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Mittelbarer Schaden

16.05.2014 17:14 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sebastian Scharrer, LL.M., Dipl.-Jur.


Guten Tag,

wir sind Großhändler; unser Kunde, Einzelhändler, sieht sich mit der folgenden Schadensersatzforderung eines Verbrauchers konfrontiert, die er natürlich an uns weiterreichen würde: der hier gegenständliche Artikel, eine kleine Tasche, ist angeblich defekt, sodass ein iPhone heruntergefallen und nun kaputt ist; diesen Schaden möchte der Verbraucher ersetzt haben. Die Beweislast sollte beim Verbraucher liegen. Falls es diesem nun gelingen sollte, zu belegen, dass der Artikel tatsächlich ohne sein "Dazutun" defekt ist: ist der Einzelhändler, und dann wir als Verkäufer an den Einzelhändler, wirklich zum Ersatz dieses entstandenen Schadens verpflichtet? Wert der Tasche: unter 20€, Wert des Smartphones: über 500€.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe!

MFG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst müsste sich Ihre Kundin gegenüber dem Verbraucher schadensersatzpflichtig gemacht haben. Dies ist nach §§ 437, 280 Abs. 1 BGB dann der Fall, wenn dem Verbraucher aufgrund einer zumindest fahrlässig begangenen Pflichtverletzung ein Schaden entstanden ist. Die Lieferung eine mangelhaften Sache stellt grundsätzlich eine Pflichtverletzung da. Durch diese Pflichtverletzung müsste es aber auch zu einem Schaden gekommen sein. Ist das Handy zerstört, ist es fraglich, ob diese Zerstörung auf den Mangel zurückzuführen ist. Ich persönlich halte es für unwahrscheinlich, dass bei einem Sturz von ca. 1 Meter höhe das Handy einen solchen Totalschaden erleidet. Ist tatsächlich der Mangel der Handytasche die Ursache des Schadens, so ist eine Schadensersatzpflicht nicht gegeben, wenn der Mangel nicht für Ihre Kundin erkennbar gewesen ist. In diesem Fall entfällt der Vorwurf der Fahrlässigkeit. Sollte der Mangel erkennbar sein, so trifft ggf. den Verbraucher eine Mitschuld. Der Schaden (Zeitwert des Handys) ist dann entsprechend des Verschuldens unter Ihrer Kunden und den Verbraucher aufzuteilen. Ihre Kundin kann sich nur hinsichtlich ihres Schadens an Sie wenden. Allerdings muss hier zunächst geprüft werden, ob nicht Ihre Kundin gegen Ihre Rügefrist nach § 377 HGB verstoßen hat. Unter Kaufleuten besteht die Verpflichtung, die Kaufsache unverzüglich zu untersuchen und Mängel unverzüglich anzuzeigen. Hat Ihre Kundin hiergegen verstoßen, so gilt die Ware als genehmigt. (vgl. http://www.mainzer-rechtsanwaltskanzlei.de/rechtsgebiete/handelsrecht/ratgeber-handelskauf/index.php).

Wurde der Mangel fristgerecht gerügt, so gilt folgendes: War die Sache bei Übergabe an Ihren Kunden mangelhaft, so haften Sie für den Schaden Ihrer Kundin, es sei denn, dass Sie nicht fahrlässig mangelhaften Sache geliefert haben. Gemäß §§ 478 Abs. 3 analog i.V.m. § 476 BGB wird hierbei für 6 Monate vermutet, dass die Sache mangelhaft gewesen ist es sei denn, das diese Vermutung mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar ist . Die Frist beginnt hierbei erst mit der Übergabe der Sache an den Verbraucher zu laufen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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