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Mietwagen-Kaution nicht zurückerstattet (Betrugsfall)


07.08.2007 09:33 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Damen und Herren,
im folgenden Kommentar schildere ich ihnen den Rechnungs-Betrug, der mir bei der Europcar-Aussenstelle (Advantage rent-a-car) in Montreal am 30.09.2006 widerfahren ist. Die Frage stellt sich für mich, wie ich gegen den Anbieter vorgehen kann und welche Erfolgsaussichten dieses Unterfangen hat (Streitwert: 1000 Euro)? Zusammenfassung: Ich habe übers Internet in Deutschland am 13.08.2006 bei Europcar ein Fahrzeug in Montreal angemietet, für einen Gesamtpreis von 586,39 CAD (inklusive Vollkasko und Diebstahlschutz). Als ich in Montreal ankam, begab ich mich auf den Weg zum Hilton Hotel und fand dort die Firma „Advantage“, die mir versicherte, alle Europcar-Bestellungen zu bearbeiten und die Autos zur Verfügung zu stellen. Sie hatten auch meine Bestellung in Papierform vorliegen. Ich musste im Zuge des Leihprozesses ein Dokument sowie Zustandsprotokoll unterschreiben, und ich fragte nach der Endsumme von den übers Internet bestellten 586,39 CAD für die 15 Tage Miete. Dabei wurde dieser Betrag bestätigt und durch 15 geteilt, und diese Summe pro Tag auf 39,09 CAD im Dokument festgehalten. Des weiteren musste ich zu einem Depot von 1500 CAD zustimmen, das als Sicherheit von meiner Kreditkarte gebucht wurde. Auf Rückfrage (da mir diese Art merkwürdig vorkam) wurde mir bestätigt, dass der Endbetrag von 586,39 am Ende davon abgezogen und mir die ausstehende Summe auf die Kreditkarte zurückgebucht wird. Ansonsten hätte ich das Auto nicht bekommen. Ich willigte ein, da ich in der Vergangenheit relativ viele Autos bei Europcar in Deutschland und z.B. Australien gemietet hatte und deswegen gute Erfahrungen gemacht habe.
Bei der Abholung kam dann aber die Überraschung. Ich bekam eine zweite Rechnung von 140,34 CAD, und bezahlte diese anstandslos, da ich auf die Rücktransaktion des Depots auf meine Kreditkarte wartete. Dies geschah nicht, und die Abholung war aus deren Sicht abgeschlossen. Ich bekam das Abholungsprotokoll, auf der plötzliche merkwürdige und undurchsichtige Beträge gelistet waren, zusätzliche Positionen, merkwürdige Steuern etc. auf den Komplettbetrag aufgelegt – dadurch stieg der Endbetrag auf 1640,34 CAD, und mein Depot wurde einfach einbehalten. Nach heftigem Streit wurde mir immer wieder gesagt, dass dies normale Steuern, zusätzliche Versicherungen etc. sind. Diese hatte ich aber in keinster Weise gefordert, da ich Vollkasko schon im Gesamtpreis enthalten habe und auch über zusätzliche Rechtsschutz-Versicherungen für Mietwagen über meine Kreditkarte verfüge. Die Situation war absurd, zumal ich Preise im Ausland für Mietwagen anderer Anbieter aus den USA kenne. Die Firma ließ sich nicht davon abbringen, ich hatte ja keinerlei Handhabe, da ja alle Beträge schon von meiner Kreditkarte gebucht wurden. Ich möchte dazu anmerken, dass das Auto in tadellosem Zustand war, und deswegen keine Mängel vorliegen konnten (Mängelbericht liegt vor: keine Beanstandungen). Die Dame beharrte aber trotzdem auf den Zustand, es wären zusätzliche Steuern, Versicherungen und irgendwelche anderen Positionen. Die ganze Situation war absurd, ich habe ca. 1500 Euro für ein Auto der niedrigsten Kategorie (Toyota Corolla) für 15 Tage gezahlt.

Diesen Vorfall habe ich seit knapp einem 3/4 Jahr Europcar in Deutschland geschildert, sowie alle Unterlagen weitergegeben. Seitdem rufe ich jeden Monat an, allerdings ohne Erfolg auf eine Reaktion (mal liegt der Fall in der Auslandsstelle, mal ist die bearbeitende Person im Urlaub ...) Mir wurde der Betrug indirekt von einem Europcar MA am Telefon bestätigt, allerdings bekomme ich auf e-mails und Anrufe nur sporadisch Informationen. Europcar selber hat keine Geschäftsbeziehung mehr mit der Advantage-Aussenstelle in Montreal, was als klares Zeichen für die Probleme gilt. Im Internet sind weitere Betrugsfälle dieser Stelle von anderen Leuten gelistet. Welche Chancen habe ich, von Europcar die 1000 Euro rückerstattet zu bekommen und wie kann ich da weiter vorgehen? Beweise (Protokoll vorher und nachher, Zeugen) sind zahlreich vorhanden.
Sehr geehrter Fragesteller,

Herzlichen Dank für Ihre Frage.

Zunächst müssen sie herausfinden, mit wem sie den Mietvertrag direkt geschlossen haben. Dieser Vertragspartner wäre zunächst Ansprechpartner für etwaige Rückzahlungsansprüche.

Infrage kommen hierbei die kanadische Firma sowie Europcar.

Rein theoretisch ist ihr Anspruch einfach zu beziffern, wenn ihnen ohne Grund Abbuchungen von der Kreditkarte vorgenommen worden sind und der Vertrag eine niedrigere Summe angegeben ist, als die letztlich gezahlt haben. Der Vertragspartner nur Anspruch auf die im Vertrag stehende Summe, mit der sie bei Vertragsschluss einverstanden gewesen sind. Dies haben sie ja schon selbst erkannt. Sie haben gegen die kanadische Firma einen Rückzahlungsanspruch. Praktisch dürfte es jedoch relativ schwer werden, diesen durchzusetzen, insbesondere wenn die Firma lediglich in Kanada Geschäftsstellen betreibt. Sie müssten sodann die Firma in Kanada verklagen auf Rückzahlung der unberechtigterweise abgebuchten Geldsumme.

Sollte Europcar Ihnen die Firma und den Mietwagen vermittelt haben, können Sie einen Anspruch direkt gegen Europcar besitzen. Hierzu ist es in erster Linie nötig, einen entsprechenden Vertrag mit Europcar geschlossen zu haben. Ist dies nicht der Fall, könnten sich lediglich Ansprüche aus einem entsprechenden Vermittlungsvertrag ergeben. Hat ihnen Europcar jedoch lediglich eine Mietstation in Kanada vermittelt und sie haben den Mietvertrag direkt mit der jeweiligen Mietstation geschlossen, so wären auch hier wieder die Ansprüche gegen die kanadische Firma zu richten.

Dabei ist zu beachten, wenn sie über die Eingabemaske im Internet über Europcar bestellt haben und hier auch einen entsprechenden Beleg von Eurocard hinsichtlich der Anmietung des Kraftfahrzeug von Europcar erhalten haben und die kanadische Firma lediglich als Erfüllungsgehilfe für Europcar tätig gewesen ist sowie die Zahlung zu Gunsten von Europcar geflossen ist, sie einen direkten Erstattungsanspruch gegen Europcar haben.

Diesen Anspruch müssten sie dann, sofern Europcar nicht freiwillig zahlt, klagweise vor einem deutschen Gericht geltend machen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und stehe Ihnen gerne, auch im Rahmen der kostenfreien Nachfrage bei Unklarheiten zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

Www.rechtsbuero24.de





Nachfrage vom Fragesteller 07.08.2007 | 11:02

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung meines Problems.

Ich habe einen Vertrag mit Europcar geschlossen (über das Internet) und auch einen Beleg über das Internet erhalten ("Vielen Dank für Ihre Buchung bei Europcar. Ihre Bestätigung ist unten angefügt."). Diese Belege habe ich alle vorrätig, wobei Mietpreis und Versicherungsleistung (Vollkasko) eindeutig in der Bestätigung ausgewiesen sind. Die Firma "Advantage" ist in dieser Bestätigung nicht ausgewiesen sondern nur eine Abholadresse des Autos. Von daher ist eindeutig Europcar in Deutschland mein Ansprechpartner. Wie lange würde sich so ein Rechtsstreit hinziehen (quasi bis ich mein Geld erhalte), und wie aussichtsreich ist das ganze gegen so eine große Firma? Ich möchte verhindern unnötig Geld in einen Rechtsstreit zu stecken, da der Streitwert ja nicht sooo groß ist.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.08.2007 | 11:44

Sehr geehrter Fragesteller,

sofern die Zahlung auch an Europcar gerichtet gewesen ist, haben Sie einen Rückforderungsanspruch, da dann Europcar zu viel Geld, als vertraglich vereinbart gewesen ist, erhalten hat.

Als Zeitraum für die Beschreitung des Klagwegs müssen Sie mit etwa 4-6 Monaten rechnen, bis Sie eine Entscheidung eines Gerichts haben, sofern keine weiteren Aspekte hinzukommen. Von der Größe der Firma sollten Sie sich nicht beeindrucken lassen, es kommt ganz auf die Rechtslage an, gerade hier, weil es auch wirtschaftlich nicht ganz so risikoreich ist.

Evtl. hilft vorher auch eine anwaltlich Mahnung. Hierfür sowie auch für ein evtl. Verfahren stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Das Prozeßrisiko beläuft sich im Übrigen bei einem Streitwert bis 1.000,00 € bei beiderseitiger anwaltlicher Vertretung inkl. Gerichstkosten auf 718,34 bei einer Klagabweisung.

Ich hoffe, Ihnen auch bei Ihrer Nachfrage weitergeholfen zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

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