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Mietrecht - Klausel 'Zustand der Mietsache; Übergabe'

09.03.2018 09:59 |
Preis: 52,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


11:51
Sehr geehrte Anwälte,

ich ziehe am 20.03.2018 aus meiner jetzigen Mietwohnung aus.

Im Mietvertrag steht:

3.1 Renovierungen
Die Mieträume werden dem Mieter zu Beginn des Mietverhältnisses in vollständig unrenoviertem Zustand überlassen.

handschriftlich ergänzt steht dann noch in Klammern ( Renovierfähige Wände und Decken bei Übernahme und Übergabe)

Ich bin am 01.09.2016 in die Wohnung gezogen. Damals hatte ich mit meiner Vormieterin gesprochen, dass sie in einigen Räumen die Tapeten abmacht, da sie geraucht hatte. Das lief alles reibungslos. Ich hab die Wohnung dann neu tapeziert und gestrichen (Raufaser und weiße Farbe). Das war damals für mich kein Problem.

Nun ziehe ich nach kurzer Zeit wieder aus. Meine Nachmieterin und ich haben uns dann auch vereinbart und sie sagte, dass ich keine Tapeten abmachen müsse. Nun, eine Woche vor dem Umzug, hat sie ihre Meinung geändert und möchte, dass ich in der kompletten Wohnung die Tapeten abreiße.

Leider habe ich nun wirklich ein zeitliches Problem. Ich würde gerne wissen, ob ich dies tatsächlich machen muss und ob "renovierfähige Wände" bedeutet, dass die Tapeten abgemacht werden müssen. Die Wohnung ist in einem top Zustand, eben vor 1,5 Jahren komplett renoviert worden.

Mit meiner Vermieterin hatte ich ein gutes Verhältnis und eigentlich möchte ich auch zum Schluss keinen Streit. Aber ich bin auf Grund der Meinungsänderung meiner Nachmieterin nun im Zugzwang.

Vielen Dank für die Hilfe.

Freundliche Grüße
09.03.2018 | 11:12

Antwort

von


(1788)
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30449 Hannover
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Sehr geehrte Fragestellerin,

eine Tapete ist ebenfalls voll renovierungsfähig, solange diese überstrichen werden kann. Darüber hinaus schulden Sie auch keine Renovierung, wenn keine oder nur ganz leichte Abnutzungsspuren vorhanden sind. Das Abmachen der Tapete können Sie daher in jedem Fall zurückweisen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 09.03.2018 | 11:39

Sehr geehrter Herr Hoffmeyer,


vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.

Ich habe mich an den Worten "vollständig unrenoviert" nochmal gestoßen. Das ist die Formvorgabe in dem Mietvertragsvordruck. Das ist für mich weitgreifender als "renovierfähig". Dies wurde lediglich handschriftlich ergänzt.

Ich deute Ihre Antwort so, dass der handschriftliche Nachtrag dann über der vorgegebenen Formulierung steht. Ist das richtig so?

Zudem hatte ich mal gehört, dass die Wohnung in dem Zustand zu übergeben ist, indem sie sich beim Einzug befand. Da waren in 4 Räumen die Tapeten ab. Aber dies war eine Vereinbarung zwischen der Vormieterin und mir. Meine Vermieterin hatte nicht darauf bestanden. Ihr ist das glaube ich egal, solange der Nachmieter damit einverstanden ist und die Wohnung nicht verwüstet hinterlassen wird.

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.03.2018 | 11:51

Sehr geehrter Fragesteller,

der handschriftliche Vermerk, sofern dieser vom Vermieter stammt, ist hierbei maßgeblich, da dies eine individuelle Klausel darstellt, die dem Vordruck vorgeht.

Eine Tapete braucht zu keiner Zeit abgerissen werden, es sei denn, dass diese völlig verschlissen ist oder aber eine sehr dunkle Farbe enthält, die auch nicht mehr in weiß überstrichen werden kann. Alternativ, wenn im Mietvertrag ausdrücklich drinsteht, dass die Tapeten danach wieder zu entfernen sind. Dies ist alles nicht gegeben, sodass Sie auch nicht die Tapeten entfernen müssen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden

Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


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