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Mietsicherheit - Vermieter darf Mietkaution einbehalten?


31.07.2006 21:05 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Nach 2 Jahren Miete haben wir Anfang diesen Jahres die letzte Mietwohnung an den Vermieter übergeben. Bei der 1. Übergabe bleiben noch 3 Restpunkte (verbal vereinbart) und die Wohnung sollte 14 Tage später erneut übergeben werden.
Bei der nächsten Übergabe wurden durch einen Vertreter des Vermieters ganz andere Punkte bemängelt und es kam zu keiner klaren Übergabe an den Vermieter, sondern nur ein einseitiges Protokoll des Vertreters, welches wir selbstverständlich nicht bestätigten.
Der Vermieter kam mit einer 700 € Forderung und der Weigerung unsere Mietsicherheit (1.400€) freizugeben.
Nach einigen Briefverkehr reduzierte er seine Forderung auf 500 €, wobei seine Forderung jeder Grundlage entbehrt (unbewiesenen Schaden, durch verzögerte Weitervermietung; Kosten der Stadtwerke; Reinigung sauberer Räume nach unserem Auszug).
Nun ist ein halbes Jahr vergangen und wir stehen vor der Frage, ob wir der Forderung entgegen kommen sollen und von unsererseits ein Angebot zur Einigung tätigen, oder ob wir den Vermieter verklagen sollen.
Nach unseren Informationen kann bis zur gerichtlichen Klärung ein halbes Jahr vergehen und die Richter sind dazu geneigt, beiden Partei Recht zu geben.
Also, entweder jetzt auf 350 € verzichten und vielleicht 1050 € vom Vermieter zurückzubekommen oder ohne Rechtschutzversicherung den Vermieter zu verklagen und in einen halben Jahr eine noch unbekannte Summe an Kosten tragen zu müssen.
Unsere Fragen:
- Entspricht unseren Information auch ihren Erfahrungen, dass die Richter beiden Parteien Recht geben?
- Wie hoch schätzen sie die Kosten für die Klage? (Unter der Annahme, dass die Forderungen des Vermieters unseriös sind)
- und ist der Vermieter jetzt noch berechtigt die gesamte Mietsicherheit bis zur Klärung einzubehalten oder darf er nur die Summe seiner Forderung zurückbehalten (Sparbuch mit Sperrklausel)?
Viel Dank im Voraus für Beantwortung unserer Fragen!
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

1.
Die Richter versuchen bei einen Zivilrechtsstreit im Rahmen der Güteverhandlung zunächst eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, da dies für die Parteien häufig befriedigender ist, als ein streitiges Urteil. Eine solche einvernehmliche Lösung bedingt meist ein gegenseitiges Nachgeben.

Einen Erfahrungssatz, wonach beide Parteien immer Recht bekommen, gibt es im übrigen nicht.

2.
Das Kostenrisiko bei einem Zivilrechtsstreit mit einem Streitwert von 1.400,- EUR beträgt bei einem Unterliegen in der ersten Instanz ca. 850,40 EUR (Gerichtskosten 195,- EUR; eigener Anwalt 327,70 EUR; Kostenerstattung Gegner 327,70 EUR); zusätzliche Kosten sind allerdings möglich (z.B. Auslagen, Reisekosten usw.). Dies kann nur im Einzelfall berechnet werden.

Sofern die Forderungen des Gegners unbegründet wären und Sie die volle Kaution beanspruchen können, müßte der Gegner die Kosten des Rechtsstreits tragen.

Möglicherweise kommt auch die Gewährung von Prozesskostenhilfe in Betracht; dies müßte ein Anwalt vor Ort ermitteln.

3.
Eine Mietkaution ist in der Regel nach sechs Monaten nach Auszug aus den Mieträumlichkeiten fällig. Ihr Vermieter kann daher nur noch den Teil der Kaution einbehalten, den er glaubt beanspruchen zu können. Sie sollten den Vermieter schriftlich unter Fristsetzung auffordern über die Kaution abzurechnen und den nicht verbrauchten Betrag auszuzahlen. Danach können Sie die Differenz einklagen.

Ich hoffe, Ihre Fragen zunächst beantwortet zu haben. Für eine weitere Beratung oder Interessenvertretung stehe ich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt
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