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Missbrauch meiner Email Adresse

15.04.2014 14:20 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


16:10

Ich bekomme seit ein paar Tagen Emails mit sexuellen Angeboten als Antwort eine angebliche Anfrage in einem Portal für Kleinanzeigen.
Ich bin in dem Portal weder registriert noch habe ich ensprechende Anfragen gestellt.
Offensichtlich hat jemand in dem besagten Portal meine Email Adresse öffentlich eingetragen um mich zu belästigen oder um mich in der Öffentlichkeit zu diskreditieren.

Welche Möglichkeiten habe ich dagegen Strafrechtlich und/oder Zivilrechtlich vorzugehen?
Wo und wie erstatte ich Anzeige?
Wie kann ich herrausfinden, wer der Verursacher ist?
Einen Verdacht habe ich, aber keine Beweise.

15.04.2014 | 15:29

Antwort

von


(310)
Marie-Juchacz-Straße 17
40470 Düsseldorf
Tel: 0211 911 872 43
Web: http://www.ra-mauritz.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

1. Zunächst haben Sie in zivilrechtlicher Hinsicht einen Anspruch darauf, dass der Betreiber des Portals für Kleinanzeigen Ihre E-Mail-Adresse löscht. Informieren Sie den Betreiber darüber, dass Sie zu keinem Zeitpunkt eine derartige Anfrage gestellt haben und setzen Sie ihm zur Löschung eine angemessene Frist.

2. Sie können grundsätzlich auch gegen die Versender der an Sie gerichteten E-Mails vorgehen und diese auf Unterlassung in Anspruch nehmen. Dies setzt allerdings zunächst voraus, dass Sie diese darüber informieren, dass Sie E-Mails dieser Art nicht wünschen und die E-Mail-Adresse in besagtem Portal nicht veröffentlicht haben. Sollten dann gleichwohl immer noch E-Mails versandt werden, könnte der Unterlassungsanspruch geltend gemacht werden.

3. Eine Strafbarkeit durch die Veröffentlichung Ihrer E-Mail-Adresse allein ist zu bezweifeln. Wenn Sie jedoch durch die E-Mail-Adresse und/oder die geschaltete Anzeige identifizierbar sind, und sei es auch nur für einen kleinen Personenkreis, dann kommt eine Strafbarkeit des Verantwortlichen u.a. wegen Verleumdung oder übler Nachrede in Betracht, vgl. §§ 186 , 187 Strafgesetzbuch.

Eine Strafanzeige können Sie, natürlich kostenlos, bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle mündlich oder schriftlich stellen. Auch online ist dies inzwischen in der Regel möglich. Auch bei der für Sie örtlich zuständigen Staatsanwaltschaft können Sie Anzeige erstatten. Die Anzeige bedarf keiner bestimmten Form, insbesondere müssen Sie nicht darlegen, welcher Straftat sich welcher Täter möglicherweise schuldig gemacht hat. Es genügt, den Sachverhalt zu schildern und Anzeige "wegen aller in Betracht kommenden Straftaten" zu stellen. Die Anzeige kann auch gegen Unbekannt gestellt werden.

4. Den Verursacher ausfindig zu machen, könnte sich in der Tat als schwierig herausstellen. Der einzige Ansatzpunkt wäre eine Identifizierung über die IP-Adresse, die der Verantwortliche bei seinem Besuch auf dem Portal für Kleinanzeigen hinterlassen hat. Sie können insofern jedoch, sollte die IP-Adresse dort überhaupt noch vorrätig sein, jedoch deren Herausgabe nicht verlangen, sondern wären insofern auf die Hilfe der Staatsanwaltschaft angewiesen, die im Rahmen ihrer Ermittlungen die Herausgabe der IP-Adresse in die Wege leiten kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 15.04.2014 | 15:48

Wie sieht es mit folgenden Tatbeständen aus?

§ 238 StGB Nachstellung: Wer einem Opfer unbefugt nachstellt, indem er "unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten ... oder Dritte veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen" kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden

§ 276 StGB Urkundenfälschung

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.04.2014 | 16:10

Sehr geehrter Fragesteller,

§ 238 StGB verlangt u.a., dass der Täter "beharrlich" handelt. Es sind also mehrere Nachstellungen erforderlich, eine einmalige Veröffentlichung der E-Mail-Adresse dürfte hierfür nicht ausreichen.

Für eine Urkunde nach § 267 StGB ist eine dauerhafte Verkörperung einer Gedankenerklärung in optisch wahrnehmbarer Form vonnöten. Elektronisch gespeicherte Daten sind deswegen keine Urkunden, da sie im Datenspeicher selbst optisch nicht wahrnehmbar sind und auf dem Bildschirm nicht in dauerhaft verkörperter Form erscheinen.

Es ist jedoch wie gesagt nicht erforderlich, dass Sie den Strafverfolgungsbehörden hier darlegen, welche Straftatbestände möglicherweise verwirklicht worden sind; diese ermitteln von Amts wegen hinsichtlich aller möglicherweise verwirklichten Delikte.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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40470 Düsseldorf
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