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Mietung meiner Ferienwohnung


07.10.2007 12:05 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Maximilian A. Müller



Hallo,
Habe eine Ferienwohnung in Westerdeichstrich, die ich vermiete. Bei einer Vermietung vom 28.9.-3.10.2007 war die Dame für die Wohnungsschlüsselübergabe und ich nicht erreichbar, sodass der
Mieter sich ein Hotelzimmer genommen hat, obwohl wir am gleichen Abend versucht haben Ihn Tel. zu erreichen. Am nächsten Morgen haben wir Ihn erreicht und mitgeteilt, dass er in die Wohnung einziehen kann, brauchen aber ca. 1Std. um die Wohnung zu säubern, da die Wohnung einige Zeit nicht vermietet war und wir noch einmal kurz Staub wischen müssen. Der Mieter hat abgelehnt die Wohnung zu mieten und mir jetzt eine Rechnung geschickt über die Hotelkosten vom 28.9-29.9.2007 minus Kosten meiner Ferienwohnung. Muss ich das bezahlen? Kann ich meinerseits Forderungen über meine entgangenen Mietkosten stellen, da ich die Wohnung nicht vermieten konnte?
Mfg
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage. Diese kann ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes wie folgt beantworten:


I.
Ausgangspunkt für die gegenseitig geschuldeten Leistungen sind die zwischen Ihnen und Ihrem Mieter getroffenen Vereinbarungen. Ich gehe angesichts Ihrer Schilderungen davon aus, dass vereinbart war, dass Ihr Mieter am 28.09. in Ihre Ferienwohnung einziehen und er daher vor Ort von "einer Dame" hierzu den Wohnungsschlüssel erhalten sollte.

Da diese Dame jedoch nicht vor Ort war, gelang die Schlüsselübergabe nicht. Ein Einzug war daher nicht möglich.

Sie als Vermieter haben Ihrem Mieter den Gebrauch der vermieteten Ferienwohnung zu ermöglichen, § 535 BGB. Da Sie dies nicht getan haben, haben Sie eine vertragliche Pflichtverletzung begangen, § 280 BGB. Meines Erachtens war daher Ihr Mieter berechtigt, vom 28.09.2007 bis zum 29.09.2007 ein Hotelzimmer zu mieten. Diese Kosten sind daher aus meiner Sicht von Ihnen zu tragen. Hinweisen möchte ich jedoch darauf, dass Sie möglicherweise die Kosten an die Dame, die für die Schlüsselübergabe weiterreichen können, wenn zwischen Ihnen und ihr vertragliche Beziehungen bestehen und sie angewiesen war, vor Ort den Mieter zu empfangen.


II.
Eine andere Frage ist, ob Sie die übrige Mietzeit vom 29.09. - 03.10. Ihrem Mieter in Rechnung stellen können.

Grundsätzlich bestand zwischen Ihnen und Ihrem Mieter ein Mietvertrag über die gesamte Zeit. Dass Ihr Mieter tatsächlich die Wohnung nicht nutzte, führt grundsätzlich nicht dazu, dass Sie Ihren Anspruch auf Miete verlieren. § 537 BGB bestimmt hierzu:

---§ 547 BGB---




Ergänzung vom Anwalt 07.10.2007 | 12:30

---§ 537 BGB ---
I Der Mieter wird von der Entrichtung der Miete nicht dadurch befreit, dass er durch einen in seiner Person liegenden Grund an der Ausübung seines Gebrauchsrechts gehindert wird. Der Vermieter muss sich jedoch den Wert der ersparten Aufwendungen sowie diejenigen VOrteile anrechnen lassen, die er aus einer anderweitigen Verwertung des Gebrauchts erlangt.
(II...)
---

Dies bedeutet nun konkret für Sie:
Sollte es dem Mieter ohne größere Anstrengungen möglich gewesen sein, ab dem 29.09. in Ihre Wohnung umzuziehen, so wäre seine dahingehende Weigerung wohl ih selbst anzulasten, so dass er weiterhin zur Zahlung der Miete verpflichtet gewesen wäre. ALlerdings müssen Sie sich ersparte Aufwendungen anrechnen lassen, das heißt sie müssten die Nebenkosten für Strom, Wasser etc., den sie in ihrem Mietpreis eingerechnet haben, herausrechnen und nur den hierdurch verminderten Preis an ihren Mieter weitergeben.

Die vorstehenden Ausführungen geltend jedoch nur dann, wenn tatsächlich zwischen Ihnen und Ihrem Mieter noch ein Mietvertrag bestand. Möglicherweise ist Ihr Mieter zu einer außerordentlichen Kündigung berechtigt gewesen, da Sie nicht in der Lage waren, Ihrem Mieter den Gebrauch der Wohnung rechtzeitig einzuräumen. Ob Ihr Mieter eine solche KÜndigung überhaupt ausgesprochen hat und diese rechtlich wirksam wäre, hängt jedoch entscheidend von den Umständen des Einzelfalls und dem genauen Inhalt des zwischen Ihnen und dem Mieter geführten Telefonats ab. Ob Ihrem Mieter daher weiterhin die Kosten der Miete angelastet werden könne, kann daher leider nicht abschließend geprüft werden. Grundsätzlich sehe ich dies allerdings eher skeptisch, da letztlich Ihr Versäumnis die gesamte Situation herbeigeführt hat. Auch ist wohl entscheidend, ob sich Ihr Mieter bereits am Anreisetag um eine Ersatzwohnung bemüht hat und er daher zum Zeitpunkt ihres gemeinsames Telefonats bereits eine andere Wohnung gefunden hatte.

Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass Sie die Wohnung rechtzeitig hätten herrichten müssen. Es kann daher nicht zu Ihren Gunsten gewertet werden, wenn Sie am 29.09. den Mieter um eine weitere Stunde vertrösteten, um die Wohnung besenreis zu übergeben.


EIne abschließende Prüfung der Angelegenheit setzt die Kenntnis des gesamten Sachverhaltes und des zugrundeliegenden Mietvertrages voraus. Diese Antwort soll Ihnen daher lediglich eine erste Orientierung bieten.

Ich hoffe dennoch, dass Ihnen diese Antwort weitergeholfen hat und stehe selbstverständlich gerne im Rahmen der Nachfragefunktion oder auch persönlich für SIe zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Maximilian A. Müller, Rechtsanwalt
Rechtsanwaltskanzlei Dr. Seither & Kollegen
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