Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.336
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mietvertrag als Miteigentümer


07.04.2007 14:53 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Seit 1995 bin ich zu 2/3 Miteigentümer eines Wohnhauses. Es gibt zwei Wohnungen: die obere wird von meiner Tante bewohnt, die zusammen mit meiner 1995 verstorbenen Mutter im Jahre 1983 eine Wohnrechtsbestellung im Grundbuch eintragen ließ. Beide Beteiligten räumten sich gegenseitig ein lebenslanges Wohnrecht ein; besagte Tante bekam das OG, meine Mutter das EG. Alle anderen Räume, Garten und Garage sollten gemeinsam genutzt werden.

Vor einigen Jahren hat meine Tante ihren Eigentumsanteil (1/3) ihrer Tochter geschenkt. Bei der Gelegenheit stimmte ich als alleiniger Erbe meiner Mutter der Löschung ihres Wohnrechts zu.

Die EG- Wohnung (die ehem. Whg meiner Mutter also) vermiete ich seit Anfang 1996. Mit der jetzigen Mieterin (es müsste etwa die siebte sein) gibt fortwährend Streit zwischen der inzwischen 86jährigen Tante und ihr. Für jeden neutralen Beobachter geht es um absolute „Peanuts“ wie das Aufstellen von Blumenkübeln an der falschen Stelle oder das beabsichtigte Anbringen eines kurzen Stückes Flechtzauns als Sichtschutz etc.

Der Streit ist inzwischen eskaliert, auch zwischen meiner alten Tante und mir und heute wirft sie mir vor, ich hätte –trotz nun seit über zehnjähriger Übung- ohne ihre Zustimmung gar keinen Mietvertrag mit der Mieterin abschließen dürfen.

Meine Frage: Kann ich über die jetzt von mir vermietete Wohnung (sie stellt im übrigen weniger als die in meinem Eigentum befindlichen –natürlich ideelen- 2/3 des Wohnauses dar) bezüglich der Vermietung frei verfügen oder nicht?
07.04.2007 | 16:09

Antwort

von


86 Bewertungen
Kurfürstendamm 173-174
10707 Berlin
Tel: 030-80929728
Web: www.jspartner.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

da das Eigentum an dem Wohnhaus nach idellen Teilen in den Nachlass gefallen ist, ohne dass für eine bestimmte Wohnung ein Sondereigentum vorhanden ist, steht das Nachlassverwaltungsrecht den Erben nach § 2038 BGB grundsätzlich gemeinsam zu.

D. h. Sie dürfen grundsätzlich nicht allein über den Nachlass verfügen oder ihn verwalten, da Ihrer Tante insofern ein Mitverwaltungsrecht zusteht. Gemäß § 2038 Abs. 2 BGB gilt für die gemeinschaftliche Verwaltung aber auch § 745 BGB, der für die Verwaltung einen Mehrheitsbeschluss entsprechend der Anteile vorsieht. Da Sie aber über 2/3 des Nachlasses verfügen, steht Ihnen somit ein Mehrheitsrecht bei der Nachlassverwaltung zu, so dass Sie faktisch die Verwaltung allein bestimmen können, indem Sie Ihre Tante einfach überstimmen.

Dieses Recht steht Ihnen jedoch nicht grenzenlos zu, da § 745 BGB auch gleichzeitig eine wesentliche Veränderung des Gegenstands verbietet. Hierunter dürfte aber der Beschluss über die Vermietung einer Wohnung nicht fallen. Folglich können Sie zwar über die Vermietung der Wohnung nicht völlig frei verfügen, da Sie die Miterben beteiligen müssen, aufgrund ihres Mehrheitsrechts steht Ihnen jedoch letztlich die Entscheidung über die Verwaltung zu.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart Johlige, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 07.04.2007 | 17:26

1.
Habe Ihr Angebot zum ersten Mal genutzt und bin beeindruckt von der prompten Reaktion. Danke! Eine juristische Klärung hier am Ort wäre (heute ist Ostersonnabend) immerhin kaum vor dem Dienstag nächster Woche möglich gewesen. Ich wünsche Ihnen, dass dieses Geschäftsmodell (muss man einfach mal sagen können; auch Rechtsanwälte müssen schließlich Geld mit ihrer Dienstleistung verdienen) für alle Beteiligten erfolgreich ist.

2.
Nur noch zur Sicherheit: Ihre Aussage gilt auch insbesondere unter Berücksichtigung der geschilderten, im GB eingetragenen Wohnrechtsbestellung, ja?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.04.2007 | 17:46

Wenn ich das richtig verstehe, meinen Sie damit das Wohnrecht Ihrer verstorbenen Mutter. In der Regel ist ein Wohnrecht personenbezogen, wobei es - je nach Vereinbarung - aber auch an den jeweiligen Rechtsnachfolger weitergegeben oder übertragen werden kann. Hierzu müsste ich die jeweiligen Vereinbarungen kennen oder das Grundbuch einsehen. War das Wohnrecht nur auf Ihre Mutter bezogen, dürfte es zwischenzeitlich erloschen sein, ging es hingegen auf Sie über, stünde es auch Ihnen zu.

Ergänzung vom Anwalt 07.04.2007 | 16:16

Ergänzung:

Aufgrund der Schenkung steht das Verwaltungsrecht des übrigen Drittels nunmehr der Tochter Ihrer Tante zu, so dass diese zu beteiligen wäre.
ANTWORT VON

86 Bewertungen

Kurfürstendamm 173-174
10707 Berlin
Tel: 030-80929728
Web: www.jspartner.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Sozialversicherungsrecht, Fachanwalt Arbeitsrecht, Fachanwalt Verwaltungsrecht, Baurecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER