Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.422
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mitarbeiter hat große Schäden verursacht

20.11.2013 10:22 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim


Wir sind ein kleines Unternehmen, mit der Lieferung und dem Einbau - meistens mit Subunternehmern - von Türen, T0ren und Fenstern beschäftigt.
Aufgrund guter Auftragslage haben wir uns im April diesen Jahres entschlossen, jemanden einzustellen, der die Baustellen betreut.
Wir hatten einen Bauleiter eingestellt, lt. Bewerbung ausgebildeter Tischler und Glaser. Auf verschiedenen Baustellen hat er eigenverantwortlich - aufgrund seiner Erfahrung und Qualifikation lt. Bewerbungsunterlagen und seinen eigenen Aussagen, was er alles kann, Aufmaße vorgenommen und Baubesprechungen mit den Auftraggebern abgehalten. In seiner Verantwortung lag auch die Terminierung der Bestellungen etc. so dass kein Verzug eintritt.
Bei einer Baustelle hatten wir gleich zu Anfang Probleme, weil er sich weigerte, Türen so einzubauen, wie es vom Auftraggeber gewünscht war, also vor dem Bodenleger. Er hat das einfach nicht gemacht, so dass wir eine Verzugsmeldung erhalten haben und wir einen Subunternehmer mit den Arbeiten beauftragt haben.
Bei anderen Baustellen hat er falsch aufgemessen, falsche Signale an uns weitergegeben, das Aufmaß überhaupt weit nach hinten geschoben, so dass die Bestellung zu spät gemacht wurde und wir jetzt ebenfalls in Verzug sind. Wir müssen durch falsches Aufmaß durch ihn viele Elemente - (Türen- Türelemente, oft auch Brandschutz etc.) neu bestellen, weil er falsch aufgemessen hat. Mit unseren Auftraggebern ist er rüde und unhöflich umgegangen und wollte dann auch mit diesen nicht mehr zusammenarbeiten, hat vieles "ausgesessen". Er war mit den ganzen Aufgaben wohl überfordert, hat aber immer gesagt, dass alles laufen würde. Oft kam die Aussage, wenn wir nachfragten: "das ist jetzt mein geringstes Problem" und "wann" er das alles machen solle. Unser Geschäftsführer hat sich in viele Dinge dann mit eingebracht, der Schaden war aber bereits verursacht.
Wir haben den Bauleiter dann fristlos entlassen, weil seine Arbeitsweise und die dann so langsam auftauchenden Schäden für unsere Firma immens sind und wir mit ihm auf keinen Fall weitermachen konnten.

In einem halben Jahr hat er uns so viele Schäden verursacht, dass unsere Firma jetzt ums "Überleben" kämpfen muss.

Er hat außerdem ein Firmenfahrzeug durch einen Unfall beschädigt, das repariert werden muss. Gleichfalls ist er mit dem Firmenfahrzeug mit einer Ladung gefahren, trotz Hinweis unseres Geschäftsführers, dass die Scheibe beschädigt werden könnte. Es ist genau so passiert. Die Scheibe wurde beschädigt, ist gerissen.

Wie stellt sich eine solche Situation insgesamt dar. Können wir diesen Bauleiter für seine verursachten Schäden haftbar machen? Können wir hier etwas gegen ihn unternehmen?
Wir wurden in Verzug gesetzt, müssen die Verzugsschäden bezahlen und wurden weiter mit Schadensersatzforderungen bedroht.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns erste Ansatzpunkte über eine mögliche Vorgehensweise mitteilen könnten.
Vielen Dank.

-- Einsatz geändert am 20.11.2013 10:26:21

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,
herzlichen Dank für ihre Frage und das damit entgegengebrachte Vertrauen.
Ein Arbeitsvertrag stellt grundsätzlich ein Dienstverhältnis dar, aus welchem auch Schadensersatzansprüche gegen den Arbeitnehmer erwachsen können. Allerdings ist der Arbeitnehmer hier privilegiert in dem Sinne, dass es lediglich eine beschränkte Arbeitnehmerhaftung gibt.
Dies hindert jedoch auch grundsätzlich nicht Schadensersatzansprüche gegen den Arbeitnehmer geltend zu machen. Ein solcher Schadensersatzanspruch kann immer dann bestehen, wenn es durch den Arbeitnehmer zu einer schuldhaften Pflichtverletzung kommt, er also gegen die Anweisungen des Arbeitgebers oder die vertraglich vereinbarten Arbeitspflichten verstößt.
So wie Sie die Angelegenheit geschildert haben, liegen mehrere, durchaus schwerwiegende Pflichtverletzungen vor.
Grundlage der Arbeitnehmerhaftung ist ein Stufenmodell, dass das Bundesarbeitsgericht entwickelt hat. Dabei haftet der Arbeitnehmer in voller Höhe, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig handelt. Bei mittlerer Fahrlässigkeit ist eine Haftungsverteilung anhand des Betriebsrisikos des Arbeitgebers und der Pflichtverletzung des Arbeitnehmers vorzunehmen. Es werden hier Quoten gebildet, wobei sich diese Quotenbildung sich nach Billigkeits- und Zumutbarkeitserwägungen richtet. Das Verhältnis der Aufteilung richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls der Schadenshöhe, der Stellung des Arbeitnehmers, dem Grad der Gefährlichkeit der Arbeit, Lebensalter, Einkommen usw. Auf der Seite des Arbeitgebers werden Betriebsrisiko, Verantwortung für die Organisation des Betriebs und die Gestaltung der Arbeitsbedingungen bei der Ermittlung der Teilung berücksichtigt. Es kann auch eine Rolle spielen, ob der Betrieb einer Pflichtversicherung abgeschlossen hat.
Nur wenn der Arbeitnehmer leicht fahrlässig handelt, scheidet eine Haftung des Arbeitnehmers aus.
Alleine der Verstoß gegen die Anweisung des Geschäftsführers, nicht mit der ungesicherten Ladung zu fahren, dürfte hier einen groben Fahrlässigkeitsverstoß nach sich ziehen, wo die gesamte der gesamte Schaden durch den Arbeitnehmer getragen werden muss.
Dies würde in Ihrem Fall bedeuten, dass durchaus Ansatzpunkte dafür bestehen, dass eine Haftung des Arbeitnehmers infrage kommt, da er ja auch als Baustellenbetreuer zumindest in einer verantwortungsvollen Position gewesen ist und hier durchaus Fehler gemacht hat, die möglicherweise bei seiner Qualifikation nicht hätten auftreten dürfen.
Können Sie zum Beispiel nachweisen, dass er eine entsprechende Qualifikation nur vorgetäuscht hat, dürften auch aus diesem Grund Schadensersatzansprüche denkbar sein.
Allerdings gibt es hier das Problem, dass sie die objektive Pflichtverletzung sowie auch den Fahrlässigkeitsgrad und den Schaden in einem gerichtlichen Verfahren nachweisen müssten.
Hierzu wäre die Aufarbeitung des Sachverhalts grundsätzlich erforderlich, um die einzelnen Beweismöglichkeiten zu eruieren und sprechenden Sachvortrag zu bilden.
Ein weiteres Problem kann natürlich auch immer sein, dass der Arbeitnehmer selbst wirtschaftlich nicht in der Lage ist, den Schaden zu begleichen. Auch dies sollte abgeschätzt werden.
Sofern noch Lohnzahlungen ausstehen, kann in einzelnen Fällen Lohn einbehalten werden, jedenfalls bis zur Pfändungsfreigrenzen um mit möglichen Schäden aufzurechnen. Sofern der Arbeitgeber sodann den restlichen Lohn einklagen würde, müssten sie im gerichtlichen Verfahren, wie oben genannt, die entsprechenden Pflichtverletzungen und Schadensersatzansprüche nachweisen.
Konnte ich Ihnen zunächst hilfreich antworten? Gerne können Sie sich weiter an mich wenden. Über eine positive Bewertung freue ich mich.

Viele Grüße


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie sind Handwerker, dauernd unterwegs und sitzen kaum am Schreibtisch?

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63621 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführlich, gut verständlich und vor allem eine hilfreiche Antwort da absolut nachvollziehbar. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare Antwort! Und gute Beratung für künftige Fälle. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare und kompetente Antwort. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER