Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mit dem Handy im Internet

| 12.04.2008 00:01 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
vor wenigen Tagen erhielt ich ein neues Handy. Kunde bin ich seit 2 Jahren bei TALKLINE. Gleichzeitig verfüge ich über eine Partnerkarte/Zweithandy, welche mein Ehemann nutzt.
Jetzt das Problem:
Das Handy ist von SonyEriccson. Empfohlen wird eine Registrierung via Internet um z.B. Software Updates zu erhalten.
Das habe ich getan. Bin also mit meinem neuen Handy ins Internet und habe das Update geladen. Der gesamte Vorgang dauerter ca. 30 min. Jetzt will TALKLINE für diese 30 min Internet, den stolzen Betrag von 700 EURO (!!!) von mir.
Tags darauf wurde mein Handy und das meines Mannes (Vertrag läuft auch über mich) "aus Sicherheitsgründen" gesperrt. Verwiesen wurde ich per SMS auf eine kostenpflichtige Rufnummer.
Der Rückruf ergab, daß die Sperrung wegen dieser hohen Kosten erfolgt ist. Meine bisherigen monatlichen Kosten lagen immer zwischen 25 und 35 EURO. Man teilte mir mit, daß ich eine Vorauszahlung in Höhe von 900 EURO zahlen soll - dann werden die Handys wieder entsperrt.
Ich erklärte, daß ich diese hohen Kosten nicht zahlen werde,weil sie für mich in keiner Weise den üblichen Kosten angepaßt seien.
Weiterhin riet man mir, die nächste Rechnung (in ca. 3 Wochen) abzuwarten. Ich könnte dann ja eine Rückbuchung veranlassen und dann ginge alles "seinen üblichen Weg". Allerdings werden wir dann auf die Nutzung der Handys in den nächsten Wochen (bis zum Rechnungsausgleich) verzichten müssen.
Unstrittig ist, daß für die Nutzung im Internet Kosten anfallen. Nur die Höhe ist mir nicht bekannt gemacht worden. Auf meinem Vertrag steht davon leider nichts. Wie auch nicht die Details zu meinem Handytarif. Da steht "Tarif Free S Spezial". Detailinformation kann man leider nicht lesen.
Da ich registrierter TALKLINE Kunde bin, habe ich via Internet versucht, weitere Details zu meinem Vertrag zu erfahren.
Pech gehabt... Nach Anklicken der Option "Hier finden Sie Ihre Vorteile und Tarifdetails im Überblick" erhielt ich folgende Antwort: "Sehr geehrter Nutzer von myTalkline, leider stehen zu dem von Ihnen gewünschten Tarif online keine Tarifdetails zur Verfügung." Es folgt ein Hinweis auf wiederum eine kostenpflichtige Rufnummer - da wird mir schnellstmöglchst weitergeholfen.
Nach mehreren Stunden gab ich genervt auf. Es war mir nicht möglich, zu erfahren, welche Kosten sich hinter meinem Handytarif "Free S Spezial" verstecken. Und die anfallenden Gebühren für die Internetnutzung habe ich gleich gar nicht gefunden!!!
Was ist zu tun? Rechnung abwarten, Rückbuchung veranlassen, gleichzeitig den unstrittigen Betrag, inklusive MWST einzahlen und Widerspruch einlegen? Dann geht alles seinen "üblichen Weg" mit Mahnverfahren, Inkasso usw. Unsere Handys werden aber leider nocht entsperrt.....weil ja die Rechnung nicht ausgeglichen ist.
Ich fühle mich total abgezockt und will auf jeden Fall den Rechtsweg beschreiten. Hat das Problem Aussicht auf Erfolg?
Für Ihre Mühewaltung seien Sie bereits jetzt bedankt.
Freundliche Grüße, I.H.

Sehr geehrter Ratsuchender,

aufgrund der von Ihnen geschilderten Sachlage beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Sie sind leider in eine hinterhältige aber weit verbreitete Kostenfalle getappt. Surft man mit dem Mobiltelefon im Internet, ohne seinen Tarif auf eine solche Nutzung abgestimmt zu haben, dann entstehen schnell sehr hohe Telefonkosten. Dies ist zwar sehr ärgerlich aber grundsätzlich rechtlich nicht angreifbar.

Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt weicht allerdings in mehreren Punkten von diesem Normalfall ab.

Auch wenn die hohen Kosten der Internetnutzung über das Handy bekannt sind, erscheint ihre Rechnung dennoch erheblich zu hoch.700 € für eine halbe Stunde Internetnutzung sind nicht mehr verhältnismäßig. Möglicherweise ist die Rechnung fehlerhaft.

Ich empfehle Ihnen folgendes Vorgehen:

Verfassen Sie schnellstmöglich ein Schreiben, in dem Sie gegenüber Ihrem Netzbetreiber Ihre Einwendungen gegen die Rechnung geltend machen. Die Telefongesellschaft muß dann nachweisen, dass sie ihrerseits die Verbindungsleistung bis zu Ihnen technisch korrekt zur Verfügung gestellt hat und die Entgelte richtig berechnet hat. Kann die Telefongesellschaft die richtige Höhe der Rechnung dann nicht einwandfrei nachweisen, werden üblicherweise nur die Durchschnittsgebühren der letzten Monate berechnet.

Weiterhin sollten Sie die Rechnung abwarten und dann, wie Sie schon selbst vorgeschlagen haben, die Rückbuchung veranlassen.
Den unstreitigen Betrag sollten Sie aber unbedingt inklusive Mehrwertsteuer überweisen.

Vertritt das Unternehmen dann weiter die Auffassung, die Rechnung sei gerechtfertigt, wird es einen Mahnbescheid veranlassen, gegen den Sie dann Widerspruch einlegen sollten. Tun Sie dies nicht, wird ein Vollstreckungsbescheid ergehen mit der unangenehmen Folge, dass dies zu einem Schufa-Eintrag führt.

Nachdem Sie gegen den Mahnbescheid also Widerspruch eingelegt haben, schließt sich dann das normale Gerichtsverfahren an, falls das Unternehmen weiter an seiner Auffassung festhält.

Der Ausgang einer solchen Gerichtsverhandlung läßt sich nicht vorhersehen und ist natürlich mit einem Kostenrisiko verbunden. Dennoch würde ich Ihnen raten so zu verfahren, wie oben beschrieben. Hierfür spricht neben der unverhältnismäßig hohen Rechnung nämlich auch der Umstand, dass Sie ja nicht zum Vergnügen im Internet gesurft haben, sondern Ihr neues Handy registrieren wollten. Dies wird ja von den Handyherstellern empfohlen. Weist nun weder der Hersteller des Telefons noch der Netzbetreiber, der diese Empfehlung der Hersteller ja kennt, auf die entstehenden Kosten hin, so wird nach meiner Auffassung eine Sorgfaltspflicht gegenüber dem Kunden verletzt.

Trotz der Kostenrisiken eines eventuellen Gerichtsverfahrens würde Ich Ihnen daher vorschlagen wie empfohlen vorzugehen.

Falls Sie noch Fragen haben, können Sie gerne von der kostenfreien Nachfragefunktion Gebrauch machen. Auch sollten Sie spätestens bei Erhalt des Mahnbescheides einen Rechtsanwalt beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen,

Leyrer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.04.2008 | 10:39

Sehr geehrter Herr Leyrer,
vielen Dank für Ihre Antwort.

Ist es sinnvoll, bereits jetzt, da mir die Rechnung noch nicht vorliegt (erhalte ich in ca. 3 Wochen), ein Schreiben mit meinen Einwendungen gegen diesen Betrag an meinen Netzbetreiber zu richten (mit Kopie an den Handyhersteller)? Den Betrag habe ich bisher lediglich als telefonische Auskunft übermittelt bekommen - und als Begründung für das sperren unserer Handys.
Oder ist es ratsam bis zur Rechnungslegung abzuwarten?

Vielen Dank.
MfG, I. H.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.04.2008 | 11:12

Sehr geehrter Ratsuchender,

schreiben Sie schon jetzt an den Netzbetreiber und schildern Sie das Problem.

Weisen Sie darauf hin, dass Ihnen telefonisch Auskunft über die Rechnungshöhe gegeben wurde und Sie mit dieser Rechnung aus den schon genannten Gründen nicht einverstanden sind und Ihre Richtigkeit anzweifeln.

Erklären Sie, dass Sie an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind aber für den Fall der Rechnungsstellung eine Rückbuchung veranlassen und nur den unstreitigen Betrag anweisen werden. Dies kann Ihnen in einer eventuellen gerichtlichen Auseinandersetzung einen Pluspunkt verschaffen.

Von diesem Schreiben machen Sie eine Kopie für sich und versenden es aus Beweisgründen als Einschreiben mit Rückschein.

Bekommen Sie jetzt dennoch die Rechnung in erhöhter Form und können aus dieser mehr relevante Information ersehen, können Sie Ihr erstes Schreiben ja noch ergänzen. Dies sollten Sie dann wiederum per Einschreiben mit Rückschein versenden.

Ich kann Ihren Ärger über die derzeitige Situation sehr gut nachvollziehen und wünsche Ihnen für ihr weiteres Vorgehen viel Erfolg! Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte!

Mit freundlichen Grüßen,

Leyrer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Eine schnelle Hilfe. Aussagekräftig,kompetent und hilfreich. Dieser Service ist zum weiterempfehlen. "
FRAGESTELLER 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70866 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Sehr kompetent , sachlich und schnell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gut Beratung ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre sehr freundliche und kompetente Antwort. Ich weiß jetzt Bescheid und werde entsprechend handeln. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER