, sollte Ihr Arzt Sie krank schreiben. Wenn Sie sich von Ihrer Hausärztin nicht richtig betreut fühlen, ist auch an einen Arztwechsel zu denken.

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