Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Minusstunden bei Arbeitsunfähigkeit

05.01.2019 15:35 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber gilt für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. "Minusstunden" sind nicht abzuziehen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
folgender Fall hat sich bei mir ereignet:
Am Mittwoch, den 12.12.2018 bin ich trotz Erkrankung zur Arbeit gegangen (Spätschicht von 14:25 - 23:15 Uhr). Nach ca. 1,5 Stunden merkte ich das es mit dem Arbeiten krankheitsbedingt nicht funktioniert. Dies fiel auch meinem Abteilungsleiter auf, welcher mir Anbot doch nach Hause bzw. zum Arzt zu gehen. Dieses Angebot nahm ich an und suchte daraufhin den hausärztlichen Notdienst auf, welcher mir die Arbeitsunfähigkeit vom 12.12. bis einschließlich 14.12. bescheinigte. Nun musste ich feststellen, dass mir mein Arbeitgeber trotz vorliegender Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Minusstunden für den 12.12. anrechnet, mit der Begründung das die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst ab dem Folgetag gilt, da ich am 12.12. ja anfänglich noch zur Arbeit erschienen bin.

Aus meinem Rechtsverständnis heraus halte ich diese Vorgehen für nicht Rechtens.

Meine Fragen: Hat mein Arbeitgeber recht und wenn Nein, auf welcher Rechtsgrundlage kann ich argumentieren?

Mit freundlichen Grüßen,

Gerne zu Ihrer Frage, die sich nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz bestimmt.

Danach werden Sie (während der ersten 6 Wochen) als au. erkrankter Arbeitnehmer genauso vergütet, als wenn Sie gearbeitet hätten. Abzug wegen „Minusstunden" wären also rechtswidrig.

Berufen Sie sich auf:

㤠3 Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
(1) Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne
dass ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen.

und

§ 4 Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts
(1) Für den in § 3 Abs. 1 oder in § 3a Absatz 1 bezeichneten Zeitraum ist dem Arbeitnehmer das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen.
….gekürzt

(4) Durch Tarifvertrag kann eine von den Absätzen 1, 1a und 3 abweichende Bemessungsgrundlage des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts festgelegt werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages kann zwischen nichttarifgebundenen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Anwendung der tarifvertraglichen Regelung über die Fortzahlung des Arbeitsentgelts im Krankheitsfalle vereinbart werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 05.01.2019 | 17:19

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Burgmer,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Um ein Missverständnis auszuschließen habe ich noch eine Nachfrage.
Bis jetzt wurden die Minusstunden noch nicht von meiner Arbeitsvergütung abgezogen. Die Minusstunden existieren zu Zeit nur auf meinem Arbeitszeitkonto. Mein Arbeitgeber erwartet nun von mir das ich diese Stunden nacharbeite. Erst wenn ich mich weigern würde diese nachzuholen würde in letzter Konsequenz ein Abzug von meinem Gehalt erfolgen.
Ändert dies etwas an der Rechtslage, dass noch kein Abzug vom Gehalt stattfand, sondern "nur" Minusstunden auf das Arbeitszeitkonto geschrieben wurden?
Mit freundlichen Grüßen,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.01.2019 | 17:34

Gerne zu Ihrer Nachfrage:
An der Rechtslage ändert sich damit nichts.
Da man sowas im Arbeitsrecht tunlichst mit Fingerspitzengefühl angehen sollte, empfehle ich zuvorderst ein Gespräch mit dem AG unter Hinweis auf die von mir zitierte Gesetzeslage. Zur Sicherheit schauen Sie auch einmal - sofern vorhanden - in "Ihren" Tarifvertrag, vgl. den oben zitierten Absatz 4 zu § 4.
Und äußerst vorsorglich: Haben Sie vielleicht die AU verspätet vorgelegt?
Dann schreiben Sie mir nochmal dazu an: ra-w.burgmer@online.de (pers.)

Grundsätzlich darf Ihr AG aber keine Minusstunden berechnen, weder direkt noch indirekt durch "Nacharbeit".
Frdl. Grüße,
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70598 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die Antwort - kurz und verständlich mit klaren Handlungsanweisungen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Für einen überschaubaren Betrag bekam ich eine erste Einschätzung über die Erfolgsaussichten, die mich davon überzeugt hat, die Sache weiter zu verfolgen. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell, freundlich und kompetent. ...
FRAGESTELLER