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Mitarbeiter aus Kasachstan einstellen

| 22.08.2013 14:30 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich bitte um einen Rat für folgende Situation:
- Es gibt eine deutsche Firma F mit Sitz in Deutschland.
- Diese Firma hat vor, einen Mitarbeiter M aus Kasachstan einzustellen.
- M wohnt in Kasachstan (wohnte dort immer und bleibt auch dort weiterhin, es erfolgt kein Umzug nach Deutschland)
- M wird seine Arbeit direkt in Kasachstan ausüben, von zu Hause aus per Internet (Büroarbeiten, Emailverkehr, Telefonate per Skype usw.)
- Keine Filiale / Betriebsstätte in Kasachstan, lediglich der M arbeitet dort von zu Hause per Internet
- Die Tätigkeit von M ist erstmals zu 100% für Deutschland bestimmt (also keine Kunden oder Lieferanten in Kasachstan, sondern Service für deutsche Kunden).

Wie ist dieser Mitarbeiter a) SV- und RV-technisch, b) steuerrechtlich zu behandeln?

Ist es evtl. optimaler, den Mitarbeiter nicht einzustellen, sondern dass er sich in Kasachstan als selbständig meldet und für die deutsche Firma dann Leistungen erbringt (=Dienstleister)

Vielen Dank und Grüße

22.08.2013 | 19:11

Antwort

von


(754)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist unbeschränkt steuerpflichtig nur derjenige, der seine Arbeitsleistung in Deutschland erbringt.

Unter Umständen könnte der Mitarbeiter ein beschränkt steuerpflichtiger Arbeitnehmer werden

Beschränkt einkommensteuerpflichtig sind Arbeitnehmer, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Voraussetzung für die beschränkte Einkommensteuerpflicht des Arbeitslohns ist aber, dass die nichtselbstständige Arbeit im Inland verwertet wird. Das ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer das Ergebnis einer im Ausland ausgeübten Tätigkeit im Inland seinem Arbeitgeber zuführt. Ob das der Fall ist, kann hier nicht abschliessend beurteilt werden. Ihre Angaben sprechen dafür.

Für die Sozialversicherungspflicht gilt das Territorialprinzip. Der Arbeitnehmer ist grundsätzlich in dem Land versichert, in dem er seine Beschäftigung ausübt. Ausnahmesweise kann dies anders sein, wenn eine "Ausstrahlung" vorliegt. Voraussetzung wäre hier aber, dass die Entsendung durch die Eigenart der Beschäftigung ( Einsatz für bestimmte Projekte ) oder aufgrund eines Vertrages im Voraus befristet ist.

Von einer Entsendung in diesem Sinne ist nach Ihren Angaben nicht auszugehen, so dass keine Sozailversicherungspflicht nach deutschem Recht bestehen dürfte.

Möglich wäre eine selbständige Tätigkeit des "Mitarbeiters" selbstverständlich. Ob dies günstiger ist, kann hier nicht beurteilt werden. Dies wäre eine Frage des Inhaltes eines Dienstleistungsvertrages und zudem steuerlich mit einem Steuerberater abzustimmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Steidel, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 23.08.2013 | 10:44

Sehr geehrter Herr Steidel,

vielen Dank für Ihre Antwort, die mich schon etwas weiter bringt. Einige Nachfragen zu Ihren Erläuterungen hätte ich jedoch schon.

1. Sie schreiben über die beschränkte Einkommensteuerpflicht. Zahlt man in diesem Fall weniger deutsche Einkommenssteuer oder genau so viel wie bei der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht? Der Mitarbeiter ist 22 Jahre alt, ledig, hat keine Kinder.

2. Bezahlt der MA dann die Steuer zweimal - in Deutschland und in Kasachstan? Ich hoffe nicht. Ich habe im Internet "Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Kasachstan zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen" soeben gefunden. Bedeutet diese, dass die Steuern doch NUR in Kasachstan bezahlt werden können?

3. Ok, bei Rentenversicherungsstelle und Krankenkasse muss der Mitarbeiter dann _nicht_ gemeldet werden, wenn ich Sie richtig verstehe. Beim Finanzamt schon. Muss man so einen ausländischen Mitarbeiter noch irgendwo melden, z.B. bei Berufsgenossenschaft?

4. Sie schreiben: "Möglich wäre eine selbständige Tätigkeit des "Mitarbeiters" selbstverständlich." Bekommt man da keine Probleme mit der Scheinselbständigkeit? (Den Begriff habe ich soeben im Internet gefunden). Der "Mitarbeiter" würde ja ausschließlich nur für meine Firma arbeiten.

Vielen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.08.2013 | 20:37

Ihre ergänzenden Fragen gehen über eine bloße Nachfrage hinaus. Dennoch folgende Hinsweise:

beschränkte Steuerpflicht bedeutet, dass nur die Inlandseinkünfte bzw. die Einkünfte, die als solche behandelt werden, der Steuerpflicht in D unterliegen.

Werden keine weiteren Einkünfte erzielt, gibt es für den Mitarbeiter also keinen Unterschied.

Zweimal wird das Einkommen nicht besteuert. Das soll das genannte Abkommen ja gerade verhindern.

Eine Meldung bei der Krankenkasse ist durchaus empfehlenswert. Diese bescheinigt dann, dass keine Sozialversicherungspflicht für den Mitarbeiter besteht. Hierfür gibt es gesonderte Formulare. Nährere Auskünfte dazu erteilt Ihre KK.

Eine Verpflichtung zur Meldung bei der BG besteht nicht.

Wenn die Voraussetzungen der Scheinselbständigkeit vorliegen, kann dies selbstverständlich problematisch sein. Dies kann abschliessend nicht beurteilt werden.

Bewertung des Fragestellers 25.08.2013 | 00:50

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