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Mietvertrag per Post gültig?


29.08.2006 08:50 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



Sachverhalt:

(I) Ich habe einen Formularmietvertrag in zweifacher Ausführung ohne meine Unterschriften per Post an meinen zukünftigen Mieter geschickt. Der Mieter hat mit Angabe von Ort und Datum unterschrieben und den Mietvertrag per Post an mich zurückgeschickt. Nun will ich den Mietvertrag mit Ort und Datum unterschreiben und eine Ausführung des Vertrages per Post an meinen Mieter zurückschicken. Wir wohnen in unterschiedlichen Orten und die Datumsangaben unterscheiden sich. Der Einzug des Mieters liegt in der Zukunft.

!!! Noch habe ich den Vertrag nicht zurückgeschickt !!!

(II) Der Formularmietvertrag wurde mit Kugelschreiber ausgefüllt. Theoretisch könnte mein Mieter zu einem späteren Zeitpunkt behaupten, daß ich nachträglich an dem Vertrag etwas geändert habe, da wir ja nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ort unterschrieben haben. Theoretisch wäre eine Änderung nach Unterschrift des Mieters ja auch möglich.

(III) Zur Absicherung habe ich jeweils von beiden Ausfertigungen Kopien a) des Vertrages ohne jegliche Unterschriften vor Absendung an den Mieter, b) des nur vom Mieter unterschriebenen Vertrages und c) des Vertrages mit beiden Unterschriften gemacht. Da sich alle Kopien einer jeweiligen Ausfertigung (bis auf die geleisteten Unterschriften) gleichen, müßte das beweisen, daß an keiner der beiden Ausführungen des Mietvertrages zwischen dem Zeitpunkt, zu dem der Mieter beide Ausführungen unterschrieben hat und dem Zeitpunkt, zu dem der Mieter eine Ausführung per Post zurückbekommen haben wird, etwas geändert wurde. Wie in (I) bereits gesagt, habe ich den Vertrag noch nicht zurückgeschickt.

Meine Fragen:

1.) Ist es prinzipiell zulässig, wie unter (I) beschrieben zu verfahren?

2.) Wird mein Mietvertrag mit dem Mieter gültig sein, wenn ich wie in (I) beschrieben verfahre?

3.) Wenn der Mieter wie in (II) beschrieben nun zu einem späteren Zeitpunkt behaupten sollte, daß ich nach seiner Unterschrift etwas an dem Mietvertrag geändert habe, hätte das vor Gericht Aussicht auf Erfolg?

4.) Würden die Kopien der Mietverträge wie in (III) beschrieben als Beweis vor Gericht gelten, wenn es zu einer Auseinandersetzung kommen sollte? Theoretisch könnte es wegen einer beliebigen Sache mit dem Mieter zu einer Auseinandersetzung kommen und die Gegenseite könnte dann behaupten, daß die unterzeichneten Verträge nie gültig waren.

5.) An diesem Wochenende fahre ich in die zu vermietende Wohnung. Theoretisch könnte ich neue Verträge mitnehmen und diese dann zusammen am selben Ort und zur selben Zeit mit dem Mieter unterschreiben. Wäre das besser als das in (I) beschriebene Verfahren?

6.) Was raten Sie mir, in diesem Fall zu tun?

7.) Haben Sie weitere Anmerkungen, die für mich von Bedeutung sein könnten?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Es bestehen keinerlei Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit des Mietvertrags. Ihr Verhalten ist vorbildlich und dem möglichen Einwand der Veränderung des Vertrages nach Unterschrift durch den Mieter kann mit Ihrer Dokumentation des Vertragsschlusses bedenkenlos entgegengetreten werden. Dies hätte so auch vor Gericht Bestand.

Sie sind also nicht darauf verwiesen, die Verträge erst später – am kommenden Wochenende – zu unterschreiben.

Mein Rat fällt also dürftig aus: Machen Sie weiter so!

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

M. Timm
-Rechtsanwalt-
www.peukerttimm.de
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