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Mitbesitzer des Hauses meiner Eltern, doppelte Haushaltsführung möglich?

21.05.2009 14:04 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage bzgl. der doppelten Haushaltsführung.

Die Situation ist folgende:

Ich bin noch immer in meinem Elternhaus gemeldet. Dort habe ich keine abgeschlossene Wohnung, womit wohl eine Anerkennung als eigener Hausstand ausfällt. Allerdings gehört mir ein kleiner Teil des Hauses, ich bin also Mitbesitzer. Außerdem kommt meine gesamte Post (inkl. Gehaltsabrechnungen, LSt-Karte) hierhin, mein KFZ ist hier angemeldet, usw…

Ich wohne seit 2 Jahren bei meiner Freundin (in einem Vorort, etwa 10km von meinem Elternhaus entfernt). Dort leben wir in einer abgeschlossenen 2-Zimmer-Wohnung. Allerdings haben wir keinen Mietvertrag, da die Wohnung den Eltern meiner Freundin gehört. Ich beteilige mich an allen anfallenden Kosten und Tätigkeiten. Jedoch bin ich an dieser Adresse nicht gemeldet.

Um diese zwei Orte (da Grosstadt und Vorort) herum befindet sich mein gesamter Freundeskreis, meine Familie, meine Hobbys etc.

Seit einem Jahr arbeite ich in einer anderen Stadt, ca. 200km entfernt. Dort habe ich eine abgeschlossene möblierte 2-Zimmer-Wohnung und einen auf meinen Namen laufenden Mietvertrag. Diese Wohnung suche ich nur unter der Woche auf. Auch für diese Wohnung habe ich keinen Zweitwohnsitz oder ähnliches angemeldet.

Außer meinen Arbeitskollegen während der Arbeitszeit habe ich hier keine Kontakte.

Ich fahre jedes Wochenende und meistens noch einmal unter der Woche nach Hause. Dafür benutze ich meinen Privat-PKW oder ein mir überlassenes Fahrzeug (um die Kilometerleistung des einen KFZ etwas geringer zu halten).

Nun meine Fragen:

Spielt es bei der Anerkennung als eigener Hausstand einer nicht abgeschlossenen Wohnung eine Rolle, ob ich Mitbesitzer des Hauses meiner Eltern bin?

Würde das Finanzamt mir die Wohnung meiner Freundin als eigenen Hausstand anerkennen und damit meine Wohnung am Arbeitsort unter die doppelte Haushaltsführung fallen? Spielt es bei der Anerkennung der doppelten Haushaltsführung beim Finanzamt eine Rolle, wo ich gemeldet bin?

Da ich weder in der Wohnung meiner Freundin noch am Arbeitsort gemeldet bin, würde ich gerne wissen ob es möglich ist, sich nachträglich an beiden Orten zu melden und damit die Situation im Sinne einer doppelten Haushaltsführung zu beeinflussen?

Gibt es in meinem Fall Gestaltungsmöglichkeiten, die Situation im Sinne einer doppelten Haushaltsführung zu beeinflussen?

Kann ich, falls das Finanzamt eine doppelte Haushaltsführung ablehnt, nachträglich die Fahrtkosten für meine zwei (!) Heimfahrten pro Woche geltend machen (auch wenn ich bei der doppelten Haushaltsführung nur eine angegeben habe, da dort sowieso nicht mehr anerkannt werden).

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworten möchten.

Grundsätzlich kommt es für die Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung nicht auf die melderechtlichen An- oder Abmeldungen bei der Behörde an (vgl. § 8 AEAO zum Wohnungsbegriff). Die Meldung bei einer Behörde kann allenfalls ein Indiz für das Innehaben einer Wohnung sein.

Nach Ihren Angaben haben Sie in der Wohnung bei Ihrer Freundin Ihren Lebensmittelpunkt begründet, die Nichtmeldung bei der Ordnungsbehörde ändert daran nichts. Es kommt auf die tatsächlichen Umstände an. Auch dass kein Mietvertrag besteht, ändert dies nicht. Sie müssen aber ein Recht haben /ableiten können, die Wohnung im Rahmen einer eigenen Lebensführung zu nutzen. Dies scheint nach Ihren Angaben der Fall zu sein.
Ggfs. könnte das Finanzamt aber Nachweise fordern, dies können Sie z.B. durch die Zahlung der anfallenden Kosten nachweisen.

Aus beruflichen Gründen müssten Sie den zweiten Wohnsitz begründet haben. Davon gehe ich bei Ihren Angaben aus.

Soweit die Voraussetzungen allesamt vorliegen (Unterliegen des eigenen Hausstandes, Lebensmittelpunkt am eigenen Hausstand, weiter Wohnung am Beschäftigungsort, berufliche Veranlassung) sind die Kosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung zu berücksichtigen.
Nach Ihren Angaben scheinen diese Voraussetzungen allesamt vorzuliegen.
Insofern kommt es meines Erachtens auch nicht mehr darauf an, ob Sie Mitbesitzer am Haus Ihrer Eltern sind, da Sie Ihren Lebensmittelpunkt nicht im Haus Ihrer Eltern haben, sonder bei Ihrer Freundin.

Im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung können Sie dann die Kosten für eine wöchentliche Familienheimfahrt nach § 9 Abs. 1 Nr. 5 EStG geltend machen.

Nach Ihren Angaben sehe ich derzeit keinen Grund, weshalb die Kosten nicht durch das Finanzamt als doppelte Haushaltsführung anerkannt werden sollten.
Im übrigen könnten Sie, falls dies durch das Finanzamt nicht anerkannt werden sollten, die Kosten für die Hinfahrt zum Beschäftigungsort als Werbungskosten geltend machen, für den Tag, an dem der Beschäftigungsort aufgesucht wird.
Dafür sehe ich aber aufgrund meiner obigen Ausführungen keinen Raum.

Abschließend möchte ich Sie aufgrund Ihrer bisherigen Nichtmeldung bei den Ordnungsbehörden noch darauf hinweisen, dass Sie nach dem hessischen Meldegesetz ( § 13 HMG) verpflichtet sind, sich innerhalb einer Woche bei der Meldebehörde anzumelden.
Ansonsten kann eine Nichtmeldung als Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße geahndet werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten. Nutzen Sie ansonsten bitte die kostenlose Nachfragefunktion. Sollte das Finanzamt die doppelte Haushaltsführung nicht anerkennen, stehe ich Ihnen ebenfalls gerne zur Verfügung.

Nachfrage vom Fragesteller 22.05.2009 | 10:30

Sehr geehrte Frau Böttger,

vielen Dank für Ihre Antwort, allerdings sind mir ein paar Details noch unklar:

Nachweise zur Zahlung anfallender Kosten: Sind mit Kosten tägliche Dinge wie Lebensmittel Wohnungseinrichtung, etc. gemeint oder eher die Nebenkosten (zahlen wir nicht bzw. wenn dann bar, da Wohnung den Eltern der Freundin gehört)?

Spielt es eine Rolle, dass die Lohnsteuerkarte die Adresse meines Elternhauses trägt?

Kann man sich rückwirkend ummelden?


Vielen Dank im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.05.2009 | 12:32

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt.

Die Vorlage von Nachweisen käme nur in Betracht, soweit das Finanzamt Unterlagen zu Ihrem Lebensmittelpunkt wünscht. Dazu könnten bei Bedarf auch Ihre Freundin oder die Eltern Ihrer Freundin Angaben machen. Ggfs. wird z.B. die Stromrechnung aber noch von Ihrem Konto/gemeinsamen Konto abgebucht o.ä..
Es ist dabei unschädlich, dass die Nebenkosten von den Eltern Ihrer Freundin getragen werden, es kommt lediglich auf den tatsächlichen Lebensmittelpunkt an. Diese liesse sich eben durch Ihre Freundin bestätigen.
Aus diesem Grund ist es meines Erachtens auch unschädlich, dass die Lohnsteuerkarte noch die Daten Ihres Elternhauses trägt.

Eine rückwirkende Ummeldung gibt das Meldegesetz hingegen nicht her.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Böttger
Rechtsanwältin

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