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Mobbing, Eigenkündigung aus Krankenstand, ALGII

12.11.2010 19:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Guten Abend,
ich bin seit 6 Wochen in einer Firma beschäftigt. Mein Chef macht mir das Leben zur Hölle. Schon nach einer Woche hat mir ein Psychater eine Depression attestiert. Seitdem nehme ich Medikamente, um es überhaupt in die Arbeit zu schaffen. Mein Chef und ich haben einige Gespräche geführt, aber nichts hilft auf Dauer. Nachdem es gestern erneut eskaliert ist und mir meine Gesundheit wichtiger ist, möchte ich am Montag selbst kündigen.
Folgende Fragen habe ich hierzu:

- An wen richte ich die Kundigung? Ich arbeite in einer kleinen Zweigstelle mit 3 Mitarbeitern und meinem Chef. Der Hauptsitz der Firma ist nicht in der Stadt, in der ich arbeite. Der Arbeitsvertrag ist vom Geschäftsführer unterschrieben, der am Hauptsitz tätig ist. Ich möchte morgen einen Expressbrief mit Rückschein losschicken, der am Montag der Firma am Hauptsitz zugestellt wird. Ist das rechtlich richtig? Und richte ich die Kündigung an den Geschäftsführer? In der Personalabteilung arbeitet nur eine Person, die nicht meinen Vertrag unterschrieben hat.

- Kündigung in der gesetzlichen Probezeit würde dann in meinem Fall bedeuten, dass ich fristgerecht zum 30. November kündige?

- Ich möchte ich mich von meinem Arzt für die restlichen 14 Tage krank schreiben lassen, da ich nicht mehr in der Lage bin in die Arbeit zu gehen. Ist es rechtlich in Ordnung, wenn meiner Firma am Montag die Kündigung zugestellt wird und ich mich am Montag krankschreiben lasse? Das wäre eine Kündigung aus dem Krankenstand heraus.

- Reicht es aus, wenn ich am Montag meinen Arbeitsgeber per E-Mail an den Vorgesetzten über meinen Krankenstand informieren?

- Muss ich Anrufe entgegen nehmen, wenn mein Arbeitgeber mich nach der Kündigung zur Rede stellen will?

- In welchen Fällen könnte mich der Arbeitgeber aufgrund meiner Kündigung noch fristlos kündigen?

- Ich möchte am Sonntag in die Firma gehen und meine "Arbeitsgeräte" dort lassen. Ist es rechtlich in Ordnung, wenn ich in meinem Kündigungschreiben darauf hinweise, dass ich mein Geschäftshandy, meinen Laptop und meine Zugangskarte zum Gebäude an meinem Arbeitsplatz hinterlassen habe?

- Sollte ich meinem Chef eine Kopie der Kündigung auf den Tisch legen? Oder reicht die Kündigung am Hauptsitz aus?

- Was würde passieren, wenn ich mich krank schreiben lassen würde, ohne zu kündigen. Übernächste Woche steht eine Auslandsgeschäftsreise an, zu der ich eigentlich fahren müsste. Flüge sind gebucht. Würde ich dann sowieso gekündigt werden (fristlos oder ordentlich)? Wie wäre hier die Frist? Bin ich dann verpflichtet, wenn ich krank geschrieben bin, Telefonanrufe oder E-Mails zu beantworten?

- Bevor ich diesen Job angenommen habe war ich länger arbeitslos und ich habe keinen Anspruch mehr auf ALGI. Habe ich trotz Eigenkündigung aus gesundheitlichen Gründen Anrecht auf ALGII?

Es wäre sehr freundlich von Ihnen, wenn Sie mir schnell meine Fragen beantworten könnten, da ich morgen die Kündigung losschicken möchte.

Vielen Dank vorab und viele Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen anhand Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten.

1. An wen richte ich die Kündigung?

Ihr Vorhaben, Ihr Kündigungsschreiben an den Geschäftsführer am Hauptsitz des Unternehmens zu schicken ist richtig. Im Prinzip müssten Sie die Kündigung nicht einmal an eine bestimmte Person richten. Es würde ausreichen, sie einfach an das Unternehmen zu adressieren.

Mit der Adressierung an den Geschäftsführer können Sie allerdings sicherstellen, dass Ihre Kündigung sofort beim richtigen Ansprechpartner landet.

2. Kündigungsfrist:

Nach § 622 Abs. 3 BGB kann ein Arbeitsverhältnis während der Probezeit mit einer Frist von 2 Wochen gekündigt werden. Wenn also Ihr Kündigungsschreiben am Montag den 15.11. bei Ihrem Arbeitgeber eingeht, dann wird Ihre Kündigung am 30.11.2010 wirksam.

3. Kündigung aus dem Krankenstand

Ob Sie aus dem Krankenstand heraus kündigen, oder zur Arbeit gehen ist unerheblich und spielt für die Wirksamkeit Ihrer Kündigung keine Rolle.

4. Information über den Krankenstand

Grundsätzlich reicht (sofern in Ihrem Arbeitsvertrag nichts anderes geregelt ist) die Erstinformation per Mail aus. Allerdings müssen Sie Ihrem Arbeitgeber spätesten am 3. Arbeitstag das Attest zukommen lassen.

5. Anrufe des Arbeitgebers

Es gibt keine gesetzliche Grundlage, die Sie zur Entgegennahme von Anrufen Ihres Arbeitgebers verpflichtet wären.

6. Kündigungsmöglichkeit des AG

Wenn Sie Ihm nicht nach der angegebenen Frist das Attest vorlegen.

7. Rückgabe von Arbeitsmaterial

Dies ist, sofern in Ihrem Vertrag nichts anderes geregelt ist vollkommen in Ordnung. Sie sollten allerdings einen Zeugen dabeihaben, der Ihr Vorgehen im Ernstfall vor Gericht bestätigen kann.

8. Vorlage der Kündigung

Es ist nicht erforderlich, Ihrem direkten Vorgesetzten das Kündigungsschreiben vorzulegen.

9. Krankschreibung ohne Kündigung

Wenn Sie krankgeschrieben sind, müssen Sie natürlich auch keine Geschäftsreisen antreten. Ob Ihnen dann gekündigt wird kann von hier nicht beurteilt werden. Allerdings müsste in der Regel zunächst eine Abmahnung erfolgen. Grundsätzlich sind Sie auch hier nicht verpflichtet Anrufe oder E-Mails zu beantworten (vorbehaltlich anderslautender vertraglicher Regelungen).

10. ALG II Anspruch

Für den ALG II Anspruch ist es unerheblich, wie das Arbeitsverhältnis beendet wurde. Zumindest die Eigenkündigung steht dem Anspruch nicht entgegen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort einen Einblick in die Rechtslage verschaffen konnte und verbleibe

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