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Mir droht eine Anzeige wegen Stalking

| 29.11.2018 17:21 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo, ich habe folgendes Problem:
Wir haben uns mit meiner Freundin vor knapp einem Jahr getrennt. Ich habe sie nach der Trennung, die ich eigentlich selber veranlasst habe, noch mehrmals per WhatsApp und Email angeschrieben, weil ich sie immer noch geliebt habe und wollte die Trennung zurücknehmen. Ich habe sie schätzungsweise 5-6 mal angeschrieben. Es waren keine Drohungen oder ähnlich sondern Versuche sie umzustimmen und letztendlich Weihnachts- und Neujahrswünsche. Sie hat mit keinem Wort reagiert, aber das war bei ihr auch bei kleineren Streitereien in der Vergangenheit üblich. Mitte Januar wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert und mich mies und verlassen gefühlt, also habe ich sie nochmals angeschrieben und sie über meine Krankheit informiert. Sie hat mich dann darum gebeten sie nicht mehr anzuschreiben. Weil auch das schon mal vorgekommen ist habe ich sie noch zwei-dreimal angeschrieben (Zeitraum eine Woche) und es dann aufgegeben.
Mitte Februar hatte sie Geburtstag, also habe ich ihr eine einfache Geburtstagsmail geschickt und einen Blumenstrauß in ihr Lieblingsrestaurant per Post geschickt. Danach kam ihre erste, sehr erböste Antwort und eine Anzeigedrohung, "wenn die blöden Blumen bei mir erscheinen". Ich habe die Lieferung nicht mehr stoppen können, nur das Restaurant angerufen, daß sie die Blumen als Tischdekoration verwenden sollen.
Später, in März habe ich einen Fehler gemacht und an sie einen lustigen (doch keinen anrüchigen) Witz über WhatsApp weitergeleitet. Diesmal kam von ihr eine prompte Antwort voller Beleidigungen und äußersten Bosheiten, die mich zu zwei anschließenden umfangreichen Emails provoziert hat, in denen ich ihr ohne Beleidigungen und ohne Schimpfworte meine ehriche Meinung zu mehreren Themen die wir unter uns hatten geschrieben habe. Sie hat mir nun nochmals mit Anzeige gedroht, also habe ich mich entschuldigt und sie gebeten, es nicht zu tun. Daraufhin hat sie mir einen beleidigenden und erniedrigenden Email geschrieben und im selben hat sie mir verboten ihr ein einziges Wort noch zu schreiben, sonst würde die Anzeige kommen.
Das war also Mitte März. Seitdem habe ich sie nicht mehr kontaktiert, auf keine Weise.
Erst gestern habe ich ihr einen kurzen WhatsApp geschrieben. Keine Drohungen, keine Beschuldigungen, einfach nur ein Versuch eine Kommunikation wiederaufzunehmen, getrieben von Emotionen, weil unsere Trennung ja gerade ein Jahr her ist. Daruafhin kam keine Antwort, von mir auch nichts weiteres. Aber ich bin in Panik geraten, daß sie ihre Anzeigeandrohung jetzt doch verwirklicht.
Wie soll ich mich am besten jetzt verhalten und mich auf den Ernstfall vorbereiten ? Und, kann ich vorsorglich die an mich addressierte Post vorübergehend umleiten, um zu verhindern, dass eine mögliche Vorladung in die Hände meiner Frau gerät ? Und falls sie eine Anzeige erstattet, wann kann ich mit einer Vorladung ungefähr rechnen ?
Für Ihre Antworten vielen Dank im voraus.

29.11.2018 | 18:11

Antwort

von


(234)
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Sehr geehrter Anfragender,

ich bedanke mich für Ihre Fragen und darf diese unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts sowie Ihres Einsatzes folgendermaßen beantworten:

Meines Erachtens erscheint vorliegend fraglich, ob Sie sich überhaupt der Nachstellung nach § 238 StGB schuldig gemacht haben.
Der Straftatbestand der Nachstellung sieht nämlich die schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensgestaltung durch beharrliche Kontaktaufnahme beispielsweise durch Fernkommunikationsmittel (Anrufe, SMS, WhatsApp etc.) vor. Die Verwirklichung der Nachstellung scheidet hier bereits angesichts der geringen Anzahl von Kontaktaufnahmen – es handelt sich um 5-6 WhatsApp- bzw. E-Mail-Nachrichten binnen eines Jahres – aus. Daneben dürfte insbesondere auch angesichts des Inhalts der jeweiligen Nachrichten kein schwerwiegender Eingriff in die Lebensführung Ihrer Exfreundin gegeben sein.

Gleichwohl halte ich es hier für durchaus möglich, dass Ihre Ex gemäß Ihrer mehrmaligen Ankündigung eine Strafanzeige erstattet.
Gegebenenfalls wird eine schriftliche Vorladung je nach Auslastung des zuständigen Sachbearbeiters bei der Polizei nach wenigen Tagen bzw. Wochen erfolgen. Alternativ könnte die Polizei Ihnen auch einen Äußerungsbogensenden. In beiden Fällen empfehle ich Ihnen von einer Kontaktaufnahme zur Polizei Abstand zu nehmen. Stattdessen sollten Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch und keine Angaben zur Sache machen. Hierzu sind Sie auch nicht verpflichtet. Es besteht lediglich eine Verpflichtung, Angaben zur Person (Name, Anschrift, Geburtstag und Geburtsdatum) zu tätigen.

Die Einrichtung eines Nachsendeauftrags halte ich für problematisch bzw. nicht zielführend. So ein solcher eingerichtet ist, wird hierüber die Polizei als Absender er Ladung o.ä. informiert. Dies könnte weitere Ermittlungen über Ihren tatsächlichen Aufenthaltsort nach sich ziehen und eben dies dürfte Ihren Geheimhaltungsinteressen gegenüber Ihrer Ehegattin entgegenstehen.

Ich empfehle Ihnen weiterhin, im Falle der Einleitung eines (polizeilichen) Ermittlungsverfahrens einen im Strafrecht tätigen Rechtsanwalt mit Ihrer Strafverteidigung zu beauftragen und über diesen Akteneinsicht in die Ermittlungsakte zu nehmen. Gerne stehe auch ich Ihnen diesbezüglich zur Verfügung.

Abschließend rate ich Ihnen dringend (!), künftig von sämtlichen Kontaktaufnahmen zu Ihrer Ex abzusehen. Diese kommunizierte Ihnen mehrfach und unmissverständlich, dass sie keinen weiteren Kontakt zu Ihnen wünscht. Dieser Aufforderung sollten Sie unbedingt folgen, um etwaige strafrechtliche Probleme zu vermeiden.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick ermöglicht zu haben, und stehe Ihnen bei etwaigen Verständnisproblemen im Wege der kostenlosen Nachfragefunktion sowie für die Übernahme Ihrer Strafverteidigung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Kämpf
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht


Bewertung des Fragestellers 30.11.2018 | 08:40

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