Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mobbing an Führungskraft?


| 05.12.2006 08:43 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin im mittleren Management seit März 06 in dieser Firma tätig. U.a. auch für den Bereich Einkauf zuständig.

Ich habe eine ältere Kollegin (62 J), die vor vielen Jahren eben auch diese Tätigkeiten ausgeführt hat und nun im Vertrieb Innendienst tätig ist. Sie hat die Umsatzstärksten Kunden und dadurch und aufgrund ihrer langen Betriebszugehörigkeit "Narrenfreiheit".

Nun zu meiner Frage: Ist dies bereits als Mobbing zu bezeichnen?
Es gibt 2 große Eckpunkte: Zum einen, weist sie mich vor meinen Mitarbeitern und auch Kollegen zurecht (geht hin bis "anmaulen"). Zum anderen, ist sie am Schimpfen über meine Abteilungen ("dies könnte so ja wohl nicht sein"; "hier klappt ja garnichts"; "man müsste sich auch mal drum kümmern" etc.), stellt also meine Arbeitsleistung und -qualifikation in Frage.
Dann gibt es noch einige kleiner Punkte, wie z.B. dass ich die Türe zu meinem Büro schließe, sie kommt rein und lässt diese weit aufgemacht aufstehen, versucht andere aus dem Bereich gegen mich aufzustacheln und andere "Kleinigkeiten". Vorfälle finden fast täglich statt - seit März.

Sie hat leider 2 Gesichter und weiß sich entsprechend vor ihrem Chef (der in keinsterweise in der Lage ist, ihr Einhalt zu gebieten) zu geben. In Ihrem Bereich, sie ist Sachbearbeiterin, hat sie "keine Freunde", aber leider traut sich auch keiner etwas offen auszusprechen, da jeder um ihren Stand weiß.

Ich bin jedenfalls nicht mehr bereit mir als Führungskraft dieses Verhalten gefallen zu lassen, insbesondere dass man meine Qualifikation runter macht und mich -eben auch vor Kollegen- wie ein kleines Kind behandelt. Ich bin seit über 20 Jahren im Bereich Einkauf (erfolgreich) tätig und weiß wovon ich rede.

Gespräche, sowohl mit ihrem Vorgesetzten, als auch mit dem Geschäftsführer (er ist sehr diplomatisch) haben leider nicht gefruchtet. Gestern habe ich, nach einem erneuten Vorfall, eine Mail geschrieben an unseren Personalchef und GF, dass ich um sofortige Abstellmaßnahmen bitte. Zeugen hat es für diesen Vorfall gegeben.

Leider meint ihr Vorgesetzter, dass sie nun so lange dabei wäre und sich nicht ändern könnte, man müsste also selbst versuchen darauszukommen. Dass ist jedoch nicht meine Aufgabe, weil sie einen Vorgesetzten hat. Und ich verschließe auch nicht die Augen und ich kann auch nicht mit Scheuklappen arbeiten - dies ist nicht mein Stil.

Ist dies als Mobbing zu bezeichen? Was kann ich tun, wenn Gespräche nicht fruchten? Kann ich weitere Gespräche mit ihr verweigern? Dazu bin ich mittlerweile nicht mehr bereit, da sie den Spieß umdreht und dies auch perfekt beherrscht.

PS: Ich bin mich bereits am Bewerben, aber die Zeit bis dahin muss ich einigermaßen über die Runden bringen, vorallem dass ich meine Arbeitsleistung erhalte, da die Sache bereits gesundheitliche Auswirkungen hat.

Vielen Dank für Ihre Auskunft.

Grüssend
Lene R.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Die Abgrenzung des so genannten Mobbing zu dem im gesellschaftlichen Umgang im Allgemeinen üblichen oder rechtlich erlaubten und deshalb hinzunehmenden Verhalten ist nicht immer ganz leicht. Das schikanöse Verhalten muss zur Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts führen. V. a. ist ein systematisches, in einem Prozess befindliches Anfeinden erforderlich.

Ihre Schilderung kann ein solches Verhalten durchaus entnommen werden. Dabei gehören gerade die alltäglichen Kleinigkeiten, wie das Auflassen der Tür trotz besserer Kenntnis, zu mobbingrelevantem Verhalten. Im Streitfall wären die einzelnen Elemente der Anfeindung möglichst genau und nachvollziehbar aufzuführen.

Gegen die Mitarbeiterin steht Ihnen bei Bejahung eines Mobbingtatbestandes ein Schadensersatzanspruch zu (§ 823 Abs. 1 i. V. m. dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht) in Form eines Anspruchs auf Unterlassen, Widerruf, Ersatz des materiellen Schadens und Schmerzensgeld.

Auch gegen Ihren Arbeitgeber stehen Ihnen Ansprüche zu, wenn dieser – wie Sie auch berichten – nicht auf die Mobberin durch Ermahnungen und Abmahnungen einwirkt. Bei Verletzung der Rücksichtnahmepflicht bestehen Schadensersatzansprüche.

Insbesondere Letzteres ist für Sie ein angezeigter Weg, Ihren Arbeitgeber zum Handeln zu bewegen, indem Sie ihm die rechtlichen Konsequenzen seines Stillhaltens aufzeigen. Mit einem anwaltlichen Schreiben können Sie Ihrem Begehren Nachdruck verleihen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion und auch zur weiteren Vertretung zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

M. Timm
-Rechtsanwalt-
www.peukerttimm.de

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2006 | 17:26

Sehr geehrter Herr Timm,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, sie hat mir schon sehr geholfen und meine Aufassung davon bestätigt.

Nochmal kurz bitte zu meiner Frage, ob ich ein weiteres Gespräch mit ihr verweigern kann? Mit welcher Begründung oder auf welches Recht bezogen?
Ich sehe keinen Sinn darin. Es gab schon mehrfach Gespräche, die immer gleich verliefen und mir nicht weiter geholfen haben. Gespräche mit GF oder auch ihrem Vorgesetzten steh ich natürlich offen gegenüber.

Vielen Dank nochmal und beste Grüsse
Lene

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2006 | 17:46

Es gibt kein ausdrückliches Recht, auf das Sie sich berufen können. Es ist vielmehr mit der Fruchtlosigkeit der Maßnahme zu argumentieren. Sie sollten über Ihre Motivation, nicht mehr an entsprechenden Gesprächen teilzunehmen, eine schriftliche Stellungnahme abgeben, in der Sie Ihre Entscheidung begründen und die Personalleitung bzw. den Geschäftsführer zum Handeln auffordern. Teilen Sie hierin auch die Chronologie der Ereignisse mit. Damit haben Sie Ihren Pflichten genügt und zwingen Ihren Arbeitgeber zum Handeln.

Viel Erfolg wünscht

RA Timm

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort kam sehr zügig, war sehr ausführlich, verständlich für einen Laien dargestellt und hat mir gut geholfen, bzw. meine Meinung bestätigt. Vielen Dank. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER