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Mit was für einer Strafe müsste ich bei eBay-Betrug rechnen?

16.02.2009 19:45 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo und zwar habe ich einen dummen Fehler gemacht:

Ich habe letztes Jahr vier Artikel (Gesamtwert ca. 900 €) über EBay verkauft, aber nicht an die Käufer verschickt. (Betrug)
Ich habe das Geld einfach gebraucht (schulden bezahlen)

Ich weiß dass es echt ein großer Fehler von mir war und ich bereue es so. Deswegen habe ich bei der Vernehmung bei der Polizei die Tat in vollem Umfang gestanden, um zu beweisen, dass ich mich um eine Wiedergutmachung bemühe. Zum Tatzeitpzunkt war ich 19 Jahre alt.

Da ich noch schüler war und nicht eigenständig verdient habe, konnte ich bis zum jetzigen Zeitpunkt den entstandenen Schaden nicht ausgleichen.

Diese Taten die ich begangen habe und das nun anstehende Gerichtsverfahren belasten mich sehr und ich würde wirklich alles tun, um wieder ein normales Leben ohne die dauernde Angst vor der möglichen Strafe zu haben, führen zu können.

Meine Fragen:

1. Mit was für einer Strafe müsste ich rechnen? (nach Erwachsenenrecht und Jugendstrafrecht) Wahrscheinlich werde ich als erwachsener eingestuft.

2. Was würden Sie mir raten zu tun, um einen möglichst positiven Verlauf der Verhandlung für mich zu erreichen?

3. Ist eine Verhandlung überhaupt notwendig, wenn ich die Tat doch schon in vollem Umfang gestanden habe?

Ich bin bisher nicht vorbestraft.
Vielen Dank für Ihre Hilfe

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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

In Ihrem Fall wir Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen.

Es bestehen begründete Aussichten, daß Sie mit einer Weisung gem. § 10 JGG "davonkommen". Zu denken wäre insbesondere an § 10 Nr. 7 JGG, d. h., sich zu bemühen, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen.


2.

Sie sollten bereits jetzt im Vorfeld alles tun, um den Schaden wieder gut zu machen. Setzen Sie sich mit dem Geschädigten in Verbindung und bieten Sie angemessene Ratenzahlungen an. Dieses Bemühen wird das Gericht positiv bewerten. Wenn möglich, können Sie auch überlegen, sich das Geld von den Eltern oder einem Verwandten oder einem Dritten zu leihen, um zumindest einen Teilbetrag zurückzahlen zu können.

Jedenfalls muß Ihr Bestreben zum Ausdruck kommen, daß Sie für Ihre Tat gerade stehen und den Geschädigten nicht auf seinem Schaden sitzen lassen wollen.


3.

Ein Geständnis führt nicht dazu, daß die Hauptverhandlung entbehrlich wird. Schließlich will sich das Gericht ein persönlichen Eindruck von Ihrer Person und Ihren Beweggründen verschaffen, um eine Grundlage für eine Entscheidung zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 18.02.2009 | 20:18

Ein kleiner Nachtrag:

ich habe bisher noch keine Vorladung zu einem Gerichtstermin bekommen, sondern bisher lediglich die Anklageschrift.

Ich habe bisher ein bisschen im Gesetz gesucht und folgenden Artikel gefunden:

"§ 47 Einstellung des Verfahrens durch den Richter
(1) 1Ist die Anklage eingereicht, so kann der Richter das Verfahren einstellen, wenn

1.
die Voraussetzungen des § 153 der Strafprozeßordnung vorliegen,
2.
eine erzieherische Maßnahme im Sinne des § 45 Abs. 2, die eine Entscheidung durch Urteil entbehrlich macht, bereits durchgeführt oder eingeleitet ist,
3.
der Richter eine Entscheidung durch Urteil für entbehrlich hält und gegen den geständigen Jugendlichen eine in § 45 Abs. 3 Satz 1 bezeichnete Maßnahme anordnet oder
4.
der Angeklagte mangels Reife strafrechtlich nicht verantwortlich ist.

2In den Fällen von Satz 1 Nr. 2 und 3 kann der Richter mit Zustimmung des Staatsanwalts das Verfahren vorläufig einstellen und dem Jugendlichen eine Frist von höchstens sechs Monaten setzen, binnen der er den Auflagen, Weisungen oder erzieherischen Maßnahmen nachzukommen hat. 3Die Entscheidung ergeht durch Beschluß. 4Der Beschluß ist nicht anfechtbar. 5Kommt der Jugendliche den Auflagen, Weisungen oder erzieherischen Maßnahmen nach, so stellt der Richter das Verfahren ein. 6§ 11 Abs. 3 und § 15 Abs. 3 Satz 2 sind nicht anzuwenden.
(2) 1Die Einstellung bedarf der Zustimmung des Staatsanwalts, soweit er nicht bereits der vorläufigen Einstellung zugestimmt hat. 2Der Einstellungsbeschluß kann auch in der Hauptverhandlung ergehen. 3Er wird mit Gründen versehen und ist nicht anfechtbar. 4Die Gründe werden dem Angeklagten nicht mitgeteilt, soweit davon Nachteile für die Erziehung zu befürchten sind.
(3) Wegen derselben Tat kann nur auf Grund neuer Tatsachen oder Beweismittel von neuem Anklage erhoben werden."



Ich würde gerne Ihrem Rat folgen und sofort mit den Geschädigten Kontakt aufnehmen und einen Plan für die Rückzahlungen erdenken.
(Ratenzahlung)

Die Anklageschrift ging diesen Montag bei mir ins Haus. Ich bin ein ein Mensch, der damals einen großen Fehler gemacht hat, diesen aber sehr bereut und zu allem bereit ist, dafür geradezustehen.

Da das Gerichtsverfahren noch nicht direkt eingeleitet worden ist, meinen Sie ich könnte am Amtsgericht einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens stellen, indem ich nach §47 (1), 2 und 3 handle?

also dem Staatsanwalt und Richter meinen Plan vorlege, der klarmacht, dass ich in Kontakt mit den Geschädigten stehe und gewollt und bemüht bin, den Schaden wieder gutzumachen?

Ich wäre auch bereit, mit der Staatsanwaltschaft und dem Richter persöhnlich darüber zu sprechen, ihnen klarzumachen dass ich auf dem Wege der Rückzahlung bin, und darum zu bitten, mir drei Monate Zeit zu geben, um den täter-Opfer-Ausgleich zu vollziehen.

Wenn nicht, gäbe es auch noch eine andere Möglichkeit, von einem Gerichtsverfahren abzusehen?

Wie gesagt mir liegt alles daran, die Sache so schnell und gut zu beenden wie nur möglich, am Besten ohne ein komplettes Gerichtsverfahren.

Bitte haben Sie dafür Verständnis dass ich anonym bleiben will ;)

vielen Dank nochmals

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.02.2009 | 20:29

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wenn Sie z. B. einen Ratenzahlungsvergleich mit dem Geschädigten vorlegen und nachweisen, daß evt. schon ein Teil des Schadens beglichen ist, werden Ihre Aussichten, eine Verfahrenseinstellung zu erreichen, steigen.


2.

Natürlich können Sie auch Kontakt zur Staatsanwaltschaft aufnehmen, jedoch rate ich Ihnen diesbezüglich dringend, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Wichtig ist natürlich, daß Sie nicht nur "gute Vorsätze" präsentieren, sondern auch zeigen können, daß Sie es wirklich mit der Schadenswiedergutmachung ernst meinen. Deshalb nehmen Sie Kontakt mit dem Geschädigten auf, um mit ihm die Modalitäten der Rückzahlung abzuklären.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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