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Mobbing, Erpressung, Datenschutz,

08.10.2008 12:29 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag,

Deklaration:
Person A = Auszubildende (PA)
Person B = Chefin der Auszubildende (PB)
Person C = Tante 1 der Auszubildende (PC)
Person D = Eltern der Auszubildende (PD)
Person E = Tante 2 der Auszubildende (PE)

Der Fall:

PB ist eine Leiterin einer Filiale von einem deutschlandweit sehr großem Frisieurenkette.

PA ist 19 Jahre alt und Auszubildende im 2. Lehrjahr.

PA und PB haben immer wieder Probleme miteinander, die meistens von PB hervorgerufen werden. Meist aber Kleinigkeiten. Jedoch ist es in letzter Zeit unerträglich für PA geworden, dort zu arbeiten.

Vorweg alle beteiligten Partein sind türkischer Herkunft. Das ist wichtig, da türkische Eltern meist strenger mit ihren Kindern umgehen als deutsche Eltern (was ausgehen usw. angeht)

PB hat vor einer gewissen Zeit ein Gespräch mit PC geführt, ohne Wissen von PA. Es ging hier neben berufliche Einzelheiten auch über privaten Geheimnisse von PA, wie z.B. dass PA Abends unterwegs war und Alkohol getrunken hat usw.
Darf PB mit der Tante des PA über solche Sachen ohne Wissen und Einverständnis von PA reden? Wenn es auch noch um berufliche Einzelheiten geht? Greift hier nicht schon das Datenschutzgesetzt zu?

PB fängt ab diesem Zeitpunkt an, PA Sachen zu verbieten. Sie erpresst PA mit der Aussage: Das erzähle ich Deiner Tante, wenn Du das machst. Auf den Hinweis von Ihrem Mann, lass sie doch machen, sagt PB: Nein, solange Sie hier ist und in diesem Center ist, habe ich die Kontrolle über PA.
Ist es nicht Erpressung? Zudem darf eine Chefin so in dem Privatleben ihres Mitarbeiters eingreifen, vorallem wenn Sie zusätzlich die Ausbilderin dieser ist?

An einem Samstag hat sich in der Filiale folgendes abgespielt (PB hatte an diesem Tag frei):
PA hat beim Haareschneiden mit einem Kunden etwas rumgespasst. Dies war beidseitig. Aber das dürfe man nicht auf der Arbeit. Der Kunde hat sich sehr nett verabschiedet und gesagt, er kommt auf jeden Fall wieder vorbei. Ab Montag ist PA in der Handwerkskammer auf Schulung. Am Dienstag ruft PB in der Zeit, wo PA in der Handwerkskammer ist, PD an und erzählt Ihnen zum einen den Vorfall von Samstag (PB hat es nicht persönlich mitbekommen, kennt es vom hören und sagen von den anderen Mitarbeitern) und sagt der Kunde hätte sich beschwert usw. Sie teilt zusätzlich mit, dass PA weg war mit den Mädels aus der Filiale und Alkohol getrunken hat usw. Da PD türkisch sind, sind sie in dieser Hinsicht streng, und PB weiß genau, dass PA dadurch Stress bekommt. Von diesem Telefonat hat PA nichts gewusst, und PB hat diesen Vorfall auch mit PA gar nicht besprochen. Darf eine Vorgesetzte bei den Eltern einer 19 Jährigen anrufen und berufliche und private Details mitteilen, ohne Ihr Wissen und Zustimmung? Selbst wenn das von den Eltern gewünscht wäre, gehört das nicht zu Datenschutzgesetz?

PA hatte an diesem Tag eine Arbeitskollegin angerufen, dass PB zufällig mitbekam. PB ruft an diesem selben Abend PA an und fragt wieso PA die Arbeitskollegin anruft.PA antwortet: Ich wollte Sie was fragen. PB sagt: lüge nicht so. PA sagt: Tue ich nicht. .... PB sagt: Hast Du Angst, dass ich mit Deinen Eltern rede? PA sagt: Ich weiß, dass Sie schon mit ihnen gesprochen haben. PB sagt: Tue uns im Geschäft bis Samstag nicht belästigen und lass dich bis dahin nicht blicken.
Ist das nicht geradzu eine Erpressungsform? PB möchte doch PA richtig mitteilen, ich habe die Macht über Dich, auf der Arbeit und zu Hause, ich kontrolliere Dich. Ausserdem kann eine Ausbilder zu ihrem Auszubildenden sagen: belästige uns nicht und lass dich bis samstag nicht blicken?

PE (das bin ich) konnte sich das nicht mehr lange anschauen, und hat nun ein Gespräch mit der Bereichsleitern des PB gefordert, was auch statt finden wird.

PA ist total physisch am Ende, will nicht mehr zur Arbeit, usw. PB macht ihr Leben auf der Arbeit zur Hölle und jetzt sorgt sie dafür, dass das gleiche auch bei PA zu Hause passiert.

Bitte beantworten Sie mir die aufgestellten Fragen. Zusätzlich möchte ich wissen, welche rechtlichen Schritte wir eventuell einleiten können, und wo PA auf jeden Fall vor dem Gesetz in Recht steht und was für Rechte PA hat.

Bitte so schnell wie möglich beantworten.


08.10.2008 | 12:44

Antwort

von


(2308)
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Sehr geehrte Ratsuchende,


diese Zustände sind in dieser Form nicht hinzunehmen:

PB kann zwar Anweisungen erteilen, aber nur, soweit sie zur Ausbildung selbst gehören und angemessen sind. Alle anderen -berufsfremden- Anweisungen verbieten sich von selbst.

Dieses ist nicht die Frage des Datenschutzes, sondern der arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht des Ausbilders.

Daneben hat PA aufgrund der Volljährigkeit einen Unterlassungsanspruch gegenüber PB, auch nur irgendwelche Sachen mit den Eltern von PA zu besprechen. Aufgrund der Volljährigkeit haben die Eltern damit nichts mehr zu tun, zumindest rechtlich betrachtet.

Das Privatleben ist also, solange das Ausbildungsverhältnis nicht darunter leidet, absolut tabu; aber selbst bei einer Beeinträchtigung wäre allen PA die einzige Ansprechspartnerin. Alles andere würde neben den arbeitsrechtlichen Pflichten auch das Persönlichkeitsrecht verletzen.

Anweisungen, nicht zu erscheinen, verstoßen gegen den Ausbildungsvertrag und sind ebenfalls nicht hinzunehmen.

Daneben stellt das Verhalten der PB auch eine strafrechtlich relevante Nötigung dar, so dass neben den arbeits- und zivilrechtlichen schritten auch an eine Strafanzeige gedacht werden könnte; ob dann das Zusammenarbeiten überhaupt noch möglich ist, wage ich aber zu bezweifeln.


Sollte das Gespräch mit PB nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann sich PA auch an die Schichtungsstelle der örtlichen Handwerkskammer wenden, so dass dann dort im Rahmen einer Güteverhandlung diese Sachen schnell geregelt werden können. Hilft dieses nichts, sollte PA schnellstens einen Anwalt beauftragen, um dann die Unterlassungsansprüche durchzusetzen.

Daneben sollte PA ernsthaft in Betracht ziehen, hier mit Hilfe der Handwerkskammer den Ausbildungsbetrieb zu wechseln, da offenbar an ein ungestörtes Zusammenarbeiten und das Erreichen des Ausbildungsziel kaum mehr zu denken sein wird.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


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