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Mobbing in der Probezeit

15.02.2011 15:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Ich arbeite in einem größeren Unternehmen und befinde mich im Rahmen eines zweijährigen Vertrags aktuell in der Probezeit.

Jedoch werde ich psychisch durch die Abteilungsleitung fertig gemacht, ich würde es schon als Mobbing bezeichnen wollen. Auf jedenfall geht man mit mir nicht fair um.

Mir ist die Arbeit sehr wichtig und nun habe ich Angst, dass ich die Probezeit nicht bestehe da die Vorgesetzte mich so auf das Abstellgleis gestellt hat.

Alles was ich mache ist schlecht und wird mir auch entsprechend eingeredet. Alle Gespräche haben nur noch eine starke Kritikwirkung.

Zwar arbeite ich in einem Team, aber inzwischen hat die Abteilungsleitung dafür gesorgt, dass ich so gut wie alleine Arbeite und dadurch sehr gut überprüft werden kann.

Dieser Druck ist so extrem, dass mir automatisch Fehler passieren die nun eventuell dazu genutzt werden mich noch vor Ende der Probezeit vor die Türe zu setzen.

Irgendetwas möchte ich gegen diesen Druck tun, um beweisen zu können das ich meine Arbeit schon verrichten kann jedoch nicht unter dieser Art von Leitung.

Schließlich möchte ich vor einer möglichen Kündigung aktiv werden und nicht erst nach erhalt der Kündigung.

Würde mich freuen, wenn ich hier Hilfe bekommen könnte.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich möchte sie unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Eine sehr unerfreuliche und unangenehme Situation in der Sie sich gerade befinden.

Grundsätzlich ist es in einem solchen Fall immer ratsam zunächst einmal "außerrechtlich" das Gespräch mit denjenigen zu suchen von denen Sie sich gemobbt fühlen und ganz objektiv und wertungsfrei die Situation darzulegen.
Sollte ein solches Gespräch nichts bringen oder sollten Sie es ergebnislos schon versucht haben, dann ist es ratsam eine Stufe höher zu gehen. Ihre Abteilungsleiter werden in einem größeren Unternehmen sicherlich Vorgesetzte haben, mit denen Sie das Gespräch suchen sollten.

Wenn Sie der Meinung sind, dass solche Gespräche kein Ergebnis bringen werden bzw. kein Ergebnis gebracht haben, dann sollten Sie über rechtliche Schritte nachdenken.

Im rechtlichen Bereich ist zunächst einmal auf den §75 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) hinzuweisen. Demnach haben der Arbeitgeber und der Betriebsrat darüber zu wachen, dass alle im Betrieb tätigen Personen nach den Grundsätzen von Recht und Billigkeit behandelt werden. Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gebietet dies.

Falls ein Betriebsrat in Ihrem Unternehmen vorhanden ist, sollten Sie diesen ohnehin von den Vorfällen benachrichtigen. Sie haben ein in den §§84 , 85 BetrVG gesetzlich normiertes Beschwerderecht. Der Betriebsrat ist wie gesagt verpflichtet Ihnen zur Seite zu stehen.

Im Übrigen können Ihnen Unterlassungsansprüche aus §1004 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und Schadensersatzansprüche aus §823 BGB zustehen, die Sie notfalls gerichtlich durchsetzen müssten. Sie müssten dazu konkret darlegen und beweisen, welche Handlungen sattgefunden haben und zu welchen Schäden diese geführt haben. Falls Sie solche Schritte in Erwägung ziehen, wäre es daher ratsam bereits jetzt mit der Sicherung von Beweisen anzufangen. Sicherlich gibt es Kollegen, die Ihre unangemessen Behandlungen mitbekommen haben. Notieren Sie sich deren Namen und erstellen Sie ein Gedächtnisprotokoll, in dem Sie festhalten, was, wann und wo passiert ist.

Ferner haben Sie die Möglichkeit Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft zu erstatten und Strafantrag zu stellen. Je nach den konkreten Umständen kommen die Tatbeständer der Körperverletzung, Beleidigung, Üblen Nachrede, Verleumdung und Nötigung in Betracht.
Die Strafanzeige sollten Sie jedoch als letzten Ausweg betrachten.

Ich hoffe, Ihnen durch diese Antwort eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Sollten Unklarheiten bestehen, stehe ich Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

An dieser Stelle möchte ich mir noch den Hinweis erlauben, dass die rechtliche Einschätzung ausschließlich auf den von Ihnen mitgeteilten Tatsachen beruht und dass durch das Hinzufügen oder Weglassen von weiteren tatsächlichen Angaben die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen kann. Auch aus diesem Grunde, kann und soll diese Plattform eine umfassende Begutachtung durch eine Kollegen vor Ort nicht ersetzen, sondern lediglich eine erste Orientierung bieten.

Mit freundlichen Grüßen

Kerem E. Türker
Rechtsanwalt

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