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Mit welchem nachehelichen Unterhalt könnte ich ggf. rechnen (Höhe, Dauer), spielt es hierbei eine Ro

26.01.2011 15:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Mein Mann und ich haben 1988 geheiratet und leben seit April vergangenen Jahres getrennt. Ich möchte nun gerne die Scheidung beantragen. Im Zuge dessen,möchte mein Mann, dass ich in einer Scheidungsfolgevereinbarung möglichst sowohl auf Trennungsunterhalt (bisher wurde nichts bezahlt),als auch auf nachehelichen Unterhalt verzichte. Mein Mann verfügt über ein Brutto-Jahreseinkommen, das mehr als das Dreifache meines Einkommens beträgt (ich war 19 Jahre aus dem Beruf und bin seit unserer Trennung im März 2010 wieder in Vollzeit berufstätig). Ich weiß nun nicht, worauf ich u.U. verzichten würde. Mit welchem nachehelichen Unterhalt könnte ich ggf. rechnen (Höhe, Dauer). Spielt es hierbei eine Rolle, dass ich 2007 schwer erkrankt war und es nicht sicher ist, ob ich endgültig geheilt bin und somit weiterhin in der Lage sein werde in Vollzeit zu arbeiten und meinen Lebensunterhalt selbst verdienen zu können?

Vorab schon besten Dank für eine klärende Antwort.

Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrte Rechtsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Das von Ihnen angesprochene Themengebiet ist sehr komplex. Ich möchte versuchen, Ihnen die Grundzüge und die Risiken des Verzichts grundlegend zu erläutern.

Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch auf Trennungsunterhalt, während Sie getrennt leben, nach § 1361 BGB. Sie können daher angemessenen Trennungsunterhalt verlangen, der sich nach Ihren Lebensverhältnissen in der Ehe und den Erwerbs- und Vermögensverhältnissen richtet. Da Ihre Einkommensverhältnisse nach der Trennung sich zu Ihren Lasten wohl verschlechtert haben, steht Ihnen während des Getrenntlebens wahrscheinlich ein Ausgleich zu.

Nach der Scheidung besteht weiter eine Unterhaltsverpflichtung Ihres Mannes. Allerdings gilt der Grundsatz, dass Sie eingenverantwortlich für Ihren Unterhalt zu sorgen haben und eine angemessene Tätigkeit ausführen müssen § 1569 BGB.

In Betracht kommt daher insbesondere Unterhalt bei Erwerbslosigkeit bzw. ein Aufstockungsunterhalt, § 1573 BGB, Unterhalt wegen Krankheit und Gebrechen oder aus Billigkeitsgründen, §§ 1572, 1576 BGB. Das Maß der Unterhaltsverpflichtung ergibt sich auch hier aus den ehelichen Lebensverhältnissen.

Verzichten Sie nun auf Trennungsunterhalt und nachehelichen Unterhalt, kann dies weitreichende Folgen haben.

Zwar sind Sie auf Grund Ihre Tätigkeit derzeit selbst in der Lage Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sodass Sie nicht unbedingt auf Trennungsunterhalt angewiesen sind.

Allerdings könnten die Auswirkungen des Verzichts auf nachehelichen Unterhalt gravierend sein. Sollten es Ihnen demnächst dauerhaft unmöglich sein, infolge Ihrer Erkrankung zu arbeiten, oder Sie nur eine Teilzeittätigkeit ausführen können oder Sie schlicht arbeitslos werden, könnten Sie keinen Unterhalt beanspruchen. Sie wären vielleicht auf Sozialleistungen angewiesen.

Ich rechne damit, dass Sie zur Zeit einen gewissen Ausgleich beanspruchen können, da Sie wesentlich weniger verdienen und Ihr Lebensstandard eingeschränkt sein dürfte. Dies dürfte für die Zukunft entsprechend gelten.

Sollten Sie Unterhalt wegen Krankheit dauerhaft geltend machen müssen, wäre der Unterschied zu staatlichen Sozialleistungen beachtlich.

Eine genaue Berechnung ist leider auf dieser Plattform praktisch unmöglich. Hierzu wären diverse Angaben notwendig, auch die Verhältnisse Ihres Mannes wären aufzuklären.

Angesichts Ihrer Krankheit würde ich nicht dazu raten, einen Verzicht überstürzt zu erklären. Sie haben sowohl ein Recht auf Scheidung als auch auf Unterhalt. Ohne den Verzicht würde es wahrscheinlich nur länger dauern, bis Sie geschieden sind. Aus dem bloßen Status des Verheiratet-Seins erwächst Ihnen aber grundsätzlich kein Nachteil, es sei denn, Sie wollen erneut heiraten.

Sollten Sie dennoch erwägen, einen Verzicht zu unterschreiben, sollten Sie sich persönlich von einem Anwalt vor Ort beraten lassen. Unter Aufklärung Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse und der Ihres Mannes wird man errechnen können, wie groß ihr finanzieller Verlust im Hinblick auf Trennungsunterhalt und nachehelichen Unterhalt wäre.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Gina Haßelberg
(Rechtsanwältin)

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