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Miterbenanteil versteigern oder gesamtes Haus ?

| 07.06.2015 00:49 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


02:52
Sehr geehrte Anwälte,

Bei iww steht
"Sind die dargestellten Voraussetzungen erfüllt, kann der Gläubiger die sog. Teilungsversteigerung beantragen (Mock, VE 06, 203 und 08, 145)..."

Peter Mock http://www.iww.de/ve/vollstreckungspraxis/forderungsvollstreckung-so-vollstrecken-sie-in-miterbenanteile-f40183

Kann ein Gläubiger nun die Versteigerung durchführen, und zwar nur eines Teiles eines Hauses also dem Miterbenanteil, so dass jemand, der so was ersteigert durch Ersteigerung in die Erbengemeinschaft neu einsteigt, kann man also nur ein Miterbenanteil versteigern oder muss ein ganzes Haus versteigert werden ?
Wenn also gegen einen Miterben vorgegangen wird( nicht in das Privatvermögen des Miterben also das das nicht zum Nachlass also der Erbengemeinschaft gehört da das ja offenbar nach 2059 BGB geschützt ist oder ?) und wegen Nachlassverbindlichkeiten der Gläubiger vollstrecken möchte(etwa Forderungen aufgrund Verwaltergebühr die die Erbengemeinschaft trotz Urteil nicht zahlt und der Verwalter bis zum Ende des Vertrages fordert) könnte der Gläubiger ja das zur Erbengemeinschaft gehörende Haus pfänden bzw den Miterbenanteil

Er könnte Versteigerung beantragen , wird dann nur der Anteil des Miterben an der Immobilie zur Versteigerung angeboten oder kann man ein ganzes Haus ersteigern oder nur den Miterbenanteil ersteigern ?
07.06.2015 | 01:57

Antwort

von


(81)
Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:


Bei der Vollstreckung gegen Erben ist strikt zwischen den Vermögensmassen zu unterscheiden. Zu differenzieren ist zwischen dem Vermögen der Erbengemeinschaft (= Gesamthandsvermögen) und dem Vermögen des einzelnen Erben (= Eigenvermögen).

In einem zweiten Schritt ist weiter zwischen der Art der Schuld zu unterscheiden. In dem von Ihnen geschilderten Fall geht es um Nachlassverbindlichkeiten. Hierfür haften alle Erben als Gesamtschuldner (§ 2058 BGB). Solange der Nachlass nicht geteilt ist, kann jeder beschränkt haftende Erbe die Vollstreckung in das Eigenvermögen verweigern. Geregelt ist dies in der von Ihnen angesprochenen Bestimmung des § 2059 Abs 1. BGB.

Nach Ihrer Darstellung des Sachverhalts gehe ich davon aus, dass ein Vollstreckungstitel lediglich gegen einen Miterben vorliegt, nicht aber gegen sämtliche Mitglieder der Erbengemeinschaft. In diesem Fall ist es NICHT möglich, das Grundstück zu pfänden und in der Zwangsversteigerung zu verwerten. § 747 ZPO enthält ein entsprechendes Vollstreckungsverbot. In der Bestimmung heißt es:

„Zur Zwangsvollstreckung in einen Nachlass ist, wenn mehrere Erben vorhanden sind, bis zur Teilung ein gegen alle Erben ergangenes Urteil erforderlich."

Solange ein Vollstreckungstitel nur gegen einen Miterben vorliegt, kann der Gläubiger jedoch den Erbanteil sowie den Auseinandersetzungsanspruch des betroffenen Miterben pfänden. Hierdurch hat der Gläubiger das Recht, die Teilungsversteigerung einzuleiten.

Bei der Teilungsversteigerung wird sodann das Grundstück selbst verwertet. Der Ersteigerer erwirbt im Zuge des Versteigerungsverfahrens vollwertiges Eigentum am Grundstück. Die Erbengemeinschaft "verliert" also das Eigentum an der Immobilie.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 07.06.2015 | 02:43

Bzgl der Berufung gehe ich aber davon aus das ich diese auch ohne Zustimmung der Miterbin durchführen kann, um die ganze Sache vielleicht noch zu verhindern, so wie es bei Park steht :

http://www.frag-einen-anwalt.de/Konstellation-Miterben-und-Miteigentuemer-Gemeinschaft---f275015.html


Weiterhin nehme ich an, dass zwar bei einem UND Konto die Mitinhaberin zustimmen muss, diese aber die Inhaber der Erbengemeinschaft widerspiegeln und der Gläubiger der eine Nachlassverbindlichkeiten hat bzw Forderung, auch zwei Titel mit Namen der Mitglieder der Erbengemeinschaft braucht
Wenn er das hat, es sich also um eine Forderung handelt die gegen die Erbengemeinschaft gerichtet ist, wird er wohl auch in ein UND Konto ohne Zustimmung der anderen Miterbin vollstrecken können da die ja die Leistung bzw das Geld genauso schuldet .

Nun bzgl ihrer Frage und der Bitte zur Konkretisierung von folgenden : es geht - wie gesagt- um einen Verwalter der was fordert
Er hat unsere fristlose Kündigung nicht akzeptiert und die Erbengemeinschaft verklagt also die zwei Mitglieder

Es liegen wohl nun zwei Titel vor, der Gläubiger wendet sich aber komischerweise immer nur an mich, weil er mich angeblich "kennt" was auch immer das heißen mag )

So wie ich die ferner verstehe ist es aber egal, denn in einer Teilubgsversteigerung wird, egal wer betroffen ist, immer nur ein ganzes Haus versteigert und nicht der Anteil oder ?
Ich bitte meine Nachfragen noch zu beantworten

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.06.2015 | 02:52

Vielen Dank für die Nachfrage. Meine Antwort konkretisiere ich gerne.

Falls ein Vollstreckungstitel gegen alle Erben vorliegt, hat der Verwalter die Wahl:

Zum einen kann er gegen alle Erben vollstrecken, d.h. eine Zwangsversteigerung des Grundstücks durchführen.

Zum anderen kann er nur gegen Sie vorgehen, d.h. den Erbanteil und den Auseinandersetzungsanspruch pfänden und sodann die Teilungsversteigerung betreiben.

Das Ergebnis ist in beiden Fällen identisch, da in der Tat jeweils das gesamte Grundstück versteigert wird.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 07.06.2015 | 21:06

Zu Ihrer weiteren Nachfrage:

Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören auch Schulden, die für die Verwaltung des Nachlasses anfallen. Daher ist § 2059 Abs. 1 BGB grundsätzlich anwendbar.

Wie Sie mitteilen, besteht die Erbengemeinschaft jedoch schon seit mehreren Jahren. Aus diesem Grunde haften Sie unbeschränkt, sodass entgegen § 2059 Abs. 1 BGB wegen Nachlassverbindlichkeiten auch in das Eigenvermögen vollstreckt werden darf.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.06.2015 | 06:41

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"Wie ich jetzt erst gemerkt habe, gab es bei dem Wort "Nachlassverbindlichkeiten "ein Missverständnis

Unsere Erbengemeinschaft besteht schon einige Jahre, der jetzige Gläubiger ist nicht von uns durch die erblasserin geerbt worden, sondern wir haben im Namen der Erbengemeinschaft diesen Verwalter der uns jetzt verklagt selbst für die Erbengemeinschaft installiert
Ist das das selbe er will ja auch aufgrund des nachlassgegenstand Geld haben
Oder geht es bei § 2059 BGB nur um Erblasser Schulden also alte sozusagen ?
Ich bitte das noch im Rahmen des Portals zu beantworten danke
Es geht mir also darum ob neue Gläubiger die von uns was wollen, also alles was mit der Gemeinschaft zu tun hat von jeden auch zu 100% ins Privatvermögen vollstrecken können"
Stellungnahme vom Anwalt:
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Wie ich jetzt erst gemerkt habe, gab es bei dem Wort "Nachlassverbindlichkeiten "ein Missverständnis

Unsere Erbengemeinschaft besteht schon einige Jahre, der jetzige Gläubiger ist nicht von uns durch die erblasserin geerbt worden, sondern wir haben im Namen der Erbengemeinschaft diesen Verwalter der uns jetzt verklagt selbst für die Erbengemeinschaft installiert
Ist das das selbe er will ja auch aufgrund des nachlassgegenstand Geld haben
Oder geht es bei § 2059 BGB nur um Erblasser Schulden also alte sozusagen ?
Ich bitte das noch im Rahmen des Portals zu beantworten danke
Es geht mir also darum ob neue Gläubiger die von uns was wollen, also alles was mit der Gemeinschaft zu tun hat von jeden auch zu 100% ins Privatvermögen vollstrecken können


ANTWORT VON

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