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Mietvertrag vom Vater unterschrieben - wer zahlt?


| 09.09.2007 13:53 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marc Weckemann



Guten Tag,
ich habe folgende Frage:

Vor einigen Monaten haben wir eine 2-Zi-Whg unbefristet an eine damals 17-jährige Frau vermietet. Wegen ihrer Minderjährigkeit hat NUR ihr Vater den Mietvertrag unterschrieben.
Es war vorgesehen, daß sie nach Erreichen der Volljährigkeit ihre Unterschrift dazusetzt, das ist aber nicht geschehen.
Inzwischen ist sie volljährig. Vor kurzem hat sie ihre Arbeit verloren und zahlt nicht mehr. Da sie auch gekündigt hat, werden sich die Mietschulden abzgl. Kaution im Rahmen halten, aber es zeichnet sich ab, daß wir dem Geld hinterherlaufen müssen. Nun bin ich in zwei Punkten unsicher:

1.) WER schuldet mir das Geld?
Die Tochter ist finanziell wohl in großen Problemen und nicht besonders zuverlässig. Der Vater ist uns gegenüber eher wohlwollend, hat das Geld wohl auch, möchte aber aus pädagogischen Gründen seiner Tochter (und damit uns...) eigentlich das Problem nicht abnehmen, wenn er nicht muß. Darf ich Ihre Antwort ggf. nutzen, um ihn zu überzeugen?

Der Mietvertrag sieht so aus:
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
" Zwischen [ Vermieter (wir) ]
und [ Name und Adresse der Tochter ]
wird folgender Mietvertrag vereinbart:"

[dann handschriftlich: "Vater: [Name, Adresse, Telefonnr. des Vaters]"]

[Text des Mietvertrages]

[Unterschrift Vermieter]
[Unterschrift VATER]
"(Erziehungsberechtigter, Name des Vaters)"
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

2.) Ich habe mehrfach telefonisch mit den Eltern und der Tochter über die ausstehenden Mieten gesprochen und einmal schriftlich (aber ohne es "Mahnung" zu nennen) um Zahlung gebeten. An welcher Stelle eines korrekten Mahnvorganges stehe ich damit? Muß ich mit "1. Mahnung" anfangen, oder kann ich direkt mit einem gerichtlichen Mahnvarfahren drohen, falls sich die Verständigung verschlechtert?

Vielen Dank im Voraus.
Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Informationen sowie Ihres Einsatzes erlaube ich mir, Ihre Frage wie folgt zu beantworten:

1.) Nach Ihren Schilderungen ist der Mietvertrag mit Tochter zustande gekommen. Deren Vater hat lediglich als (gesetzlicher) Vertreter gehandelt. Die Rechtswirkungen entfalten sich jedoch gegenüber der nunmehr volljährigen Tochter. Insofern müssen Sie Ihre Forderungen auch dieser gegenüber geltend machen.

2.) Bei Mietzahlungen handelt es sich um eine Mieterverpflichtung, deren Leistung regelmäßig nach dem Kalender fest bestimmt ist. Die Folge hiervon ist, dass der Mieter sich bei Nichtzahlung der Miete bis zu dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt (etwa jeweils der dritte Werktag des Monats) automatisch im Verzug befindet – einer zusätzlichen Mahnung bedarf es hierfür nicht mehr.

Sie können demnach ohne weitere Androhung ein Mahnverfahren einleiten. Auch die Kosten für die Einschaltung etwa eines Rechtsanwaltes muss die Mieterin übernehmen, da sie sich durch den Verzug auch schadensersatzpflichtig gemacht hat.

Ich hoffe, Ihnen mit der Antwort weitergeholfen zu haben.

Bitte beachten Sie, dass anhand der zur Verfügung stehenden Informationen lediglich eine erste Einschätzung erfolgen konnte. Für eine umfassende Beratung ist Ihnen die weitere Beauftragung eins Rechtsanwaltes zu empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen



Marc Weckemann
Rechtsanwalt

_____________
Marc Weckemann
C-G-W Rechtsanwälte

Postfach 1543
76605 Bruchsal

Tel.: (07251) 392 44 30 (24h)
Fax.: (07251) 392 44 31

Internet: www.c-g-w.de
E-Mail: info@c-g-w.de

Nachfrage vom Fragesteller 11.10.2007 | 21:38

Ich danke ihnen für Ihre (unerfreuliche, aber) klare und hilfreiche Antwort.

Wir haben tatsächlich die Hoffnung verloren, das Geld noch zu bekommen, haben aber den Eindruck, daß ein Anwalt/Mahnverfahren um ein Vielfaches teurer ist als die Summe, um die es geht (effektiv 330 Euro). Gibt es irgendeine Regelung, wonach das unangemessen ist, ihr diese Kosten aufzubürden o.ä.? Anwälte werden vermutlich auch nicht begeistert sin von einem so geringen Streitwert?
Entschuldigen Sie die alberne Frage, ich bin erstmalig in einer solchen Situation und etwas unsicher.

Ergänzung vom Anwalt 11.10.2007 | 22:55

Sehr geehrter Fragesteller,

die Kosten eines Mahneverfahrens (auch die Anwaltskosten) orientieren sich am jeweiligen Forderungsbetrag. Die Gesamtkosten für ein Mahnverfahren (und evt. anschließendem Vollstreckungsbescheid) sind daher deutlich niedriger als der Foderungsbetrag.

Diese Kosten müsste Ihnen Ihre Schuldnerin erstatten, was auch nicht unangemessen ist (Es gibt keine dahingehende Regelung). Ihnen verbleibt nur das Risiko, dass diese nicht beigetrieben werden können.

Sofern Sie ein Mahnverfahren durchführen wollen, können Sie sich gerne an mich wenden (trotz des geringen Streitwerts). Sie können mich unter der Kanzleinummer (07251/3924430) telefonisch erreichen. Ihre Frage ist übrigens nicht albern, sondern durchaus nachvollziehbar.

Mit freundlichen Grüßen

Weckemann
Rechtsanwalt






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