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Mitschneiden eines Telefongesprächs als Beweis


09.06.2006 19:32 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich werde gelegentlich von einer Frau telefonisch belästigt. Es handelt sich um die Freundin meines Vaters.
Sie kann mich/uns nicht leiden und bedroht uns telefonisch. Ich zitiere:

- „Wach mal auf Du kleiner Prinz... Du mußt erstmal grün hinter den Ohren werden!“
- „Hör ma, Du bist gestört!“
- „Weißt Du was, Du bist ein Armleuchter.“
- zu meiner Frau: „Dein Mann bekommt 10.000 Euro von dem ganzen Familienerbe ausgezahlt, nur damit Du Bescheid weißt.“
- zu meiner Frau: „Wissen Sie was, Sie sind raus aus dem ganzen Geschehen... Wenn ich so ne Tochter hätte, wie Sie es sind - ich hätte mich vier mal im Grab rumgedreht.“
- „Sie werden hier irgendwo noch bluten müssen … bluten müssen.“
- „Ich werde Ihnen das Genick brechen!“


Diese Gespräche habe ich für den Fall der Fälle aufgezeichnet - also als Beweis.

Mein Vater glaubt mir leider nicht, daß sie das gesagt hat, und ich würde ihm gerne die Aufnahmen präsentieren.
Außerdem will mich seine Freundin wegen Beleidigung verklagen, weil ich in Reaktion auf ihre Haßtirade behauptet habe, daß sie psychisch krank ist.

Meine Fragen:
- Kann ich diese Aufnahmen vor Gericht als "Gegenbeweis" nutzen, falls sie mich der Beleidigung anklagt?
- Kann ich sie meinem Vater vorspielen oder muß ich dann eine Klage aufgrund Verletzung von .... was-weiß-ich befürchten?



Vielen Dank im voraus!
Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich ist das Mitschneiden von Telefongesprächen ohne Zustimmung des Gesprächspartners nicht zulässig, mitgeschnittene Telefongespräche können dann auch nicht als Beweismittel in einem Gerichtsprozess verwendet werden. Anders ist die Sachlage aber, wenn derjenige, der mitschneidet, ein Interesse hieran hat, das höher zu gewichten ist. So liegt es im Fall von Drohanrufen oder massiven Belästigungen durch einen Anrufer, wie in Ihrem Fall offensichtlich geschehen.

Sie können daher unbesorgt die Telefonate Ihrem Vater vorspielen. Im Fall einer Strafanzeige wegen Beleidigung können Sie die Telefonate ebenfalls präsentieren, ob diese allerdings ein geeignetes Beweismittel sind, kann aus der Ferne nicht beurteilt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 10.06.2006 | 14:07

Sehr geehrte Frau Laurentius,

ich danke Ihnen für die schnelle Antwort.
Gehe ich also recht in der Annahme, daß ich die Aufnahmen auch mehreren anderen Familienmitgliedern (also nicht nur meinem Vater) zeigen kann?

Nicht, daß die Frau mich hinterher beispielsweise wegen Rufschädigung verklagt, wenn ich die Mittschnitte der ganzen Familie (etwa 10 Personen) vorspiele.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.06.2006 | 12:15

Sie können die Mitschnitte Personen vorspielen, gegenüber denen Sie ein berechtigtes Interesse geltend machen können, ohne dass Sie rechtliche Konsequenzen fürchten müssen. In Bezug auf Ihren Vater halte ich ein berechtigtes Interesse Ihrerseits ohne Weiteres für gegeben, denn schließlich spielt er eine ganz entscheidende Rolle in Ihrem Verhältnis zu der Anruferin und könnte auf die Anruferin auch entscheidenden Einfluss nehmen. In Bezug auf andere Familienmitglieder sollten Sie vorsichtiger sein, hier wird ein berechtigtes Interesse Ihrerseits schwieriger zu konstruieren sein.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

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