Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mietschulden? - Mitbewohnerin Mietansprüche geltend machen


| 28.12.2007 13:25 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Guten Tag,

2002 unterschrieb ich gemeinsam mit meiner damaligen Mitbewohnerin einen Mietvertrag.
Im Jahre 2004 zog ich dann aus, jedoch ohne den Vertrag zu kündigen, da meine Mitbewohnerin diesen fortführen wollte.
Als sie in Zahlungsschwierigkeiten kam, wurde die Miete dann von der Kommune übernommen (Sozialhilfe). Die Kommune zog mich nicht zu etwaigen Zahlungen heran.
2005 wollte ich den Mietvertrag kündigen. Durch eine anwaltliche Rechtsberatung erfuhr ich, dass dies nur mit der Zustimmung meiner ehemaligen Mitbewohnerin möglich sei, welche diese jedoch verweigerte.
Meine ehemalige Mitbewohnerin wechselte Ende 2006/ Anfang 2007dann ihren Wohnsitz, jedoch ohne die Wohnung zu kündigen, d.h. die Kommune stoppte ihre Zahlungen und Mietschulden laufen auf. Sie informierte mich nicht über diesen Vorgang und gibt auch keine Auskünfte über einen eventuellen Schriftverkehr mit dem Vermieter.
Meine Frage:
Kann der Mieter jetzt Mietansprüche gegen mich geltend machen, da ich immer noch im Vertrag stehe?
Da ich seit 2005 in England lebe, kennt dieser meine Anschrift nicht.
Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Sie sind nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt leider verpflichtet, die aufgelaufenen Mietrückstände zu begleichen.

Da Sie zusammen mit Ihrer ehemaligen Mitbewohnerin den Mietvertrag unterschrieben haben, sind Sie beide Gesamtschuldner geworden. Der Vermieter kann sich daher aussuchen, von wem er die komplette Miete verlangen will. Wer dann letztlich zahlen muß, kann dann den entsprechenden Anteil von seinem Mitbewohner einfordern. Werden also z.B. Sie zur Zahlung der kompletten Miete aufgefordert, so können Sie nach Zahlung Ihre ehemalige Mitbewohnerin Ihrerseits zur Zahlung auffordern.

Die Gesamtschuldnerschaft wurde von Ihnen nicht beendet. Die Auskunft, die Sie damals erhalten haben, war korrekt. Sie hätten aber auf Kündigung des Mietverhältnisses oder auf Änderung des Mietvertrages klagen können und müssen. Da dies nicht geschehen ist, sind Sie weiterhin Schuldner.

Die von Ihnen angesprochenen Mietrückstände beziehen sich auf Ende 2006 bis heute. An eine Verjährung (3 Jahre) ist also ebenfalls nicht zu denken.

Auch Ihr bislang unbekannter Aufenthalt in England sollte Sie nicht in Sicherheit wiegen, denn schließlich gibt es Mittel und Wege, Sie auch dort ausfindig zu machen – nicht zuletzt durch Ihre bisherige Mitbewohnerin, mit der Sie ja scheinbar noch Kontakt hatten.

Sie sollten sich daher zunächst einmal um eine sofortige Kündigung der Wohnung kümmern, damit der Schaden begrenzt werden kann. Sollte der Vermieter dann an Sie herantreten, so könnten Sie letztlich höchstens versuchen, bei Ihrer ehemaligen Mitbewohnerin Regreß zu nehmen, wenn Sie nachweisen können, daß Sie alles versucht haben, um das Mietverhältnis zu beenden bzw. offensichtlich war, daß alleine sie für die Fortsetzung des Mietverhältnisses einzustehen hat.

Ich hoffe, daß meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen,

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 31.12.2007 | 15:13

Sehr geehrter Herr Müller,

Vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Meine Nachfrage:
Sollte der Mieter nicht selbst schon gekündigt haben, nachdem er gemerkt hat, dass keine Miete eingeht? Und was hat es mit der Verjährung auf sich?
Vielen Dank für Ihre Hilfe
Mit freundlichen Grüßen

Klaus Pajung

Nachfrage vom Fragesteller 31.12.2007 | 15:13

Sehr geehrter Herr Müller,

Vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Meine Nachfrage:
Sollte der Mieter nicht selbst schon gekündigt haben, nachdem er gemerkt hat, dass keine Miete eingeht? Und was hat es mit der Verjährung auf sich?
Vielen Dank für Ihre Hilfe
Mit freundlichen Grüßen

Klaus Pajung

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.01.2008 | 09:55

Sehr geehrter Fragesteller,

es ist zwar höchst wahrscheinlich, dass der Vermieter – ich gehe davon aus Sie meinten diesen – den Mietvertrag gekündigt hat, jedoch keinesfalls sicher. Dies sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrer damaligen Mitbewohnerin klären, da ihr die Kündigung zugegangen sein muss.
Grundsätzlich verjähren die Ansprüche des Vermieters auf Miete am Ende des Dritten Jahres nachdem sie entstanden sind. Das bedeutet, dass die Ansprüche aus 2006 am 31.12.2009, 24 Uhr verjähren, die Ansprüche aus 2007 entsprechend am 31.12.2010, 24 Uhr.


Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Eine schnelle und klare Antwort. "