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Missglückte Laserbehandlung


| 01.07.2005 14:08 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht



Hallo,
im letzten Jahr ließ ich von einer Kosmetikerin eine Pulslicht-Behandlung zur dauerhaften Haarentfernung an meinen Beinen vornehmen. Die Behandlung sollte ca. 7-10 mal durchgeführt werden. Vorab unterschrieb ich eine "Aufklärung", die als mögl. Nebenwirkungen Rötungen, Blasenbildung, Pigmentstörungen beschreibt, welche sich jedoch innerhalb "kurzer Zeit" (in Ausnahmefällen innerhalb einiger Monate) wieder geben. Von dauerhaften Verfärbungen o.ä. steht nichts in dem Schrieb.
Die ersten 6 Behandlungen (immer im Abstand von 4-5 Wochen) verliefen zufriedenstellend. Bei der 7. Behandlung schmerzte bereits der erste Lichtimpuls. Die Kosmetikerin schaltete das Gerät auf meine Bitte eine Stufe niedriger, aber auch das schmerzte noch. Ich bat nochmals um Zurückstufung, was jedoch abgelehnt wurde, da die Wirkung sonst nicht da wäre. So biß ich die Zähne zusammen - wer schön sein will, muß leiden!
Die Rötungen und das Brennen auf der Haut war sofort nach der Behandlung da. Am nächsten Tag stellte mein Hausarzt Verbrennungen 2. Grades fest und verschrieb entsprechende Salben. (Die Verbrennungen habe ich fotografisch festgehalten). Vom Dermatologen wurde mir ebenfalls eine Salbe verschrieben, zusätzlich Sonnencreme mit LSF 100. Der Kosmetikerin machte ich Dampf, daraufhin erhielt ich "aus Kulanz" die Kosten für die Behandlung zurück (immerhin 650 Euro) und einen Blumenstrauß als Entschuldigung, außerdem wollte Sie alle anfallenden Kosten übernehmen. Ich sagte ihr aber, dass ich erst mal abwarten werde, ob die Verbrennungen wieder ganz verschwinden.
Diese Woche war ich nochmals beim Dermatologen, und der sagte mir, dass die Hautverfärbungen (dunklere Pigmentierung der Haut) nach inzwischen 8 Monaten sich voraussichtlich nicht mehr von alleine geben, uns ich wohl damit leben müßte. Die dunkleren Flecken an den Beinen stören mich sehr, und auf Anraten des Arztes muß ich noch immer Sonnecreme mit LSF 100 nehmen und die Beine möglichst bedeckt halten. Was das für eine Einschränkung ist, können Sie sich vorstellen!
MEINE FRAGE: Ich habe keine Rechtschutzversicherung, möchte aber den erlittenen Schaden, unter dem ich sehr leide, nicht so einfach hinnehmen. Lohnt es sich für mich, Schmerzensgeld einzufordern? Wie hoch ist der mir entstandene Schaden/ die Schmerzen einzuordnen? Oder sind am Ende die Anwaltskosten höher als das Schmerzensgeld?

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Sehr geehrte Fragestellerin,
so wie Sie den Fall schildern, liegt hier eine Fehlbehandlung vor. Anspruchsgegnerin ist die Kosmetikerin. Zunächst wäre zu klären, ob diese die Behandlung aufgrund ihrer Ausbildung überhaupt durchführen durfte (oder ob es eine medizinische Behandlung ist, die nur ein Arzt durchführen darf). Dann ist zu fragen, ob die Behandlungsmethode zulässig und geprüft ist. Weiterhin ist zu fragen, ob die Behandlungsmethode richtig durchgeführt wurde (richtige Einstellung des Geräts, richtiger Einsatz des Geräts).
Weiterhin ist zu prüfen, über was Sie aufgeklärt wurden und in was Sie eingewilligt hatten.

Sodann ist der derzeitige Zustand von einem Fachmann zu begutachten. Ihr Dermatologe sollte Ihnen also ein Attest ausstellen und den Schaden dokumentieren.

Was die Anwaltskosten angeht, so sind diese, wenn Sie "gewinnen" von der Gegenseite zu tragen.

Was die Höhe des Schmerzensgeldes anbelangt, so ist dies eine Einzelfallentscheidung des Gerichts und richtet sich nach der Schwere der Verletzung und der Dauer der Beeinträchtigung. Außerdem müssen Sie dem Gericht mitteilen, was Sie fordern und dies begründen. Vergleichbare Fälle aus der Rechtsprechung wurden besipielsweise wie folgt entschieden:

OLG Saarbrücken Urteil vom 30.05.1990 - 1 U 69/89, DM 7.500 für hochfrequenzbedingte Verletzung/Verbrennungen (hier: "Endogene, großflächige und tiefgehende" Verbrennungen im "oberen Bereich beider Gesäßhälften").
43j. Frau. Heilungsdauer ca. 11 Monate. Dauerschaden: Entstellung "auffällige, entstellende Narben". Arzthaftung (hier: Behandlungsfehler beim Einsatz eines Hochfreqenzgerätes).

OLG Köln Urteil vom 17.05.1978 - 13 U 89/77 DM 2500 Hochfrequenzbedingte Verletzung/Verbrennungen "auf der Rückseite des rechten Oberschenkels oberhalb des Kniegelenks und an beiden Oberarmen" mit bleibenden Narben.
Frau. Dauerschaden: Narben (s.o.). Arzthaftung (hier: Behandlungsfehler bei der Anwendung eines Hochfrequenzchirurgiegerätes und nachfolgend Verschleierungsversuch des Arztes).

AG Nürnberg Urteil vom 10.04.2003 - 20 C 10330/02 3000.- Euro für Sonnenbrand mit Rötung und Überwärmung des "fast gesamten Körpers bis auf Gesicht, Fußrücken, Unterarme und Hände". Er litt zudem unter Schüttelfrost, Jukreiz und Schmerzen.
Mann. 5 Tage stationär. Er war vom 27.05. bis 07.06. krankgeschrieben, nachdem er sich 25 Minuten unter eine Sonnenbank gelegt und dort einen schweren Sonnebrand erlitten hatte. Das Sonnenstudio haftete wegen unterlassener Information hinsichtlich der Gesundheitsrisiken.

Dies sind nur BEISPIELE, einen genauen Betrag kann ich Ihnen nicht nennen.

Ich empfehle, einen Anwalt vor Ort aufzusuchen und die Sache mit anwaltlicher Hilfe "durchzufechten". Gerne vertreten wir Sie in dieser Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen
A. Pabst
Rechtsanwalt
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