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Mietvertrag u. Instandsetzung


| 07.03.2006 07:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um einen Mietvertrag der am 01.03.06 geschlossen wurde. In diesem Mietvertrag weichen wesentliche Daten wie die Größe der Wohnung und die Zimmerzahl vom Objekt ab.

Die Wohnung hat ca. 80 qm und 3 Räume.

Im Vertrag steht 59 qm und 2 Räume.

Ferner liegt dem Vertrag kein Übergabeprotokoll vor.

Gleichzeitig stundete der Vermieter den ersten Mietzins (er erweckt so den Anschein, sehr großzügig zu sein) mit der Aussage, dass sie dann die Wohnung selbst renovieren muss.

Bei Beginn wurde festgestellt, dass die Renovierungsarbeiten weit über das normale Maß hinaus geht. Leider waren diese Mängel erst bei Aufnahme der Renoviermaßnahmen zu erkennen.

Alle Böden (alte Holzdielen) sind so uneben, sodass alle begradigt werden müssen. Ferner kam ein, nicht mehr in der Substanz korrekter Holzbalken zum Vorschein. Der Putz fällt an vielen Stellen von der Decke/Wand. Die elektrischen Leitungen sind uralt. Sogar aus einer Ecke der Decke kommen Kabel, die so an der Wand herunter hängen. An einem ist ein Stecker. Die Anschlußdose für den Herz ist ohne Abdeckung. Die Heizkörper (Nachtspeicher) sind jahrzehnte alt. In der Küche lagen 6 verschiedene Teppiche.
Es riecht überall moderich. Der Keller ist sehr feucht, sodass dort keine Gegenstände gelagert werden können.
Fakt ist die Wohnung müßte von einem Fachmann mit neuen Eletroleitung versehen werden.
Sämtliche Böden müßten begradigt werden. Decken und Wände müßten ausgebessert werden, gegebenenfalls mit Regibs.
Das Fenster im Kinderzimmer läßt sich nicht richtg öffnen oder schließen.
Die Wohnung müßte auf Schimmelpilz und Asbest überprüft werden.

Denn so ist die Wohnung nicht bewohnbar.

Alle in allem würde eine Instandsetzung der Wohnung mindestens 4.000 Euro kosten.

Hinzu zu fügen ist noch, dass die Mieterin erst 19 Jahre ist und schwanger.

Ich finde es unverantwortlich, dass der Vermieter so eine Wohnung überhaupt vermietet und dann noch großzügigerweise einen Monat den Mietzins stundet.
Hier wurde die Mieterin getäuscht. Der Vermieter hätte es besser wissen müssen.

Können Sie mir sagen, ob dieser Vertrag trotzdem gültig ist?

Für eine schnelle Beantwortung wäre ich dankbar, denn sonst müßte der Vertrag umgehend wieder gekündigt werden.

Wir würden lieber 2 Monatsmieten in kauf nehmen aber dafür in einer Schadstofffreien und bewohnbaren Wohnung einziehen.

Leider ist unser Buget sehr beschränkt, sonst hätte ich einen Sachverständigen hinzugezogen.

Ich hoffe, dass mein Betrag angemessen ist, ich kann die Höhe nicht einschätzen. Leider ist auch da das Buget sehr eingeschränkt.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen



Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

nach Ihrer Schilderung übersteigen die Kosten für die vorzunehmenden Renovierungsarbeiten den monatlichen Mietzins um das Vielfache, so dass der Abschluss des Mietvertrages für die Mieterin mehr Nach- als Vorteile bringt.

Das Interesse des Vermieters geht offensichtlich dahin, die Kosten für die Renovierung der Wohnung auf die Mieterin abzuladen.

Auf der anderen Seite ist die tatsächliche Wohnungsfläche größer als die im Mietvertrag angegebene Fläche, so dass - ohne dem Vermieter böse Absichten unterstellen zu wollen - mit der Möglichkeit einer Mietzinserhöhung für die Zukunft zu rechnen ist, wenn dem Vermieter plötzlich ein- oder auffällt, dass die Wohnungsflächenangabe zu seinen Ungunsten abweicht.

Das sollten Sie auf keinen Fall akzeptieren und den Mietvertrag fristlos schriftlich kündigen, dies um so mehr, wenn auch schriftlich festgehalten worden ist, dass der Vermieter auf eine Monatsmiete verzichtet bei Übernahme der Renovierung durch die Mieterin.

Unter der Berücksichtigung der von Ihnen genannten Umstände ist für die Mieterin das Festhalten am Vertrag unzumutbar, da aufgrund der Mangelhaftigkeit des Mietgegenstandes eine erhebliche Gebrauchsbeeinträchtigung vorliegt.

Zudem könnte durch möglichen Schimmelpilz eine Gesundheitsgefährdung für die schwangere Mieterin gegeben sein, so dass allein unter diesem Gesichtspunkt eine Lösung vom Vertrag angezeigt ist.

Abschließend sei angemerkt, dass sich in diesem Fall eine Anzeige beim Gesundheitsamt oder der zuständigen Staatsanwaltschaft anbietet.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung in der Sache geben konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -


info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
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