Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Minderung einer Schadenersatzleistung durch eine Versicherung

10.06.2008 23:49 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Bei einer Warenlieferung durch LKW wurde ein Vordach beschädigt. Das Vordach gehört zu meinem Wohnhaus, das Teil eines Gebäudeensembles eines ehemaligen Bauernhofs ist. Der Empfänger der Warenlieferung (Elektrogewerbe)ist Mieter auf dem Anwesen.
Die Versicherung der schadenverursachenden Spedition bestimmte einen Sachverständigen, der den Schaden begutachtete. Dieser bezog sich wiederum auf ein Kostenvoranschlag von einer Schlosserei. Der Kostenvoranschlag für die Instandsetzung beläuft sich inkl MWST auf 1992,06 EUR, wobei nicht im Einzelnen aufgelistet ist, welchen Anteil Material bzw. Arbeitsleistung ausmachen.
In dem Gutachten wird von einem Neuwert der beschädigten Kunststoffwellplatten von 1060,00 EUR ausgegangen, und dies "gemäß zuvor dargestellter Kalkulation". Dieser Posten ist so jedoch nirgends aufgeführt. In dem Gutachten wird unter dem Stichwort "Altschäden" von vereinzelten Brandlöchern gesprochen, die es nicht gibt. Als Gesamtnutzungsdauer sind 30 Jahre und als Restnutzungsdauer 15 Jahre angenommen worden. Das Vordach ist jedoch vor 12 Jahren errichtet und zwischenzeitlich mit neuen Elementen ausgebessert worden. Für diese Arbeiten existieren keinerlei Belege.
Aufgrund des Gutachtens bietet die Versicherung nach Abzug einer Wertminderung von 530,00 EUR einen Schadenersatz in Höhe von 1144,00 EUR. Diese Summe ist identisch mit der im Gutachten ermittelten Netto-Schadensumme. Für mich ergibt sich jedoch: 1992,06 EUR - 530 EUR = 1462,06 EUR.
Hier also meine Fragen: Ist die Berechnung der Wertminderung korrekt? Ist tatsächlich nur der Nettoschaden zu ersetzen? Kann bei der Berechnung der Materialabnutzung der Materialanteil eines Gutachtens einfach von der Versicherung festgelegt werden? Ist es sinnvoll den nichtersetzten Schadensanteil von der Spedition zu fordern? Vielen Dank für die Bearbeitung meines Anliegens.

Sehr geehrte Fragende,

zunächst zur Mehrwertsteuer:
Die Mehrwertsteuer wird nur ersetzt, wenn 1. Sie nicht selbst vorsteuerabzugsberechtigt sind und 2. wird die MwSt. nur in der Höhe ersetzt, in der sie tatsächlich bei einer erfolgten Reparatur anfällt (gem. § 249 Abs. 2 Satz 2 BGB ). D.h. wenn Sie auch die Mehrwertsteuer ersetzt haben wollen und nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, dann muss eine tatsächliche Reparatur stattgefunden haben. Bei reinen Kostenvoranschlägen wird diese nicht beglichen.

Ansonsten sind Sie natürlich so zu stellen, wie wenn der Unfall nicht erfolgt wäre (§249 Abs. 1 BGB ), evtl. Wertsteigerungen durch eine neue Erstellung müssen natürlich berücksichtigt werden.

Problematisch ist nun zu beurteilen, was die Versicherung konkret (außer der Mehrwertsteuer) abgezogen hat.

Ich biete Ihnen aber an, die Berechnungsseiten mir per Fax zuzusenden.

Ich habe Ihnen eine Email geschrieben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter


Ergänzung vom Anwalt 16.06.2008 | 15:35

Sehr geehrte Fragende,

vielen Dank für die Übersendung der Unterlagen. Ich komme nunmehr auf Ihre Fragen zurück:

1. Die Wertminderung wird vom Netto-Wert abgezogen. Es handelt sich um einen Abzug "Alt für neu", was der gängigen Rechtsprechung entspricht. Das GUtachten ist daher rein rechnerisch korrekt.

2. Sie können daher derzeit nicht die nicht übernommenen Kosten dem Verursacher auferlegen, da der Schaden dem entspricht, wie der in dem Gutachten manifestiert ist.

Sie können natürlich die Werte und den Sachverhalt mit einem eigenen Kostenvoranschlag und Gutachten gegenprüfen und dann das Gutachten erschüttern.

Sollte es eine Möglichkeit geben, das Gutachten zu erschüttern, müsste die Versicherung hierzu angeschrieben und notfalls die Summe per Klage durchgesetzt werden.

Gerne sind wir Ihnen bei der rechtlichen Durchsetzung behilflich.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter





FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 77068 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. Gerne jederzeit wieder. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Mit "zwei Sätzen" den Sachverhalt präzise auf den Punkt gebracht und mich somit dahin geführt, das wesentliche vom unwesentlichen zu trennen. Die Antwort ist - jedenfalls für mich - absolut zielführend. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich habe die Antwort erhalten, die ich mir erhofft hatte. Der Umfang der Antwort ist der Sache angemessen. RA hat sich klar geäußert und wirkt sehr kompetent. ...
FRAGESTELLER