Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
488.682
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mitwohnung wird nicht pünktlich fertig


| 09.04.2018 10:50 |
Preis: 30,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Ein Verzug des Bauträgers führt immer wieder zu Problemen. Das ist insbesondere bei Weitervermietung des erworbenen Objekts durch den Erwerber misslich. Ob und inwieweit der künftige Mieter Ersatz vom Erwerbe (Vermieter) verlangen kann, hängt von der konkreten Ausgestaltung des Mietvertrags ab.


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgende Situation: meine Eltern haben sich eine Eigentumswohnung gekauft, die nun nicht pünkltlich fertig wird (voraussichtlich im Juni). Meine Frau und ich werden in diese Wohnung einziehen. Nun müssen wir zu Ende April aus unserer aktuellen Wohnung raus, und haben bereits eine Übergangswohnung gemietet.

Vertraglich geregelt bei Bauverzug ist ein Pauschalbetrag je qm Mietfläche und ggf. können weitere Kosten abgerechnet werden, die darüber hinaus anfallen (z.B. für die Einlagerung von Möbeln). Allerdings sind wir uns da alle nicht so sicher.

Daher meine Frage: wie gestaltet sich hier die rechtliche Situation (sowohl uns als Mieter als auch meinen Eltern als Käufer) - zumindest theoretisch. Wir werden gegenüber meinen Eltern nicht auf unser Recht pochen, da ein gutes Verhältnis besteht. Es geht hier erstmal mehr um die Theorie und die rechtliche Lage. Also wäre es rein theoretisch so, dass wir die gesamte Miete der Übergangswohnung geltend machen könnten?

Vielen Dank vorab für eine kurze Auskunft.

Mit freundlichem Gruß
09.04.2018 | 11:55

Antwort

von


87 Bewertungen
Am Mittelhafen 16
48155 Münster
Tel: 0251-203 188 06
Tel: 0176-614 836 81
Web: http://immoanwalt.nrw
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

es sind hier zwei Vertragsverhältnisse voneinander zu unterscheiden - zum einen das Vertragsverhältnis Ihrer Eltern mit dem Bauträger (Bauträgererwerbsvertrag) und zum anderen das Vertragsverhältnis zwischen Ihnen und Ihren Eltern (Mietvertrag).

Im notariellen Bauträgervertrag Ihrer Eltern mit dem Bauträger werden die Folgen eines Verzugs des Bauträgers gem. §§ 280 Abs. 1, 2, 286 BGB präzise geregelt sein. Dort werden insbesondere auch diverse Ausschlüsse vorhanden sein, so dass der Bauträger sich beispielsweise mit Schlechtwettertagen entschuldigen könnte. Dann wird es schwierig für Ihre Eltern sein, einen Schadensersatz wegen des Verzugs geltend zu machen. In manchen Bauträgerverträgen finden sich aber auch Vertragsstrafenregelungen, die eine Geltendmachung von Ersatzzahlungen erleichtern. Gerne prüfe ich im Rahmen meiner Festpreisangebote hier auf dieser Plattform (Direktanfrage) den Bauträgervertrag. Dadurch könnte die Erfolgsaussicht einer Inanspruchnahme des Bauträgers durch Ihre Eltern geklärt werden.

Sie selbst haben keinen unmittelbaren Anspruch gegen den Bauträger, da eine sogenannte Drittschadensliquidation hier im Hinblick auf den eigenen Schaden Ihrer Eltern (Mietausfall) ausscheidet. Sie haben aber möglicherweise einen Ersatzansprüche gegenüber Ihre Eltern aufgrund des Mietvertrags. Insoweit kommt es ausschließlich auf die zwischen Ihnen und Ihren Eltern bestehenden konkreten vertraglichen Vereinbarungen an. Mit anderen Worten müsste insoweit der Mietvertrag geprüft werden.

Sie schreiben, dass sich eine Regelung dahingehend finde, dass bei Bauverzug ein Pauschalbetrag je qm Mietfläche zu zahlen ist und ggf. weitere Kosten abgerechnet werden können, die darüber hinaus anfallen (z.B. für die Einlagerung von Möbeln).

Befindet sich diese Regelung im Bauträgervertrag oder im Mietvertrag? Je nach konkretem Wortlaut wäre, falls sich diese Regelung im Mietvertrag findet, eine Inanspruchnahme Ihrer Eltern aufgrund einer solchen Regelung möglich. Ein etwaiger Schadensersatzanspruch gegen Ihre Eltern könnte sich zwar aus §§ 283, 280, 275 BGB ergeben (sogenannte Teilunmöglichkeit). Aber Ihre Eltern haben die Unmöglichkeit der rechtzeitigen Übergabe der Mietsache nicht zu vertreten. Eine Haftung kommt daher nur bei Übernahme einer entsprechenden Garantie bzw. entsprechender Ausgestaltung des Mietvertrags in Betracht. Mit anderen Worten können sie eigentlich nichts dafür, dass der Bauträger im Verzug ist, so dass es auf den genauen Wortlaut der Regelungen ankommen wird.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen nützen. Sollte etwas unklar sein, so fragen Sie gerne nach, damit Sie auf jeden Fall rundum zufrieden mit dieser Beratung sind.

Mit den besten Grüßen

Dr. Andreas Neumann
Rechtsanwalt



Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 11.04.2018 | 09:56


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr schnelle und kompetente Antwort. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig man doch im Mietrecht Bescheid weiß. Ggf. kommen wir mit weiteren Fragen auf Dr. Andreas Neumann zurück."
Stellungnahme vom Anwalt:
Besten Dank, jederzeit gerne. Bis dahin viele Grüße und viel Erfolg, Andreas Neumann
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Dr. Andreas Neumann »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 11.04.2018
5/5.0

Sehr schnelle und kompetente Antwort. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig man doch im Mietrecht Bescheid weiß. Ggf. kommen wir mit weiteren Fragen auf Dr. Andreas Neumann zurück.


ANTWORT VON

87 Bewertungen

Am Mittelhafen 16
48155 Münster
Tel: 0251-203 188 06
Tel: 0176-614 836 81
Web: http://immoanwalt.nrw
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Baurecht, Nachbarschaftsrecht, Immobilienrecht, Wohnungseigentumsrecht, Maklerrecht